Schweden, Visby

Wie wäre es mit einer Zeitreise zurück in die Ära der Hanse? An der Westküste Gotlands liegt die wohl am besten erhaltene Hansestadt: Visby. Mit ihren fünfzig Wachtürmen, Toren, Zugbrücken und Wällen gibt sich die mittelalterliche Stadt so trotzig, als müsse sie ihren Reichtum noch vor Plünderern schützen. Innerhalb der Mauern erstreckt sich zwischen Fachwerk, Klöstern, Kirchen und Kaufmannsvillen ein Labyrinth aus Gassen und Treppenstiegen. Einmal im Jahr passen sich die Einwohner ihrer Kulisse an. Dann füllt sich in der Mittelalterwoche die Stadt mit Mönchen, Handwerkern, Rittern und Kaufleuten. Der ideale Streifzug verbindet die sehenswerten Ruinen von zwölf gotischen Kirchen, darunter die Gewölberippen von Sankt Katarina, in deren Kirchenschiff das jährliche Kammermusik-Festival stattfindet. Unterkünfte in allen Preislagen sowie eine Gratis-Fähre zur Insel machen Visby zu einem erschwinglichen Reiseziel.

Mehr Infos, auch generell zu Gotland, gibt es unter www.gotland-erleben.de.

Italien, Vernazza

Nicht einmal 1000 Einwohner beherbergt Vernazza an der ligurischen Küste in Cinque Terre. Das alte Fischerdörfchen kauert auf einem Felsvorsprung, der knapp über dem Meeresspiegel liegt und so eine landschaftliche Ausnahme der sonst steilen, schroffen Küste bildet. Wie ein Leuchtturm wirkt da der Belforte, der markante Wachturm des Kastells Doria, das an der Spitze des Vorsprungs aufragt. Die Anlage ist für Besucher geöffnet, die von hier einen traumhaften Blick über die Küste haben. Vernazza selbst hat zwei Strände: einen zum Meer gelegen, den anderen an der inneren Hafenlagune. Verschiedene Wanderwege führen direkt an der Küste entlang. Empfehlenswert ist die Route zwischen Vernazza und Monterosso, auf der sich der Küstenwald häufig lichtet und atemraubende Aussichten freigibt.

Infos zu Wanderrouten, Unterkünften und Sehenswertem in Vernazza und Umgebung gibt es unter www.incinqueterre.com.

Frankreich, Colmar

Im elsässischen Städtchen Colmar weiß man, wie Idylle geht: Bunte Fachwerkhäuser reihen sich entlang der blumenschmückten Kanäle­, ein Viertel trägt gar den Namen „Klein-Venedig“ (La Petite Venise). Hier lohnt sich ein ausgedehnter Spaziergang, der Kulturliebhaber ins Museum Unterlinden im alten Frauenkloster führen sollte. Die riesige Sammlung erstreckt sich von mittelalterlicher bis zu zeitgenössischer Kunst. Überhaupt birgt die Stadt ein großes Kulturerbe: Ihr entstammt der Bildhauer Bartholdi, der die Freiheitsstatue in New York schuf. Ein zwölf Meter hohes Exemplar lässt sich in Colmar besichtigen. Darüber hinaus liegt der Ort an der Elsässer Weinstraße und schmückt sich gern als Weinhauptstadt der Region. Das ganze Jahr über gibt es zahlreiche Kulturevents wie den Frühlingsempfang zu Ostern mit Konzerten und Märkten. Im Sommer finden das Internationale Musikfestival und eine große Weinmesse statt.

Infos zu Events und Sehenswürdigkeiten gibt es unter www.tourisme-colmar.com und www.tourisme-alsace.com.

Slowenien, Piran

Das slowenische Piran ist auf Salz gebaut. Weitläufige Salinen umgeben die Küstenstadt an der Adria. Die Tradition des Salzabbaus in der Marina reicht bis ins Jahr 804 zurück. Besucher können sich auf Führungen das alte Handwerk zeigen lassen und in den Spas bei Bädern und Schlammpackungen entspannen. Piran trägt deutlich die architektonische Handschrift des nahen Venedigs. Vom Kirchenhügel führen schmale Gassen durch das mediterrane Stadtbild direkt hinunter in den Hafen. Lebensmittelpunkt ist der Tartini-Platz, benannt nach dem Geiger Giuseppe Tartini, dem ein jährliches Musikfestival gewidmet ist. Tradition hat ebenso die Kunstveranstaltung Ex Tempore. Darüber hinaus ist das Seefahrtsmuseum einen Besuch wert. Rad- und Wanderwege verbinden Piran mit Landschaftsparks und den nicht minder schönen Küstenorten der Gegend.

Termine, Routen und weitere Infos gibt es unter www.slovenia.info.

Schottland, Portree

Dieses herrlich verschlafene Hafennest ist mit seinen rund 2300 Einwohnern Hauptstadt der Isle of Skye – kein Kunststück: Es ist zugleich die einzige Stadt der schottischen Insel. Fischer und Segler finden in der kleinen Bucht Schutz vor der rauen See. Entlang der Kaimauer erstreckt sich eine niedliche Ladenmeile, die Quay Street. Der kleine Somerled Square mit Kirche, Bank, Hotel, Restaurant und Polizei ist der Lebensmittelpunkt des Dorfs, das die Insel in eine Nord- und Südhälfte unterteilt. Vor allem auf einem Roadtrip um die Isle of Skye ist Portree ein Pflichtziel. Vom Aussichtsturm auf dem Hügel „The Lump“ blickt man auf das zerklüftete Küstenpanorama. Nach einer Portion Chips mit Salt & Vinegar im Hafen kann die Reise dann weitergehen: Die Gegend hält eine überwältigende Gebirgslandschaft („Cuillins“), Lochs und Burgen bereit.

