Andalusien: Zehn gute Gründe für Córdoba

Das andalusische Córdoba ist für seine jüdische Altstadt mit seinen engen Gassen und sein Architekturwunder, die Mezquita, bekannt. Zehn Tipps zum Flanieren, Staunen und Genießen
In diesem Artikel
UNESCO-Welterbe - die Mezquita
Judería
Essen & Trinken
Übernachten

Das maurische Erbe

Wer durch Córdobas Gassen streift, begibt sich auf eine Zeitreise durch die Jahrhunderte. Vor allem die Mauren, die die Stadt 711 n. Chr. einnahmen, hinterließen in Andalusien ihre Spuren.

Seine Blütezeit erlebte Córdoba unter Abd ar-Rahman III. (912-961 n.Chr.). Unter dem "Kalifen", wie er sich selbst nannte, wurde Córdoba nicht nur eine angesehene Universitätsstadt, sondern auch die größte Stadt Westeuropas.

Kein Wunder, dass im 10. Jahrhundert hier auch eines der bedeutendsten islamischen Gebäude entstand: die Mezquita. Die große Moschee mit ihren fast 23.000 Quadratmetern war einst die größte Moschee der Welt.

Die Mauren brachten aber nicht nur ihre Religion in die Stadt, sondern auch ihre Kultur: z. B. ihre Badeanstalten und Gärten mit Springbrunnen sowie die blumengeschmückten Innenhöfe, die Patios. Wer nach der Erkundungstour durch Córdoba eine "maurische" Entspannung braucht, findet diese am besten in einem arabischen Bad.

Hammam Al Ándalus Córdoba

In frühen Zeiten gab es 60 dieser Bäder. Arabische Süßigkeiten und Minztee werden aber erst nach dem Bad und einer Massage gereicht. Badekleidung ist Pflicht, und man sollte unbedingt vorher reservieren.

C/ Corregidor Luís de la Cerda, 51,

www.hammamaalandalus.com

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Im jüdischen Viertel herrscht entspanntes Treiben. Nach einem Streifzug durch die engen, verwinkelten Gassen lädt die Judería mit unzähligen Bars und Restaurants zum Verweilen ein

UNESCO-Welterbe - die Mezquita

So wie die Alhambra zu Granada gehört, ist Córdoba untrennbar mit seinem steinernen Wahrzeichen verbunden: der prächtigen, am Ufer des Guadalquevir thronenden Mezquita.

Die einstige Moschee wurde 785 als Gotteshaus unter Abd ar-Rahman I. eröffnet.

Bis ins 10. Jahrhundert wurde das architektonische Meisterwerk durch verschiedene Anbauten erweitert. Nach der Rückeroberung der Stadt durch die Christen wurde 1523 inmitten der Moschee eine Kathedrale errichtet. Die Mezquita verbindet deshalb unterschiedliche Stilrichtungen und vor allem religiöse Elemente der westlichen Kultur und des Islams.

Besonders beeindruckend ist der innere „Säulenwald“ mit seinen mehr als 800 steinernen Säulen aus Marmor, Jaspis und Granit, die von rot-weißen Doppelbögen überspannt werden. Das schönste islamische Dekor befindet sich dort, wo einst die Kalifen beteten: im Mihrâb. Diese farbigen und goldenen Mosaike sollte man nicht verpassen.

Calle Cardenal Herrero 1,

www.catedraldecordoba.es

Tipp: Außer sonn- und feiertags ist der Eintritt morgens zwischen 8.30 bis 10 Uhr frei und die Mezquita kaum besucht.

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Beeindruckend: der Säulenwald der längst christlich geweihten Mezquita. Früher fasste sie als Versammlungsmoschee über 20.000 Menschen

Judería

Ab 711 erlebten die jüdischen Gemeinden ihr goldenes Zeitalter in Spanien. Mehr als 300 Jahre konnten die Juden in Al-Andalus, wie die arabische Bezeichnung für Spanien lautet, nicht nur ihre Religion frei ausüben, sondern auch einen Großteil der Gelehrten und Kaufleute stellen.

