Dubai, Vereinigte Arabische Emirate

Aufstrebend! Das höchste Bauwerk der Welt musste es sein für 
das ebenso platte wie ehrgeizige Emirat am Persischen Golf. 828 Meter ragt der Burj Khalifa aus dem Wüstenboden. Hochgebeamt mit dem 36 Stunden­kilometer schnellen Lift, könnten Besucher vom Aussichtspunkt im 124. Stock den anderen Wolken­ kratzern der futuristischen City auf die Dächer spucken – wären da nicht die hohen Glaswände. Für Superlativjäger ein Wermutstropfen: Das Panorama­deck ist nur das zweithöchste der Welt nach dem Shanghai World Financial Centre.

Öffnungszeiten: So–Mi ab 9, Do ab 8.30, Fr–Sa ab 4.30, jeweils
bis 24 Uhr; www.burjkhalifa.de

Grand Canyon, USA

Himmelhoch juchzend! Vorwitzig streckt sich der gläserne Skywalk wie eine Zunge 20 Meter in die Leere oberhalb der Felsschlucht im US‐Bundesstaat Arizona. Durch den
 in Köln gefertigten Boden aus Panzerglasscheiben blicken Besucher hinunter auf ein Seitental des Canyons, in der Ferne glitzert der rund 1200 Meter tiefer liegende Colorado River.

Der hufeisenförmige Steg, der mit Spezialsocken betreten werden muss, befindet sich im Reservat der Hualapai‐Indianer westlich des Nationalparks und ist nur über eine Schotterpiste erreichbar. Auf dem 22,5 Millionen Euro teuren Skywalk darf nicht fotografiert werden.

www.grandcanyonwest.com

Iguazú Falls, Brasilien/Argentinien

Knall auf Fall! Manche Besucher kommen gleich im Badeanzug.
 Wer sich auf den rund ein Kilometer langen Walkway unterhalb dieser Breitwanddusche an der brasilianisch-argentinischen Grenze traut, muss darauf gefasst sein, durch die wilden weißen Wasser des Teufelsschlunds getauft zu werden. Das ist die höchste der 275 Kaskaden, die in Iguazú über eine halbrunde, fast drei Kilometer lange Felswand bis zu 82 Meter in die Tiefe hechten. Ein Anblick, als würden lauter Wasser-Rapunzel ihre Haare herunterlassen.

www.cataratas doiguacu.com.br und www.iguazuargentina.com

Åndalsnes, Norwegen

Umschlungen! In elf Haarnadelkurven kämpft sich die schmale Passstraße Trollstigen („Troll-Steig“) an den Hängen der westnorwegischen Fjordlandschaft hoch bis auf
 858 Meter. Wer oben in Stigrøra das neue Aussichtspodest und Besucherzentrum der sechs Kilo
meter langen Gebirgsrallye erreicht hat, kann bei klarer Sicht das Isterdalen-Tal samt Stigfossen-Wasserfall
und die Berge Kongen, Dronninga und Bispen sehen. Der Trollstigen gehört zur 106 Kilometer langen Landschaftsroute Geiranger–Trollstigen und ist meist nur von Mai bis Oktober befahrbar.

www.visitalesund-geiranger.com

Tianmen, China

Aussen vor! Immer an der Wand lang: Auf gut 60 Metern klebt ein schmaler gläserner Gang an der Flanke des Tianmen-Bergs in der chinesischen Provinz Hunan. Wären da nicht die – nur 6,35 Zentimeter dicken – Bodenplatten, man fiele durch 1219 Höhenmeter Luft hinab ins Tal. Wen da der Schwindel packt, der klammert sich lieber am blanken Kalkstein fest. Die Kuppe des als Nationalpark geschützten Bergs erreicht man mit einer der längsten Gondelbahnen der Welt.

Geöffnet täglich 8–18 Uhr, der „Skywalk“ schließt bereits um 16.30 Uhr

Ryflke, Norwegen

Göttliches Design! Hier kann man schon das Beten lernen: Was von der Kante des Preikestolen („Predigtstuhl“) plumpst, landet erst mehr als 600 Meter weiter unten im Lysefjord. Jedes Jahr kühlen um die 130 000 Hochtraber ihr Mütchen auf dem fast quadratischen Granitplateau, das aus einer Steilwand des südnor­wegischen Fjellgebirges hervorragt. Ein Lookout, den Mutter Natur selbst kreierte.