Die Isle of Skye eignet sich besonders für eine Rundreise mit dem Auto. Infos und Routen gibt es unter www.visitscotland.com.

Österreich, Hallstatt

Chinesischen Architekten gefiel Hallstatt so gut, dass sie es in der Provinz Guandong nachbauen ließen. Am schönsten ist natürlich das Original, besonders im Winter, wenn sich die verschneiten Dächer der historischen Gebäude im Hallstätter See spiegeln. Dann locken auch die zahlreichen Wintersportarten wie Skiwandern und Schlittenhundfahrten. Wer nicht nur vor Bergpanorama und Kaminfeuer entspannen will, kann das ganze Jahr über aktiv werden, vom Tauchen im See über ausgedehnte Bike- und Wandertouren durch das Umland bis zum Gleitschirmfliegen. Sogar Kultururlaub ist möglich: Das Salzkammergut Hallstatt und Dachstein ist Welterbe und lässt sich auf eigene Faust oder auf Führungen erkunden. Wem das an Kultur nicht reicht, der hat es bis Salzburg nicht weit.

Infos zum Dorf am See gibt es unter www.hallstatt.net und www.oberoesterreich.at

Montenegro, Kotor

Steile Berghänge flankieren die Bucht von Kotor in Montenegro, die an eine skandinavische Fjordlandschaft erinnert. In diesem Einschnitt in die dalmatinische Küste ist die gleichnamige Hafenstadt eingebettet. In seiner 2000-jährigen, stark von der Seefahrt geprägten Geschichte nahm der Ort viele Rollen ein: Piratennest, Handelshafen, Marinestützpunkt. Paläste, Kathedralen und die viereinhalb Kilometer lange Stadtmauer zeugen vom einstigen Reichtum der venezianischen Zeit und den Einflüssen von Orient und Okzident. Nach dem verheerenden Erdbeben von 1979 wurde die Stadt gemeinsam mit dem barocken Nachbarn Perast zum Weltkulturerbe, seitdem wurden viele Gebäude wiederaufgebaut. Sehenswert ist besonders die mittelalterliche Altstadt mit ihren prachtvollen Plätzen und der Sankt-Tryphon-Kathedrale.

Termine für Karnevalsumzüge und Festivals sowie einen Überblick über die Natur- und Kulturlandschaft gibt es unter www.visit-montenegro.com.

Deutschland, Quedlinburg

Sie ist eine der wichtigsten Adressen auf der 1000 Kilometer langen Straße der Romanik durch Sachsen-Anhalt: die Welterbestadt Quedlinburg, nordöstlich vom Harz. Den Titel erhielt der Ort für seine historische Altstadt, in der sich über 2000 Fachwerkhäuser aus acht Jahrhunderten um das Kopfsteinpflaster der Straßen und Gassen drängen. Gotische und romanische Kirchen prägen das gut erhaltene mittelalterliche Stadtbild, das vom Renaissanceschloss und der Stiftskirche Sankt Servatius mit ihren Zwillingstürmen überragt wird. All das bietet eine perfekte Kulisse für das ganze Jahr über stattfindende Kunst- und Kulturevents wie den Quedlinburger Musiksommer. In den Ausläufern des Unterharzes erstreckt sich ein abwechslungsreiches Wandergebiet, eine beliebte Route ist der 75 Kilometer lange Selketal-Stieg.

Nützliche Infos zur Straße der Romanik, Quedlinburg und Umland gibt es unter www.harzinfo.de.

Portugal, Marvão

Wie ein Adlerhorst thront die Kleinstadtfestung Marvão auf einem 800 Meter hohen Felsplateau des São de Mamede-Gebirges an der spanischen Grenze. Die imposanten Granitwälle der alles überragenden Zitadelle zeugen von der bewegten Geschichte, in der Marvão in maurische, französische und spanische Hand fiel. Umso verschlafener ist das Städtchen heute. Die Umgebung lädt zu entspannten Radtouren und Wanderungen ein, zum Beispiel von Urra nach Castelo de Vide. In Marvão selbst ergeben sich von den verschiedensten Punkten aus herrliche Aussichten über das Bergland. Restaurants tischen traditionelle portugiesische Küche auf, dazu gibt es Portwein. An kirchlichen Feiertagen finden Prozessionen und Volkstanz statt, der deutsche Dirigent Christoph Poppen organisiert jährlich ein Musikfestival inmitten der Festungsmauern.

Termine und Infos gibt es unter www.visitportugal.com und www.cm-marvao.pt.

Estland, Narva

Hier endet die Europäische Union besonders spektakulär: Wie in einem Kräftemessen erheben sich an den Ufern der Narva mächtige Burgen, die estnische Hermannsfeste und das russische Iwangorod. Die östlichste Stadt Estlands ist nach dem Fluss benannt, der die Länder natürlich teilt. Die Bollwerke zeugen von der strategischen Bedeutung des Grenzorts, dessen Geschichte sich im Museum im Hauptturm der Hermannsfeste nachvollziehen lässt. Heute sind die Zwillingsstädte mit einer Brücke verbunden. In Narva wohnen überwiegend russischstämmige Esten. Klotzige Sowjet-Architektur und mittelalterliche Bauten wechseln sich im Stadtbild ab. Im nahen Kurort Narva-Jõesuu mündet der Fluss in die Ostsee, weite Sandstrände und unberührte Laubwälder gehen ineinander über. Hier verbrachte schon die russische Bohème des 19. Jahrhunderts ihre Sommerurlaube. Sankt Petersburg ist nur 100 Kilometer entfernt.

Die Anreise gelingt am einfachsten über die Hauptstadt Tallinn. Alle Infos rund um Narva und Estland gibt es unter: www.visitestonia.com.

GEO Reise-Newsletter