Südküste: Die türkische Riviera

Fast drei Millionen Touristen besuchen allein Antalya und Umgebung, über die Hälfte davon sind Deutsche. Auch wenn wirklich einsame Buchten in der Hauptsaison nicht ganz leicht zu finden sind - das nirgendwo sonst an mittelmeerischen Ufern so klare, so tiefblaue bis türkisgrüne Wasser entschädigt reichlich dafür.
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Lykien
Kalkan
Antalya

Lykien

Der Küstenabschnitt zwischen Fethiye und Antalya gilt als bezauberndster des türkischen Mittelmeers, geprägt von Klippen, Halbinseln, Traumstränden und fischreichen Lagunen. Und im Hinterland erhebt sich der Lykische Taurus, ein Gebirge, dessen Gipfel bis auf 3000 Meter Höhe ansteigen.

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Die Südküste der Türkei ist ein beliebtes Ziel für Badeurlauber

Homer wusste, wovon er redete, als er in der "Ilias" die Schönheit des "großen lykischen Landes" besang. In Lykien allgegenwärtig sind Felsengräber; sie sind erstaunlich gut erhalten wie auch die Sarkophage, die nicht in Museen, sondern in großer Zahl in der Landschaft stehen - bisweilen von Eseln etwas respektlos als Tränken genutzt.

Ölüdeniz und Fethiye

Eine azurblaue Lagune mit weißem Sandstrand, gesäumt vom satten Grün der Bäume - das ist Ölüdeniz. April und Mai sind die besten Monate für einen Besuch, denn dann hält sich der Ansturm von Gästen noch in Grenzen.

Dolmus-Boote bringen Sie von dort zum "Schmetterlingstal" Kelebek Vadisi. Noch ist diese weniger bekannte Bucht vornehmlich bevölkert von Myriaden farbenreicher Falter. Sie überziehen Bäume und Felsen der Hänge wie ein bunt leuchtender Schleier. Das Schmetterlingstal steht unter Naturschutz.

Vom Bilderbuchstrand Ölüdeniz sind es etwa 15 Kilometer bis nach Fethiye. Sehenswert sind die lykischen Felsgräber, die hier vermutlich im 6. bis 4. Jahrhundert v. Chr. angelegt wurden - die am besten erhaltenen ihrer Art. Von der Kaya Caddesi (in der Nähe der Busstation) führt eine Treppe hinauf zum Grab des Amyntas, dem größten und stattlichsten der Anlage. Die Lykier begruben ihre Toten möglichst hoch über dem Boden, damit sie den Göttern näher waren.

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Traumhaft: Tiefblaue bis türkisgrüne Wasser laden zum Tauchen und Schnorcheln ein

Beim Dorf Kinik, rund 50 Kilometer südöstlich von Fethiye, liegen die Ruinen der einst wichtigsten Stadt des lykischen Reiches im fruchtbaren Tal des Xanthos-Flusses. Die Besichtigung dieser antiken Stätte füllt einen ganzen Tag aus. Beeindruckende lykische Grabmäler wie das gut fünf Meter hohe Harpyien-Monument (um 480 v. Chr.) sind zu sehen, ebenso wie Theater und Tempel aus römischer Zeit sowie Ruinen eines byzantinischen Klosters.

Kalkan

In den weißgetünchten Häusern mit Begonienkästen vor den Fenstern haben sich viele Aussteiger und Künstler aus Istanbul eingerichtet. Zum Reiz des Ortes trägt ganz wesentlich der Patara-Strand bei. Etwa zehn Kilometer lang und einen halben Kilometer breit ist er. Sieht aus, als träfen hier Wüste und Meer aufeinander. Wer ein ungestörtes Plätzchen möchte, muss sich nur weit genug in die Dünen zurückziehen. Hinter denen liegen die Ruinen des lykischen Hafens "Pttara". Bei Ausgrabungen wurden bislang ein Stadttor, ein Theater und eine Schiffswerft oder Therme aus verschiedenen Epochen freigelegt und Besuchern zugänglich gemacht.

Kas

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Alanya ist einer der beliebtesten Badeorte an der türkischen Riviera und liegt 135 Kilometer östlich von Antalya

Das ist noch immer ein Städtchen von ungewöhnlichem Charme - besonders dank seiner griechischen Altstadthäuser mit den überdachten Holzbalkonen. Oberhalb der Souvenirgassen steht das Wahrzeichen, der Hyposorion-Sarkophag vom Ende des 4. Jahrhunderts v. Chr. In Kas legen Ausflugsboote zur Insel Kekova ab, einem heute unbewohnten, aber in lykischer Zeit dicht besiedelten Eiland. Vor der Nordseite der Insel ist die "versunkene Stadt" Kekova - Säulen, Treppen, Mauerzüge - im glasklaren Wasser zu sehen. Ein Platz für Taucher! Auf dem Festland gegenüber Kekova, aber ebenfalls nur per Boot zu erreichen, steht das Fischerdorf Simena, das Kaleköy (Burgdorf) genannt wird. Am Fuße der mittelalterlichen Burg kann man die Nacht verbringen - in schlichten Herbergen wie der Mehtap Pansiyon.

