Interview Nasse Füße und nette Mönche

Auch außerhalb der Monsunzeit kann es regnen, Mönche sind unterhaltsame Mitfahrgelegenheiten, und nicht jeder Thai ist nett: Das sind die bisherigen Erkenntnisse der GEO Special-Weltreisegewinner

Wo sind Sie momentan?

Im thailändischen Nationalpark Khao Yai.

Was gab es heute Morgen zum Frühstück?

Eier, Melone und Chips aus dem Visitor’s Centre des Parks.

Was sehen Sie, wenn Sie aus dem Fenster gucken?

Eine Affenfamilie, die auf dem gegenüberliegenden Bungalow herumklettert und gerade von einer Angestellten des Nationalparks Essensreste und Reis vom Vortag bekommen hat. Wenn ich auf sie zugehe, starren mich die Affenbabys und ihre Eltern nur an und rühren sich kein Stück. In Khao Yai ist es eher so, dass die Menschen von den Tieren geduldet werden und nicht umgekehrt.

Flip-Flops oder Wanderschuhe?

Hier sind eindeutig Wanderschuhe angesagt. Bei unserer Ankunft gestern machte der Regenwald seinem Namen alle Ehre: Es regnete monsunartig. Meine Turnschuhe sind an der Seite aufgerissen, deswegen habe ich noch heute nasse Füße. Um Maditas Sandalen und Füße haben wir kurzerhand kleine Tüten geschnürt, weil ihre festen Schuhe im zweiten Rucksack in Pak Chong lagern.

Und wie ist das Wetter jetzt?

Heute Morgen war es noch sehr diesig, aber mittlerweile haben wir wieder schönsten Sonnenschein.

Das Highlight der letzten Woche?

Die Highlights hier waren der wunderschöne Huew-Suwat-Wasserfall, von dem Leonardo DiCaprio in "The Beach" runtergesprungen ist, und natürlich der erste wilde Elefant, den wir zufällig in der Nähe vom Narok Wasserfall entdeckt haben. Madita war vollkommen gebannt von dem Anblick.

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Von wegen lauffaul: Madita und Mutter Julia unterwegs im Khao-Yai-Park

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Wasserfallhopping im Nationalpark: Die reisende Kleinfamilie vor dem Huew-Suwat-Wasserfall

Der Tiefpunkt der letzten Woche?

Der Tiefpunkt war sicherlich unsere Ankunft in Pak Chong bei Mike von "Bobby's Jungle Tours". Obwohl wir keine bestimmte Zeit abgemacht hatten, war er mehr als griesgrämig, dass wir erst am späten Abend angekommen sind. Dass der Bus von Bangkok schon mit einer Stunde Verspätung losgefahren ist und wir statt der angekündigten zweieinhalb fast vier Stunden unterwegs waren, interessierte ihn nicht. Drei Tage zuvor hatte ich mit Mike telefoniert und ihm erzählt, dass wir mit unserer fünfjährigen Tochter reisen, die unbedingt ein paar wilde Tiere sehen möchte, und dass wir als Familie eine Tour bei ihm buchen wollen. Am nächsten Morgen sagte er uns dann, dass Madita die Tagestour nicht mitmachen könne, aufgrund der längeren Laufstrecken. Unerwünscht, wie wir uns fühlten, machten wir dann nur die "kindertaugliche" Halbtagestour und fuhren gestern auf eigene Faust nach Khao Yai.

Wie reisen Sie momentan?

Wir sind weiterhin per Anhalter unterwegs. Der tollste Mensch, der uns heute mitgenommen hat, war ein buddhistischer Mönch. Er fuhr einen ziemlich lauten, abgehalfterten Chevy, schenkte Madita Wasser und Bonbons und unterhielt sich pausenlos und voller Freude mit uns, obwohl wir kein Wort verstanden. Er war sehr liebenswürdig und wir fragten uns, wie er so dick werden konnte, wenn buddhistische Mönche doch nur bis zwölf Uhr mittags essen dürfen.

Wenn Sie mit drei Dingen momentan auskommen müssten, wären das ...?

Hier wären es ganz sicher festes Schuhwerk, Regenjacke und Klopapier.

Das schönste Souvenir aus dem Khao Yai?

Unser schönstes Souvenir aus Khao Yai sind sicherlich die vielen Bilder, die wir von den wilden Tieren machen konnten.

Wichtigste Erkenntnis seit dem letzten Interview?

Bleib nicht bei unfreundlichen Menschen und sei auch in der Nicht-Monsunzeit auf einen ordentlichen Platzregen gefasst.

Tipp der Woche?

Man braucht nicht unbedingt einen Guide in Khao Yai. Es lässt sich vieles auf eigene Faust entdecken. Unter der Woche ist weniger los und man kommt problemlos per Anhalter durch den Park.

Maditas Statement der Woche?

Zu unserer Unterkunft in Khao Yai: "Papa, wir schlafen in einer kleinen Stinkebude!"

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Ganz schön was los in der Fledermaushöhle

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