Türkei: auf historischem Boden

Antike Metropolen und pulsierende Städte: Auf Schritt und Tritt wandeln Besucher in der Türkei auf historischem Boden, Jahrtausende bewegter Geschichte haben ihre Spuren hinterlassen

Für archäologisch und an Geschichte Interessierte ist das Land ein wahres Paradies - kaum ein anderes Land am Mittelmeer kann einen solchen Reichtum antiker Stätten vorweisen. Doch ist die Türkei nicht stehen geblieben in ihrer großen abendländischen Vergangenheit, sondern integriert sie ins moderne türkische Leben.

Izmir - das antike Smyrna - ist eine der ältesten Städte der Welt und gilt als Geburtsort Homers. Die ägäische Hafenstadt gehörte bereits in der Antike zu den wichtigsten Städten der römischen Provinz Asien und war im Osmanischen Reich ein bedeutender Handelsplatz. Neben historischen Sehenswürdigkeiten wie der ursprünglich hellenistischen Agora und der restaurierten Karawanserei Kızlarağazı Hanı aus dem 18. Jahrhundert, sind beispielsweise das Altstadt- und heutige Szeneviertel Alsancak sehenswert, sowie der Kemeraltı Basar.

Die einstige und im Altertum bedeutende Hafenstadt Ephesos liegt heute durch Versandung mehrere Kilometer landeinwärts und zählt zu einer der sehenswertesten Ausgrabungsstätten der Türkei. Die Stadt beherbergte eines der sieben Weltwunder: den Tempel der Artemis, größter Tempelbau der antiken Welt. Im großen Amphitheater fanden 25.000 Menschen Platz, die mit Marmor gepflasterte Kuretenstraße säumten Monumente wie der Hadrianstempel, und die gewaltige Celsus-Bibliothek fasste über 12.000 Schriften.

Türkei: auf historischem Boden

Weiter im Südwesten liegt das vor allem wegen seines Nachtlebens bekannte Bodrum. Auch für Segler ist die weiße Hafenstadt ein wahres Mekka – der Yachthafen gehört zu den größten der Türkei. Auch für Taucher, Surfer und andere Wassersportler herrschen in Bodrum ideale Bedingungen. In der Antike war das damalige Halikarnassos berühmt als Geburtsstadt Herodots, des „Vaters der Geschichtsschreibung“ sowie für den prachtvollen Grabbau des karischen Herrschers Mausolos – eines der sieben Weltwunder und Namensgeber aller späteren Mausoleen.

Die moderne Küsten- und Urlaubsstadt Marmaris liegt an einer beinahe kreisrunden Bucht, deren tiefblaues Wasser von dunkelgrünen Pinienwäldern umrahmt wird. Mit über 600 Liegeplätzen ist der Yachthafen der größte der Türkischen Ägäis, Hunderte von Skippern überwintern hier im milden Mittelmeerklima. Aber auch Kreuzfahrtschiffe und Fähren von und nach Rhodos legen hier an.

Als „schönste Stadt der Welt“ hat Atatürk Antalya bezeichnet, und wer durch die von alten osmanischen Holzhäusern gesäumten Gassen des Altstadtviertels Kaleiçi spaziert oder von einem der Teehäuser oberhalb des Yachthafens den Ausblick genießt, mag ihm noch heute Recht geben. Auch hier haben die wechselnden Herrscher ihre Spuren hinterlassen: das Hadrian-Tor, ein zum Besuch Kaiser Hadrians im Jahr 130 errichtetes marmorverkleidetes Ehrentor, das Minarett der Yivli-Minare-Moschee -Wahrzeichen Antalyas - aus seldschukischer Zeit.

Im nahen Aspendos, das seine Blütezeit in der römischen Kaiserzeit erlebte, steht das besterhaltene Amphitheater der Antike. Das Bühnenhaus des römischen Baus ist in vollständiger Höhe erhalten und war früher prunkvoll verziert. Um die 20.000 Zuschauer fanden auf den Rängen Platz. Noch heute finden hier vor atemberaubender Kulisse und bei hervorragender Akustik Konzerte, Opern- und Ballettfestivals und andere kulturelle Veranstaltungen statt.

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