Hiergeblieben: Fünf Wanderwege in Deutschland

Im Allgäu vom Himalaya träumen, im Rhön-Wald untertauchen: Unsere GEO SAISON Autoren empfehlen fünf Strecken, für die sie immer wieder die Stiefel schnüren würden
In diesem Artikel
Der Königsweg
Die wilde Ammerschlucht
Die Lüneburger Heide
Der Allgäuer: Laufbacher Eck-Weg
Der Hochrhöner: Rhön to go

Der Königsweg

Für das Sommerglück in den Bergen.

Der Königsweg in Bayern:

ANREISE

Über die A 95 von München nach Garmisch und von da weiter auf der B 2 bis nach Klais (hier gibt es auch einen Bahnhof). Ab Klais führt eine Mautstraße (3 € pro PKW) an Schloss Kranzbach und Schloss Elmau vorbei bis zu einem Parkplatz, von dem aus ein Wanderweg mit zwei Varianten zum Königshaus am Schachen führt. Der ausgeschilderte KÖNIGSWEG über die Wettersteinalm ist sowohl bei Wanderern als auch bei Mountainbikern beliebt.

Wer ab Wettersteinalm den Pfad nimmt, geht vorbei an wuchtigen Felswänden zum Schachentor (Gehzeit: ca. 3,5 Std., Radzeit: ca. 1,5 Std.).

Alternativ kann man von Garmisch über die Partnachklamm und den KÄLBERSTEIG aufsteigen (Gehzeit: ca. 4,5 Std.). Das Königshaus am Schachen hat von Ende Mai bis Mitte Oktober geöffnet. Täglich finden Führungen statt, um 11, 13, 14 und 15 Uhr (Eintritt 4 €).

Am 25. August, zu Ludwigs Geburts- und Namenstag, wird ein Gottesdienst auf der Wiese vor dem Schloss abgehalten. In der Nacht davor wird das sogenannte Ludwigsfeuer entzündet. Historische Informationen und eine Broschüre zum Herunterladen finden sich auf den Internetseiten der Bayerischen Schlösserverwaltung, DZ/F ab 70 €, www.schloesser.bayern.de.

ÜBERNACHTEN

BERGGASTSTÄTTE AM SCHACHEN.

In der Berggaststätte am Schachen, dem ehemaligen Bedienstetenhaus, kann man im Zimmer und im Lager übernachten. Im Gasthof bekommen Wanderer Leberknödelsuppe, Brotzeitteller und Spinatspätzle serviert.

DZ/F ab 70 €, Reservierung unter Tel. mobil 0172-876 88 68, Ü 15 € pro Person, Lager 10 €, www.schachenhaus.de.

SCHLOSS ELMAU.

Im Tal schlafen Besucher in Klais sehr gediegen und zu entsprechenden Preisen in den Schlössern Elmau und Kranzbach. Das Fünf-Sterne-Haus „Schloss Elmau“ bezeichnet sich als „Luxury Spa & Cultural Hideaway“. Es verfügt über 128 Zimmer vier Spas, mehrere Restaurants sowie einen Konzertsaal. Krün, Tel. 08823-1 80, DZ ab 210 €, www.schloss-elmau.de.

DAS KRANZBACH ist ein Vier-Sterne-superior-Hotel, ebenfalls mit großem Spa. Kranzbach, Tel. 08823-92 80 00, DZ/HP ab 300 €, www.daskranzbach.de.

HAUS ZUFRIEDENHEIT.

Etwas schlichter und rustikaler geht es im Haus „Zufriedenheit“ in Partenkirchen zu. Mit seinen Lüftlmalereien, dem Garten und den mit viel Holz ausgestatteten Zimmern ist es der Inbegriff eines kleinen bayerischen familiengeführten Hotels.

Garmisch-Partenkirchen, Professor-Wackerle-Str. 8, Tel. 08821-24 05, DZ/F ab 70 €, www.gaestehaus-zufriedenheit.de.

