Diebach-Oestheim: Das bodenlose Loch

Die reiche Kulturlandschaft Frankens ist voll von kleinen Schlossanlagen, mittelalterlichen Dörfern, heiligen Orten und Heimatkundemuseen. Und in der Gemeinde Diebach gibt es sogar ein "Bodenloses Loch"

Leider ist das Bodenlose Loch so klein, dass man zweimal dran vorbeifährt. Nur ein schon fast verrottetes Schild bei Oestheim weist auf einen Feldweg in die Richtung des Lochs. Schönes Detail: Das Schild ist mit fränkischem Rechtschreibfehler versehen: Zum bodenlose Loch. Wie hat man sich ein "Bodenloses Loch" vorzustellen? Dass es sich bei dem Loch um eine Quelle handelt, macht die Sache auch nicht leichter. Steht man aber einmal davor und schaut in das mit Wasserpflanzen überwachsene Loch hinein, überkommt einen ein kleines Schaudern - es scheint tatsächlich bodenlos zu sein.

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Der Tümpel erscheint einem wirklich sehr tief; das Wasser verfärbt sich vom Türkisblau ins dunkelste Dunkelblau. In Oestheim munkelt man, dass das Loch gar bis nach Amerika reiche! Und einmal soll hier ein ganzes Schloss versunken sein. Gar nicht wahr, sagt der Bürgermeister: In Wirklichkeit wohnen hier die Meerjungfrauen, die auch im Wappen der Gemeinde zu finden sind. Und stets gingen sie mit den Burschen zum Tanz. Als sie einmal zu spät zu ihrem Loch zurückkamen, verfärbte sich das Wasser rot und seitdem waren sie nicht mehr gesehen...

Viel gibt es nicht zu beachten, außer, dass man in der Weihnachtsnacht nicht am Loch vorbeifahren solle. Das hat einmal ein Bäuerlein getan und versank mit Wagen und Pferden im Bodenlosen. Daraufhin wurde ein Zaun um das Loch gebaut, doch der existiert schon lange nicht mehr. Jetzt wiegen Weiden ihre Äste um das Loch und im Loch wiegen die Wasserpflanzen mit dem Quellfluss.

Bodenloses Loch Auf der Heiligenwiese 91538 Diebach-Oestheim

Übersehene Sehenswürdigkeiten
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Kennen Sie das deutsche Tapetenmuseum oder das "Bodenlose Loch"? Und waren Sie schon mal am Mittelpunkt der Erde - im sächsischen Pausa? In ihrem Buch "Übersehene Sehenswürdigkeiten. Deutsche Orte" weisen Michaela Vieser und Reto Wettach den Weg zu diesen und weiteren skurrilen Reisezielen. GEO.de stellt einige vor
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