Heute gehört die jüdische Altstadt genau wie die Mezquita zum UNESCO-Welterbe und zu den größten Attraktionen der Stadt. Das Gewirr der kleinen Gassen und Plätze, der weißen Häuser mit ihren begrünten Innenhöfen grenzt gleich an die Mezquita. Eine der wenigen in Spanien noch existierenden Synagogen ist hier ebenfalls zu finden. Die berühmteste Straße ist die Calleja de las Flores, die Blumengasse.

www.turismodecordoba.org

Patio Festival

Schon die Römer, die „Corduba“ 169 v. Chr. gründeten, machten aus der Not eine Tugend und bauten in ihre Wohnhäuser einen Schatten spendenden, kühlen Innenhof. Die Mauren fügten den Brunnen in der Mitte des Hofes hinzu. Noch heute findet man in Córdoba viele dieser Patios. Jedes Jahr Anfang Mai öffnen die Bewohner ihre schmiedeeisernen Tore und gewähren zum „Festival y Concurso de Patios Cordobeses“ auch Fremden Einblick in ihr privates Paradies. Der schönste Patio wird am Ende des Festivals sogar ausgezeichnet.

www.patiosdecordoba.es

Tipp: Wer nicht im Mai vor Ort ist, kann auch auf das Patio-Museum im Palacio de Viana ausweichen. Hier kann man zwölf verschiedene Patios besichtigen.

Plaza de don Gome, 2,

www.palaciodeviana.org

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Aussicht vom ehemaligen Wehrturm „Torre da Calahorra“ auf die Stadt und die alles überragende Mezquita. Die römische Brücke war früher Teil der Handelsroute Via Augusta

Essen & Trinken

El Puerto

Euphorisch erklären die sympathischen Kellner ortstypische Gerichte, die wohl auf keiner Speisekarte in Córdoba fehlen: das berühmte Stierschwanzragout (Rabo te toro) oder eine besonders zubereitete Creme aus Weißbrot, Olivenöl und Tomaten (Salmorejo). Bekannt ist das „El Puerto“ vor allem aber durch seine köstlichen Gambas.

Calle Rivera/am Plaza Tendillas

Bar Santos

Über den Tresen dieser kleinen Tapas-Bar direkt an der Mezquita werden seit fast 50 Jahren täglich köstliche Kartoffelomeletts geschoben - man sagt die besten und berühmtesten der Stadt. Die Tapas-Rationen sind überdurchschnittlich groß und lecker in der wenig touristischen und legendären Bar. Wer keinen Tresenplatz bekommt, macht es sich wie die anderen Gäste samt Tapas an den Mauern der Mezquita gemütlich.

Calle Magistral González Francés 3,

www.tabernabarsantos.com

Taberna Sociedad de Plateros

Im nordöstlichen Stadtteil San Lorenzo kommt in dieser alteingesessenen Taverne mit großem Patio neben traditionellen Gerichten vor allem Fisch auf den Tisch. Es gibt Kabeljau in allen Variationen, typischerweise auch als Stockfisch. Obendrein ist die Taverne der Weinroute Montilla-Moriles angeschlossen.

C/Maria Auxiliadora 25,

www.sociedadplateros.com

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Blick aus der Gebetshalle auf den Orangenhof und Glockenturm der Mezquita. Im Turm befinden sich die Reste des Minaretts aus maurischer Zeit

Übernachten

Independant Travellers Hostel

Direkt am Guadalquevir liegt dieses Hostel, das von dem sympathischen Inhaber Kevan geführt wird. Kevan verrät seinen Gästen gern ein paar seiner persönlichen Córdoba-Tipps. Die großzügige Dachterrasse, die einen grandiosen Weitwinkelblick über den Fluss, die römische Brücke und das sanft hügelige Umland bietet, ist der Liebling aller Gäste.

Paseo de la Ribera, 4,

www.hostelworld.com

Pension Los Arcos

Nur fünf Minuten sind es von der familiären kleinen Pension zur Mezquita. Das Haus verfügt über 17 Zimmer, die alle um den traditionellen begrünten Innenhof liegen. Die Gästezimmer sind typisch spanisch: schlicht, aber gemütlich eingerichtet. Eine unauffällige Treppe führt zu einem kleinen „Turmzimmerchen“, das einen offenen Blick über Córdobas Dächer bietet. Wer in diesem Turm wohnt, muss allerdings bis zum Bad gut 30 Treppenstufen abwärts laufen.

C/. Romero Barros, 14,

www.pensionlosarcos.com

La Hospedería de Churrasco

Mitten im Herzen der Judería liegt dieses schöne Hotel. Der Gast hat die Wahl zwischen neun exquisiten und individuell eingerichteten Zimmern mit antiken Möbeln. Die Gästezimmer sind nach berühmten spanischen Künstlerpersönlichkeiten benannt wie dem Maler Julio Romero de Torres aus Córdoba. Zum Hotel gehört auch das legendäre Restaurant „El Churrasco“ mit hauseigenem Weinkeller. Eine der besten Adressen der Stadt.

C/ Romero 38,

www.elchurrasco.com

Tipps von Dörte Nohrden

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