Tipps von Andreas Lesti

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Wanderglück in Deutschland: Die Rhön to go

Die wilde Ammerschlucht

Ob er aber über Oberammergau oder aber über Unterammergau oder aber überhaupt nicht kommt, ist einem bayerischen Volkslied zufolge „nicht gewiss“. Ganz gewiss ist aber, dass sich die Ammer, grob gesagt zwischen Unterammergau und dem Ammersee, durch eines der schönsten Täler Bayerns schlängelt.

Die Wanderung durch die wilde AMMERSCHLUCHT beginnt in Peiting und führt einen Abschnitt des „Münchner Jakobsweges“ entlang nach Rottenbuch. Jahrtausendelang hat sich die Ammer hier durch die Felsen gegraben und eine tiefe Schlucht geschaffen. Der Wald steht voll von seltenen Pflanzen, etwa Deutsche Tamariske und Alpen-Leinkraut, die durch den Schatten und die Feuchtigkeit ideale Bedingungen vorfinden. Mit etwas Glück sieht man Weißrückenspechte und Steinadler.

Zwischendurch lässt man die Füße ins eiskalte Wasser baumeln, wer mutig ist, springt von Felsvorsprüngen in tiefe Becken hinein. Am Ende der Schlucht geht es über Stiegen und steile Pfade hinauf nach Rottenbuch, wo es ein ehemaliges Augustinerkloster mit einer Rokoko-Kirche zu besichtigen gibt. Ziel der Wanderung ist der Biergarten am Klosterhof.

Schlucht und Pfaffenwinkel sind Teil des König-Ludwig-Wegs:

www.koenig-ludwig-weg.de.

ÜBERNACHTEN

LANDHOTEL MOOSBECK-ALM.

Wer nicht wieder zurückwandern will, findet im nahen Moos dieses mit etwas viel Kitsch dekorierte Drei-Sterne-Hotel. Schöner Garten mit Pool. Rottenbuch, Moos 38, Tel. 08867-9 12 00, DZ/F ab 72 €,

www.moosbeckalm.com.

Tipps von Titus Arnu

Die Lüneburger Heide

Eine klassische Einstundenwanderung nach Wilsede, die man am besten etwas abweichend von der Originalstrecke des Pastor-Bode-Wegs in Sudermühlen beginnt (großer Parkplatz vor empfehlenswertem Restaurant), führt erst am Ostrand der Sudermühler Heide südwärts und nimmt dann den Pastor-Bode-Weg auf.

Man kreuzt das Radenbachtal und schlängelt sich in sanften Schwüngen durch die Wacholderheide hügelaufwärts nach Wilsede, einem autofreien Ensemble alter Heidjer-Häuser. Mit der Pferde-Kutsche geht es, etwa nach einem Imbiss im Gasthaus „Zum Heidemuseum“, zurück nach Sudermühlen. Die LÜNEBURGER HEIDE blüht im August/September.

EINKEHREN

CAFÉ AUGUSTENHÖH.

Im nahen Hanstedt bietet dieses Jugendstil-Café mit großem Garten hinter Natursteinmauern selbstgebackene Kuchen (sehr zu empfehlen: der russische Zupfkuchen) und abends gute Regionalküche. Auch vier nette Gästezimmer hat das am Waldrand gelegene Haus. Hanstedt, Manskuhlenberg 25, Tel. 04184-88 80 59, DZ/F ab 60 €; Mo/Di geschl.

Tipps von Claus-Peter Lieckfeld

Der Allgäuer: Laufbacher Eck-Weg

In der Wiese unterm Laufbacher Eck, dem 2178 Meter hohen Gipfel des gleichnamigen Wanderwegs, habe ich mein Lieblingsmesser verbummelt.

Es geschah beim Picknick, mir war nach der ZickzackÜberquerung der monstersteilen Grashänge wohl zu euphorisch zumute, außerdem lenkte mich das Panorama vom konzentrierten Semmelschmieren ab: Fast senkrecht ragen hier die vier Zacken der Höfats, auch „Allgäuer Nanga Parbat“ genannt, vom Oytal in den Himmel, dahinter türmen sich die zerklüfteten Hochalpen auf.

Vermutlich ist es in Richtung des blau funkelnden Seealpsees gekullert, oder das Blumenmeer aus Enzian und Eisenkraut hat es verschluckt.

