Soglio, Schweiz

„La soglia del paradiso!“ - Als „Schwelle zum Paradies“ bezeichnete der Maler Giovanni Segantini einst sein Winterdomizil Soglio in der Schweiz. So ganz lässt sich diese Behauptung nicht verkennen. Das malerische Dorf liegt auf einer Sonnenterrasse, die die Kastanienwälder des Bündner Südtals Bergell überblicken lässt. Die Häuser, engen Gassen und Rosengärten verleihen dem Ort ein mediterranes Flair, die Kulisse rundet das perfekte Bergdorf ab. Hier wird eine lombardische Mundart gesprochen und während die Amtssprache Italienisch ist, sprechen hier einige Einwohner des 200-Seelen-Dorfes auch deutsch.

Rougon, Frankreich

In Frankreichs Süden liegt der vielleicht spektakulärste Canyon Europas: Die Schlucht von Verdon. Bis zu 700 Meter fallen hier die Felswände in die Tiefe, unten fließt der Verdon. Der wilde Fluss hat auf seinem Weg von den französischen Seealpen in 2500 Metern Höhe bis ins Tal einige Spuren hinterlassen. 160 Kilometer lang schlängelt er sich durch unser Nachbarland.

Auf halbem Wege wartet das verschlafene Bergdorf Rougon auf einem Hochplateau mit einem mehr als beeindruckenden Ausblick über die Verdonschlucht. Von hieraus lässt es sich in alle Himmelsrichtungen wandern: An der Schlucht entlang, in die Tiefe oder weiter hinauf. Dort warten die Ruinen einer verfallenen Burg, welche auf einem Felsvorsprung thronte. Es gibt wohl kaum einen besseren Ort, um den Canyon du Verdon, die Alpen der Haute Provence und die roten Dächer des Dorfs zu überblicken.

Arnarstapi, Island

Die dünnbesiedelte Halbinsel Snæfellsnes liegt westlich des Borgarfjörður in Westisland. Die Insel wirkt wie eine Miniaturausgabe des großen Bruders. Dabei ist die Natur am Fuße des Vulkans Snæfellsjökull ebenso imposant wie die der Hauptinsel Islands. Auf Wanderbegeisterte wartet der 3 km lange Weg von Arnarstapi bis Hellnar entlang der Küste. An den zerklüfteten Felsen entfaltet sich eine bunte Volgevielfalt, Finn-, Buckel- und Zwergwale und sogar Orcas ziehen in Grüppchen am Ufer vorbei. In Hellnar angekommen gibt es in dem kleinen Café „Fjórhúsið Kaffihús“ landesspezifische Fischsuppe, heiße Waffeln und leckeren Kuchen – Meerblick inklusive. Besonders urig: Die kleine Kirche inmitten der hiesigen Klippen.

Torla, Spanien

Canyons tun sich auf, Gipfel stechen ins Blau und am Himmel kreisen Bartgeier: Die Bergwelt in Spaniens Nordosten macht Wanderer demütig. Das Ordesa Tal wurde bereits 1918 als Nationalpark deklariert und ist so das älteste Naturschutzgebiet in den Pyrenäen. Bohlenwege, die an Steilwänden entlangführen, Wanderpfade mit Blick auf Seen und Schneefelder: In den spanischen Pyrenäen zeigt die Bergwelt ihren ursprünglichen Charakter – und ihre Größe. Das Grenzgebiet der autonomen Provinzen Katalonien und Aragon ist eine lohnende Entdeckung.

Westlich von Aigüestortes, noch in Aragon, liegt der Ordesa y Monte Perdido mit seinen Schluchten, wo im Talgrund das Wasser von allen Seiten strömt, stürzt, rieselt. Die Kalksteinklippen, die sich entlang des Camino de Soaso auftürmen, lassen viele vom "Grand Canyon der Pyrenäen" schwärmen. Wie ein Gemälde erhebt sich das mittelalterliche Bergstädtchen Torla am Eingang des Nationalparks. Mit einem Shuttle-Bus geht es von dort aus innerhalb weniger Minuten in die traumhafte Landschaft. In dem mittelalterlichen Bergstädtchen am Eingang des Parks liegt das familiär charmante Hotel Bujaruelo. Außerdem gibt es direkt im Dorf den Campingsplatz Camping San Antón und noch idyllischer direkt am Ara-Fluss den Platz Camping Río Ara.

Gerstruben, Deutschland

Aus der Hölltobel Klamm strömt der Dietersbach, ein steiniger Steg führt hinauf zum Rand der Schlucht wo der Bach als Wasserfall in sein Becken stürzt. Ein Weg über grüne Wiesen hinweg führt zwischen den Bergen der Markt Oberstdorf zum ehemaligen Bergbauerndorf Gerstruben. Die Häuser in einem der mit 1.155 Metern höchstgelenen Orte Deutschlands sind braungebrannt, der Ausblick ist malerisch. Das Alpendorf steht unter Denkmalschutz und wird von den Oberstdorfer "Rechtlern“ gehegt und gepflegt. Der Weg von Oberstdorf nach Gerstruben und zurück führt über 12 Kilometer mitten durch die Allgäuer Alpen. Alternativ fährt das „Oberstdorfer Marktbähnle“ mitten in eine scheinbar vergangene Bergwelt.