Der Aufstieg von der Preikestolen-Hütte (Preikestolveien 521, Jørpeland, www.ryfylke.com;) dauert mindestens zwei Stunden, gute Wanderschuhe sind ein Muss.

Chicago, USA

Glasklar! Weil sich die Besucher immer die Nasen plattdrück­ten an den Fenstern des Aussichtsdecks im 103. Stock des Willis Tower, bauten die Betreiber einfach
 an: Aus vier vollverglasten Kapseln, die in 412 Meter Höhe außerhalb des Wolkenkratzers hängen,
hat man jetzt den Rundumblick über die größte Stadt des Mittelwestens, den Michigan­See und bei
 gutem Wetter vier Bundesstaaten.

S. Wacker Drive 233, www.theskydeck.com; täglich geöffnet 9–22 Uhr
(April bis September) bzw. 10–20 Uhr (Oktober
bis März)

Chamonix, Frankreich

Hoch oben! Eine Spitzenleistung der Natur ist die Aiguilleddu Midi, die „Mittagsnadel“, die aus dem Mont-Blanc-Massiv herausragt. Der auf 3777 Metern gelegene Felssporn, seit langem per Seilbahn erreichbar, wird sich im kommenden Jahr mit einer neuen, rund
sechs Millionen Euro teuren Aussichtsanlage ins Rennen um den spektakulärsten Lookout werfen: Eine Glasbodenterrasse über 1000 Meter Abgrund soll Besucher schwindeln machen, Wandelgänge am Fels werden
die Besichtigungsterrassen verbinden, von denen man weit über die Westalpen blickt.

www.chamonix.com

London, Großbritannien

Himmelfahrt! Mit etwas Pech sieht man hier oben nur ein einziges Londoner Wahrzeichen: den Nebel. Erwischt man aber einen klaren Tag, dann erstreckt sich das Sichtfeld von den Aussichtsdecks im 68., 69. und 72. Stock des neuen Mega-Wolkenkratzers The Shard („die Scherbe“) über die ganze britische Hauptstadt und bis zu 64 Kilometer ins Umland. Aus 244 Meter Höhe erspähen Schaulustige die Tower Bridge, St Paul’s Cathedral, den Buckingham Palace und Big Ben, so winzig wie das Inventar eines Miniaturenlands; zwischendrin zieht die Themse unbeeindruckt ihre Kurven. Direkt am Südufer steht das mit 310 Metern höchste Gebäude Westeuropas, ein Glaskeil mit 11 000 Fenstern und 44 Aufzügen. Der Architekt Renzo Piano sieht seinen Bau als eine Art Leuchtturm in London – Kritiker spotten, das Beste an der Aussicht vom "Shard" sei, dass man von hier den Scherbenhaufen nicht sehen könne

Bis Oktober ist "The View" täglich 9–22 Uhr geöffnet, danach So bis Mi 10–19 Uhr, Do bis Sa 10–22 Uhr; www.the-shard.com, www.theviewfromtheshard.com

Tirol, Österreich

Schwebebalken! Von oben herab: Nur mit dem Hubschrauber konnten die tonnenschweren Stahlschwerter der Top of Tyrol-Plattform auf 3210 Meter Höhe angeliefert und in Stellung gebracht werden. Nun reckt sich der rostig-rötliche Look-out in waghalsigem Schwung neun Meter über die Felskante des Großen Isidor ins Nichts – ein Sprungbrett in die Alpenwelt am Stubai-Gletscher mit Panoramablick vom Zillertal und Ötztal bis zu den Dolomiten. Geduldige können zählen, ob sich wirklich 109 Dreitausender sehen lassen. Auffahrt mit den Gondelbahnen zur Bergstation Schaufeljoch, von dort zehn Minuten zu Fuß über Wege und Treppen; ganzjährig

Geöffnet 8–16.15 Uhr; www.stubaier-gletscher.com

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