Kuriose Forschung Wie viel ist real an Harry Potter?

Dr. Cheryl Hurkett, Astrophysikerin und Tutorin am Centre for Interdisciplinary Science in Leicester, lässt ihre Studenten die Welt von Harry Potter wissenschaftlich überprüfen
Harry Potter

Schockierende Erkenntnis: Britische Studenten haben herausgefunden, dass Harry Potter zaubern kann

GEO: Dr. Hurkett, suchen Astrophysiker jetzt nach der Dunklen Energie nicht mehr im All, sondern in Hogwart

HURKETT: Nein, meine Studenten haben zum Beispiel untersucht, ob es tatsächlich möglich wäre, innerhalb von 24 Stunden ein Knochenskelett zu regenerieren – Stichwort Skele-Gro – oder ob Harry Potter, wie im Buch geschildert, mittels Gillyweed mit Kiemen unter Wasser hätte überleben können. In beiden Fällen, so haben die Studenten herausgefunden, wäre dies nur mit einem gehörigen Schuss Magie möglich gewesen.

Ach ja? Das wusste man doch schon vorher, ohne teure Forschung!

Das ist ja gar keine Forschung im engeren Sinne. Sondern eine Methode, mit der unsere Studenten lernen, mit ihrem physikalischen Handwerkszeug umzugehen. Und zwar selbst auf Gebieten, die vorher noch nie jemand bearbeitet hat. Zugleich ist die Welt Harry Potters auch Nichtphysikern bekannt und für Neueinsteiger ein sehr viel motivierenderes Untersuchungsfeld als abstrakte Physik. Zumal solche praktischen „Fingerübungen“ zwar immer schon nötig waren, aber nur selten mehr als triviale Resultate erbracht haben.

Wie ist denn die Resonanz auf diese Art von Unterricht?

Medial ist das Echo natürlich enorm; inwiefern wir dadurch mehr Studenten bekommen, haben wir jedoch bislang nicht untersucht. Aber ich denke, es ist essenziell für uns Physiker, den Elfenbeinturm zu verlassen. Denken Sie einmal an die außerordentlich erfolgreiche TV-Comedyserie „Big Bang Theory“: Ich wette, dass dadurch mehr Leute von „Schrödingers Katze“ und der Quantenunschärferelation erfahren haben als durch eine traditionelle Physiksendung.

Die Nerds aus der Comedyserie lieben ja Comics. Sie auch?

Absolut! Zum Beispiel haben meine Studenten auch die diversen Fähigkeiten der Comichelden wie Superman, Wolverine, Spider-Man und Batman untersucht und eine Rangliste erstellt, wer wohl am besten bei einem Kampf untereinander abschneiden würde. Das Ranking – Superman ganz vorn, Batman ganz hinten – war allerdings wissenschaftlich nicht überzeugend: Da spielten auch subjektive Motive hinein; die Leute mögen Superman mehr als Batman. Aber egal: Auch an solche Dispute müssen sich meine Studenten gewöhnen.

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