Olympos

Von der Panoramastraße 400 in Richtung Antalya zweigt etwa drei Kilometer vor Ulupinar (auf das gelbe Schild achten) ein Weg nach Çirali ab. Vom Parkplatz hier sind es wenige Minuten zu Fuß bis zur Ruinenstätte Olympos, das in lykischer Zeit eine bedeutende Hafenstadt an der Mündung des Ulupinar Çayi war. Der lange Kieselstrand mit kristallklarem Wasser ist ein wunderbarer Badeplatz. Das hat sich freilich herumgesprochen; Strandlokale sind auf Besucher eingestellt.

Bei Çirali beginnt ein markierter Pfad, der Sie zu einem aus der griechischen Mythologie bekannten Ort führt: nach Chimaira, in der Antike als Wohnsitz des feuerspeienden Ungeheuers Chimäre gefürchtet. Zurück auf der Küstenstraße. Rund zwölf Kilometer vor Kemer liegt, ganz idyllisch auf einer Halbinsel, Phaselis. Unser Tipp: Nehmen Sie sich Zeit, denn diese alte Siedlung ist hübsch romantisch in Pinienwald versteckt; und das Sightseeing - Aquädukt, Hafenanlagen, Thermen, Theater - lässt sich verbinden mit einem Picknick und ein paar Stunden am Strand.

Antalya

Die Altstadt von Antalya ist, bei allem Gedränge einer internationalen Touristengemeinde, noch immer eine Reise wert. Der Spaziergang innerhalb der zinnenbewehrten Altstadtmauern sollte auf jeden Fall zum Hadrianstor mit seinen drei Bögen führen, einem Baudenkmal aus römischer Besatzungszeit, außerdem zum Yivli Minare, dem "kannelierten Minarett" aus dem Jahre 1219, sowie zum Uhrturm. Gleich nebenan: die Alaeddin Camii aus dem 14. Jahrhundert mit ihren sechs geziegelten Kuppeln sowie die Relikte einer seldschukischen Medrese (Koranschule), von der noch das Portal mit arabischen Inschriften steht.

Termesso

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Die Lykische Küste ist eine der reizvollsten Landschaften der Türkei. Antike Amphitheater, lykische Felsgräber und kleine Fischerstädtchen machen den Reiz aus

Die antike Stadt, deren Ursprünge bis ins 2. Jahrtausend v. Chr. zurückreichen, liegt etwa 30 Kilometer nordwestlich von Antalya, zwischen steilen Kalkfelsen in 1000 Meter Höhe - da wundert es nicht, dass Alexander der Große ihr den Namen "Adlernest" gab. Das, was von ihr übrigblieb, ein weitverzweigtes Ruinengebiet samt Nekropole, gehört heute zum gleichnamigen Nationalpark, auch Gülluk Daigi genannt. Besuchen Sie unbedingt das an eine steile Felswand geklammerte Theater, das einen imposanten Ausblick gewährt.

Aspendos

Ebenfalls von Antalya aus zu erreichen (rund 50 Kilometer östlich). Das Theater zählt zu den besterhaltenen aus der Antike - und ist besonders interessant in den letzten beiden Juniwochen, wenn es zur Bühne eines Opern- und Ballett-Festivals wird. Die Berge Alanya, wo sich zahlreiche deutsche Rentner einen Alterssitz zugelegt haben und wo sich im Sommer die Touristen tummeln, ist ein guter Ausgangspunkt für kleine Fluchten in höhere Lagen. Zum Beispiel ins Dorf Gedevet-Türbelinas 23 Kilometer nördlich. Von dort klettern Sie dann noch einmal 40 Minuten zum Gedevet-Berg hinauf, auf dem Sie in 1010 Meter Höhe ein hübsches Hotel finden.

Anamur

Südspitze der Türkei und schon in der Antike ein wichtiger Hafen. Die Kreuzritter-Burg von Anamur, Mamure Kalesi, gilt als eine der schönsten in der Türkei. Unser Tipp: Besuchen Sie nicht nur den Sandstrand, sondern auch die bizarre Tropfsteinhöhle Kösekbükü Magarasi nördlich von Anamur; angeblich wirkt sie heilend auf Asthma-Kranke.

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