Dorfgemeinschaft Uschguli, Georgien

„Mutiges Herz“ oder auch Uschguli braucht es definitiv, um in diesem Ort auf 2.200 Metern über dem Meeresspiegel und damit in dem höchstgelegenen und dauerhaft bewohnten Dorf Europas zu leben. Die nächstgelegene Kleinstadt ist Mestia im nordwestlichen Georgien auf einer Höhe von etwa 1.500 Metern im Großen Kaukasus. Selbst von dort aus brauchen Abenteuerlustige drei Stunden mit dem Auto über Stock, Stein und viel Geröll. Die Belohnung ist eine extreme Abgeschiedenheit. Noch! Denn während die alten Wehrtürme noch an längst vergangene Kämpfe gegen Reiter aus der Mongolei und die eisigen Wintertemperaturen der Berge erinnern, kommt der Tourismus langsam nach Uschguli: Es gibt erste Zimmer zur Miete und Gaststätten sollen errichtet werden. Doch noch verspricht das Unesco-Weltkulturerbe eine idyllische Ruhe mitten in den Bergen.

Hallstatt, Österreich

Vorne der See, hinten die Berge und dazwischen das Leuchten der traditionellen Gebäude: Ein perfekteres Antlitz kann ein Bergdorf kaum bieten. Hallstatt im österreichischen Salzkammergut ist ein idyllisches Bergjuwel das als Postkartenmotiv weltbekannt ist. In der rund 7100 Kilometer entfernten chinesischen Provinz Guandong steht seit 2012 sogar eine Kopie des Unesco-Welterbes - Schreibfehler und Palmen inklusive. Die chinesischen Kopie ist nicht nur 1000-mal größer als das Original, sie erreicht auch bei weitem nicht die Schönheit der traditionsreichen Salzstadt. Der Salzabbau soll hier bereits in der Jungsteinzeit, um 5000 vor Christus, begonnen haben. Heute reihen sich immer noch das Salzbergwerk, ein prähistorisches Museum und die eng übereinander platzierten Häuser und Kirchen in die überwältigende Landschaft.

Monsaraz, Portugal

Die untergehende Sonne versetzt das mittelalterliche Städtchen in eine ganz besondere Stimmung: Das Schiefergestein glänzt goldbraun und das strahlende Weiß der Häuserwände leuchtet. Umgeben von Olivenbäumen ist Monsaraz der Inbegriff eines mittelalterlichen Traumorts. Den Höhepunkt bildet die beeindruckende Burg, die das gesamte Dorf überblickt. Der Burghof – eine ausgediente Stierkampfarena – wird als Ort für ein Musikfestival genutzt, wenn sich Monsaraz im Juli eines jeden geradzahligen Jahres in das Museu Aberto – ein offenes Museum – verwandelt. Viele kulturelle Veranstaltungen halten dann Einzug: Es wird gesungen, getanzt und gegessen und es gibt Musik-, Theater- und Kunstvorstellungen.

Olden, Norwegen

Nicht ohne Grund legt selbst die Queen Mary 2 im norwegischen Olden an: An der Spitze des Nordfjord-Arms spiegeln sich die gigantischen Berge im blauen Wasser und die kleinen Hütten sowie roten Kirchtürme des Dorfes verteilen sich weitverstreut über die atemraubende Landschaft. Wer von so viel Natur nicht genug bekommt, reist von dort aus zum Briksdal-Gletscher im Jostedalsbreen Nationalpark. Selbst im Hochsommer müssen sich die rund 300.000 Besucher pro Jahr warm anziehen. Im Inneren des Tals Oldendalen stürzt sich der Gletscher aus 1.200 Meter den Berg hinab.

Castelmezzano, Italien

Wir übertreiben sicherlich nicht, wenn wir Castelmezzano als einen der schönsten Orte Italiens bezeichnen. Bereits aus der Ferne wirkt der Ort märchenhaft. Wer dort ankommt, fühlt sich ins Mittelalter versetzt: steile Treppen, enge Gassen und Häuser die irgendwie ihren Weg auf die Felsen gefunden haben. Umgeben von den Lukanischen Dolomiten, führen diverse Routen in alle Richtungen der bezaubernden Landschaft. Wilde Apfel- und Birnenbäume, Ahorn, Stachelschweine und Wildkatzen, Wanderfalken und Bussarde: Die natürliche Vielfalt der Region lässt sich zu Fuß, zu Pferd oder auf dem Mountainbike erkunden. Und wie in ganz Basilikata ist auch in Castelmezzano gutes Essen kein Geheimnis!

Den besten Blick über das Dorf bietet sicherlich die "Volo dell’Angelo" – eine 100 Meter lange Seilbahn über die man seit 2007 die Schlucht zwischen Castelmezzano und Pietrapertosa bei einer maximalen Geschwindigkeit von 120 km/h freischwebend überwinden kann. 

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