Städtereise Städtereise: Paris von oben

Wir wollen nicht in ihren Bauch, sondern auf den Kopf. Dann schauen wir nach unten und stellen fest: Mon dieu, was für eine tolle Stadt! Zehn erhabene Tipps für den besonderen Blick

4. Arrondissement:

Für drei Euro gibt’s im Centre Georges Pompidou zwar keinen Museumseintritt, aber immerhin eine Weitsicht von der sechsten Etage, inklusive Zugang zur Außenterrasse. Wie ein futuristischer Wurm kleben die Rolltreppen an der Fassade dieser Pilgerstätte zeitgenössischer Kunstliebhaber und heben den Besucher aus der Gassenschlucht empor. Dank der verglasten Wände genießt man schon den Aufstieg (Place Georges Pompidou, www.centrepompidou.fr, 11–21 Uhr, dienstags geschlossen).

Städtereise: Paris von oben

387 Stufen hinter sich, grimmige Dämonen neben sich und eine Diva zu Füßen: Traumblick von der Kirche Notre-Dame

5. Arrondissement:

Während im Fundament des Panthéon die Großen der Grande Nation ewig ruhen, werden Lebende 206 Treppenstufen himmelwärts von einer Rundsicht überrascht. Die geführte Tour in die Höhe dauert mit drei Stopps eine Dreiviertelstunde. Der letzte Halt unterhalb der ruhmreichen Kuppel ist der ergiebigste: Zwischen den Säulen blinzeln die prägenden Gebäude der Stadt. Weil der Kirchenbau auf einem Hügel steht, glaubt man den Guides kaum, dass die Höhe des Aussichtspunkts nur 35 Meter beträgt (Place du Panthéon,

www.monuments-nationaux.fr ; täglich 10–18 Uhr; 8 Euro; Besteigung nur im Sommer). Vom Dach des Institut Du Monde Arabe gesehen, posiert die nahe gelegene Kathedrale Notre-Dame auf Schulterhöhe (Infos zum kostenlosen Aufstieg auf den Südturm: www.notredamedeparis.fr ). Das Institut, dem der französische Stararchitekt Jean Nouvel die originelle orientalische Ornament-Fassade verpasste, ist Bibliothek, Museum, Buchhandlung und libanesisches Restaurant in einem – und schlägt, direkt an der Seine gelegen, Brücken in die arabische Welt (Rue des Fossés-Saint-Bernard 1, www.imarabe.org ; 10–18 Uhr; montags geschlossen).

8. Arrondissement:

Um die Champs Elysées, die bekannteste Straße der Stadt, in ihrer ganzen Länge zu erfassen, müssen Besucher etwas leisten: Die Wendeltreppe aufs Dach des Arc de Triomphe zählt 284 Stufen. Unterwegs gibt’s im Saal der Attika eine Lektion Geschichte auf Leinwand, von der Terrasse fällt der Blick auf die zwölf sternförmig ausgerichteten Avenuen (Place Charlesde- Gaulle, www.monuments-nationaux.fr,

9 Euro; täglich ab 10 Uhr). Vom alten Triumphbogen lässt sich auch sein modernes Pendant in La Défense sehen, die Grande Arche – ein riesiger Bogen aus Glas und Marmor, den man allerdings nicht besteigen kann.

9. Arrondissement:

Verführerisch ist der Aufstieg und gratis die Aussicht vom Restaurant "Déli-Cieux" auf dem Dach von Printemps – vorausgesetzt, man widersteht unterwegs den Produkten des edlen Kaufhauses. Wer genau hinschaut, entdeckt neben der Kirche Sacré-Coeur auf ihrem Hügel und den üblichen Pariser Riesen Tour Montparnasse und Eiffelturm auch den Triumphbogen, der sich aus dem Häusermeer der Champs Elysées erhebt (Boulevard Haussmann 64, Tel. 0033-1- 42 82 62 76, www.printemps.com).

15. Arrondissement:

Schön ist er nicht, der Tour Montparnasse, aber mit 210 Metern so hoch, dass die Metropole in nur 38 Sekunden zur putzigen Spielzeugstadt mutiert. So schnell nämlich rast der Aufzug ins 56. Stockwerk. Die letzten drei Etagen des Kolosses aus den frühen Siebzigerjahren müssen über eine Treppe erklommen werden, aber dafür liegt einem auf der Freiluftterrasse dann auch Paris zu Füßen. Tauglich für den Bildschirmschoner: das Foto vom Sonnenuntergang (Rue de l’Arrivée, www.tourmontparnasse56.com, täglich 9.30 bis 23 Uhr; 11 Euro).

19. Arrondissement:

Der steilste öffentliche Garten der Stadt mutet mit seinen künstlichen Grotten und Wasserfällen auf den ersten Blick wie ein Vergnügungspark für Touristen an. Doch spaziert man zum Aussichtspunkt des Parc des Buttes Chaumont, saugt man die unentbehrliche Ruhe inmitten der hektischen Großstadt auf wie hunderte von Parisern (Rue Manin, täglich ab 7 Uhr).

20. Arrondissement:

"Branché", also angesagt, ist Belleville, die "schöne Stadt" im Nordosten seit einiger Zeit – bei Parisern wie bei Urlaubern. Der Parc de Belleville gilt als eine der höchstgelegenen Grünanlagen der französischen Hauptstadt, und an seiner Spitze, auf dem Dach der Maison de l’Air (das Museum widmet sich u. a. der Luftverschmutzung), versteht man, wie das Quartier zu seinem Namen kam. An warmen Tagen gleicht die Geräuschkulisse der in einem Freibad. Kinder toben im wasserfallartigen Brunnen, während die Erwachsenen jeden grünen Flecken mit ihren Picknickdecken besetzen oder im Schatten der Bambusbüsche spazieren gehen (Rue Piat 27, montags geschlossen).

Von der Café-Terrasse des alternativen Kulturzentrums La Bellevilloise fällt der Blick nicht auf emporragende Touristenmagneten, sondern auf die Hinterhöfe eines sich im rasanten Wandel befindenden Stadtteils. Und auf tausende Schornsteine, die wie ein Heer in rostroter Rüstung aus der steinernen Umgebung wachsen (Rue Boyer 19, www.labellevilloise.com, Terrasse im Winter geschlossen).

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