Griechenland Städtereise: Athen

Schade, dass man die Stadt nur noch mit Euro-Debakel und Krawall verbindet. Sie hat sich nämlich runderneuert, der Akropolis ein Museum geschenkt und ihren Gästen neue Szeneviertel

Ansehen:

Über der Stadt wacht die Akropolis, zu ihren Füßen steht das Neue Akropolis-Museum (1). Dank der nüchtern-transparenten Architektur wirkt es, als schwirrten die Besucher wie bewegliche Exponate um die freistehenden antiken Skulpturen herum. Aus riesigen Panoramafenstern blickt man auf die rund 130 Meter höher gelegene Tempelanlage und ihr Glanzstück, den Parthenon-Tempel. Die Athener lieben ihn so sehr, dass sie ihn noch mal erschufen und ihm die ganze dritte Etage widmen, wo sein Grundriss in Originalgröße nachgebaut wurde. Wie ein Band läuft der Marmorfries um die Säulen aus Metall, Gipskopien ergänzen fehlende Originale. Als man in den Achtzigerjahren den Standort fürs Museum untersuchte, fand man, wie so oft in Athen, gleich beim ersten Spatenstich geschichtsträchtiges Gemäuer. Schließlich entwarf der Schweizer Bernard Tschumi einen Pfahlbau, der antike Funde geschickt unterm 2009 eröffneten Neubau bewahrt. Durch Glasböden schaut man tief in die Ausgrabungen hinein. Demnächst soll selbst das Flanieren auf den freigelegten Straßen der Geschichte wieder möglich sein (Dionysiou Areopagitou 15, Tel. 0030-210-900 09 00, montags geschlossen.

www.theacropolismuseum.gr

Die Olympischen Spiele von 2004 haben Athens rasanten Neubeginn ausgelöst: Fußgängerzonen entstanden, das Metro-Netz wurde ausgebaut und das Panathinaikos-Stadion (2) wieder fit gemacht. Heute nutzen Jogger und Spaziergänger den Park rund um die Wettkampf- Arena mit Blick über die Stadt (Eingang Archimidous/Ecke Agras). Lieber Rundfahrt statt Rundgang? Seit 2008 touren rote Doppeldecker-Busse fürs Hop-on/Hop-off-Sightseeing durch die City. www.city-sightseeing.com

Essen und Trinken:

Nicht ganz zentral, aber lohnend ist das Restaurant Balthazar (3), das traditionelle Küche mit überraschenden Gewürzen kombiniert und im schick-legeren Innenhof serviert (Metro Ambelokipi, Tsocha 27, Tel. 0030-210-644 12 15) www.balthazar.gr

Im ehemaligen Industrieviertel Gazi sind auf dem Gelände des alten Gaswerks Installationen und Ausstellungen zu sehen. Die neue Kunstszene hat Restaurants und Bars angelockt. Wie das rustikale Butcher (4), dessen Spezialität – der Name verrät’s – Fleischgerichte sind (Per sefonis 19, Tel. 0030-210- 341 34 40).

Fisch isst man gleich neben an, im Sardelles (5) (Persefonis 15, Tel. 0030-210-347 80 50).

Zum Digestif geht’s ins Hoxton (6) mit Oldschool- Ledersofas vor industriellem Back steingemäuer (Voutadon 42, Tel. 0030-210-341 33 95). In Psirri, dem früheren Handwerkerbezirk und jetzigen Ausgehviertel, ist es nachmittags eher still. Im Café Clandestino (7) kriegt man zum Eiskaffee Kuchentellerchen gereicht (Ag. Anargyron-Pl. 4). Abends füllen sich die Gassen, und die Studenten feiern in der Taverna Rebecca (8), wo Kostas Raki und Honig zu „Rakomelo“- Schnaps zusammen braut (Miaouli 22).

Wohnen:

Bunt schillert die Fassade des Fashion House Hotels (9) am zentralen Omonia-Platz. Designer durften sich hier austoben und die 115 Zimmer nach ihrer Fasson gestalten. Das Ergebnis: ein Mix aus Blümchentapeten, klaren Formen und Retro-Möbeln. Die Cafeteria erinnert an ein Flugzeug, der Speisesaal an ein Fußballfeld (Pireos 2, Tel. 0030-210- 523 52 30). www.classicalhotels.com

In der Altstadt steht das klassische Electra Palace Hotel (10), von dessen Dachgarten mit Swimmingpool die Akropolis zum Greifen nahe scheint (Nikodimou 18–20, Tel. 0030-210-337 00 00).

www.elektrahotels.gr

Nachlesen:

Athen & Attika von Dirk Schönrock und Andreas Neumeier, der in Athen lebt, ist ein guter Begleiter, zeigt Alt und Neu (Michael Müller Verlag).

Städtereise: Athen

Das neue Akropolis-Museum in Athen

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