Wer zufällig darüber stolpert – es ist ein Opinel mit reingeschnitzten Herzchen –, bekommt als Finderlohn ein köstliches Glas frische Buttermilch auf der Käseralpe beim Abstieg spendiert. Und der Chor der Murmeltiere wird zum Dank ein Pfeifkonzert anstimmen.

Beschreibung der nicht ganz leichten Wanderung ab Nebelhorn unter: www.oberstdorf.de

ÜBERNACHTEN

PRINZ LUITPOLD HAUS.

Auf 1846 Metern steht diese Hütte, umgeben von den grauen Gipfeln der ALLGÄUER ALPEN. Deftige Bergsteigerkost und günstige Schlafstätten im Mehrbettzimmermachen das Haus zum beliebten Ziel für Alpinisten, Klettersteiggeher und Wanderer.

Über Bad Hindelang, Tel. 08322-70 01 54, Schlafplatz ab 16 €,

www.prinz-luitpoldhaus.de.

Tipps von Katja Trippel

Der Hochrhöner: Rhön to go

„So, hier ist Schluss“, sagt der Taxifahrer. Er hält an einem Forstweg und nickt mit dem Kopf in Richtung des Waldsaums. Wir stehen mitten in Deutschland und doch in einer Abgeschiedenheit, die man kaum für möglich hält. „Weiter darf ich nicht fahren.“ Er öffnet den Kofferraum, und wir laden uns die Rucksäcke auf. Rund 20 Euro hat die Fahrt von Bad Kissingen an den Start des Wanderwegs gekostet. In der Stadt hatte man uns dazu geraten, die ersten Kilometer seien „eher öde“, aber dann werde der Weg „ein Traum“.

Der Hochrhöner ist ein Premium-Wanderweg, dieses Siegel wird vom Deutschen Wanderinstitut vergeben, es zeichnet Wege aus, die besonders abwechslungsreich sind. Anfangs geht es einen Forstweg hinauf, dann folgen wir schmalen Pfaden, die sich durch dichten Mischwald winden, Hügel hinauf, Hügel hinab.

Wir queren über Holzstege ein Moor, schauen den Segel- und Modellfliegern auf der Wasserkuppe zu, dem höchsten Berg der Rhön, und verschwinden dann erneut im dichten Grün. Schon nach wenigen Minuten hat uns der Wald verschluckt, Vögel zwitschern, der Wind rauscht in den Baumkronen. Erst morgen Abend werden wir wieder auftauchen.

Auf der Website www.rhoentourist.de findet man eine genaue Beschreibung aller Etappen des rund 175 Kilometer langen Wanderweges „Hochrhöner“. Der von uns favorisierte Abschnitt beginnt kurz hinter Bad Kissingen und endet in Tann, von wo aus man per Bus leicht nach Fulda kommt und damit Anschluss an das ICE-Netz hat.

ÜBERNACHTEN

RHÖNHÄUSCHEN.

Rote Ziegel, eine in den Jahren gedunkelte Holzfassade: Tief im Wald liegt dieses bezaubernde Hotel. Die Zimmer sind klein, dafür ist das Essen sehr gut, und das vorzügliche Frühstück stärkt für die nächste Etappe.

Bischofsheim, Rhönhaus 1, Tel. 09772-3 22, DZ/F ab 85 €, www.rhoenhaeuschen.de

LOTHAR MAI HAUS.

Zwischen Wiesen und Wald, mit Blick auf eine sanfte Hügellandschaft und ihre Lichtungen, steht entlegen dieses Hotel, das den Namen des Mannes trägt, der hier in den Fünfzigerjahren ein Ferienhaus für die Eisenbahnarbeiter des Ausbesserungswerks in Fulda bauen ließ.

Für deren Nachfolger (Angestellte sind auch willkommen) und alle anderen Gäste gibt es sogar ein hübsches Schwimmbad und eine kleine Wellness-Abteilung.

Hofbieber-Steens, Lothar-Mai-Str. 1, Tel. 06657-9 60 80, DZ/F ab 106 €,

www.hotel-lothar-mai-haus-rhoen.de

Tipps von Dirk Lehmann

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