Kulturhauptstadt 2016

Die bildschöne Altstadt, der Stadtstrand, Pintxos-Bars und Sterne-Restaurants: Das baskische Seebad macht alle Sinne glücklich
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Vom Monte Igueldo reicht die Sicht über das Inselchen Santa Clara und die muschelförmige Stadtbucht bis ins nahe Frankreich

Einstimmen

Donostia, wie die Basken ihre Genießer-Stadt am Golf von Biskaya nennen, ist von drei Anhöhen umringt: Ulía, Urgull und Igueldo. Der einfachste Weg nach oben führt mit der Standseilbahn auf den Igueldo. Aus 200 Meter Höhe reicht der Blick bis ins nahe gelegene Frankreich und hinunter zur muschelförmigen Bucht mit ihren feinen Sandstränden, den Fischerbooten im Hafen und der kleinen Insel Santa Clara. Wer die Meeresbewohner aus der Nähe betrachten möchte, besucht später das Aquarium, wo leuchtende Quallen, Haie und bunte Fische ihre Runden ziehen (Plaza de Carlos Blasco Imaz 1, www.aquariumss.com). Ein Spaziergang über die Strandpromenade führt in die Altstadt rund um die Plaza de la Constitución. Die Calle 31 de Agosto ist die einzige Straße der Innenstadt, die 1813 bei einem zerstörerischen Feuer verschont blieb. Flankiert wird sie von der Basilika Santa María und der Kirche San Vicente, die neben dem ehemaligen Dominikanerkloster aus dem 16. Jahrhundert zu den ältesten Gebäuden der Stadt gehören. Das Kloster wurde vor einigen Jahren um einen Neubau erweitert und beherbergt das Volkskundemuseum Sa Telmo (Plaza Zuloaga 1, www.santelmomuseoa.com). Zu den Highlights des Kulturhauptstadtjahres gehören aufwendige mobile Open-Air-Aufführungen des "Sommernachtstraums", ein "Europäisches Festival der Musikschulen" mit mehr als 10 000 jungen Musikern aus 26 Ländern und eine Ausstellung zum Thema "Friedenspolitik in der Kunst" (www.dss2016.eu).

Geniessen

Er muss es wissen: So wie das Silicon Valley für High Tech stehe, stehe San Sebastián für Gastronomie, soll der baskische Meisterkoch Juan Mari Arzak einmal gesagt haben. Kaum eine andere Stadt heimst auf so engem Raum so viele Michelin-Sterne ein: 16 in einem Umkreis von etwa 25 Kilometern. Dazu gehört das nach dem Meisterkoch benannte Drei-Sterne-Restaurant Arzak (Avda. Alcalde Elosegi 273, www.arzak.info). Wer dessen Preise scheut, ist im Bodegón Alejandro richtig. Das Mittagsmenü aus erlesenen frischen Zutaten, etwa Seehecht an Süßkartoffeln mit Zitronenvinaigrette, kostet um die 16 € (C/ Fermín Calbetón 4, www.bodegonalejandro.com). Das Strand-Restaurant La Perla serviert zum Blick aufs Wasser eine gute Auswahl an Fisch und Meeresfrüchten (Paseo de la Concha, www.la-perla.net). Die "New York Times" zählt die Calle 31 de Agosto zu den zwölf besten Schlemmerstraßen Europas. In den ungezählten Bars entlang der Gasse genießen die Einheimischen abends ein Glas Txakoli – einen spritzigen Weißwein – oder Cidre, der traditionell im Baskenland getrunken wird. Dazu essen sie Pintxos, wie die Tapas hier heißen. Außer Tortilla und Tintenfisch sollten Besucher der Bar la Viña unbedingt den hausgemachten Käsekuchen probieren (Nr. 3, www.lavinarestaurante.com). Überbackene Pilze, Schinken und Anchovis zieren den Tresen der Bar Gandarias (Nr. 23, www.restaurantegandarias.com). Fleischkroketten und idiazabal, baskischer Schafskäse, gehören zu den Spezialitäten von Txuleta (Nr.40, an der Plaza de la Trinidad, www.txuletarestaurante.com). Meersalz, eingelegte Paprika, Schinken, Fischspezialitäten, Öl und Wein sind feine kulinarische Mitbringsel, etwa aus dem Delikatessengeschäft SSF (República Argentina 4, www.sansebastianfood.com).

Einkaufen

In der kleinen Ladengalerie Koloreka verkauft die Illustratorin Nerea Urrestarazu Foto-Collagen, Illustrationen und Zeichnungen (San Jerónimo 19, www.koloreka.com). Als "New Basque style" bezeichnet das Label Minimil seine Kreationen. Die Designerin Contxu Uzkudun und ihre Töchter Ana und Beatriz entwerfen klassische Damenmode aus edlen Stoffen (Elkano 7, www.minimil.es). Handwerkskunst aus der Region füllt die Regale von Alboka, darunter Schmuck, Keramik und T-Shirts mit baskischen Symbolen wie dem geschwungenen Kreuz "Lauburu" (Plaza de la Constitución 8, www.albokaartesania.com).

Ablegen

Das Walfangschiff "San Juan", Symbol für die große Bedeutung der baskischen Seeindustrie im 16. Jahrhundert, wurde in der rund fünf Kilometer östlich gelegenen Bucht von Pasajes (Pasaia) gebaut. Sie lässt sich per Boot (www.turismopasaia.com) erkunden, z. B. vom Ort Trintxerpe zum Kultur- und Schiffbauzentrum Albaola, das die Geschichte des Walfangs dokumentiert (www.albaola.com). In den Ortsteilen von Pasajes rund um die Bucht, etwa den Pasajes de San Juan (Pasai Donibane) schlendern Besucher durch Gassen, besichtigen das Feriendomizil Victor Hugos (C/ Donibane 63, Tel. 0034-943-34 15 56) oder gehen auf kulinarische Safari in den vielen Fischlokalen, etwa dem Ziaboga (C/ Donibane 91, www.ziabogapasaia.com).

Übernachten

Auf skandinavisch anmutendes Design, helle Zimmer und einen Jacuzzi auf der Dachterrasse setzt das neue Hotel Zenit nahe dem Bahnhof (C/ Antonio M. Labaien 1, http://sansebastian.zenithoteles.com, DZ ab 70 €).

Am Fuß des Igeldo liegt das frisch renovierte NH Aránzazu mit freundlichen Zimmern und leckerem Frühstücksbuffet (Vitoria-Gasteiz 1, www.nh-hoteles.es, DZ ab 80 €).

Wirklich kein Schnäppchen, aber ein Hingucker: das mehr als 100 Jahre alte, rundum aufgefrischte Fünf- Sterne-Hotel Maria Cristina in einem Belle-Époque-Gebäude am Ufer des Flusses Urumea (Paseo República Argentina 4, www.hotel-mariacristina.com, DZ ab 280 €).

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