Verborgene Schätze Zehn Geheimtipps im Stadtzentrum von Krakau

Mitten in der Altstadt, wo sich Reisegruppen auf die Füße treten, haben wir erstaunliche Plätze entdeckt: Wir verraten Ihnen, wo die Krakauer die wildesten Feste feiern, wo ein Krokodil wohnt, wer die besten Piroggen kocht und wo sich der polnische Bonsai-Club trifft
Krakau

Krakau verbirgt viele unbekannte Restaurants, Museen und Bars, die sich in unmittelbarer Nähe zum Stadtzentrum befinden.

1. Mittelalterliche Kirche mit neuen Kunsteinflüssen

Den Schmerz Jesu bringen die Fenster der Franziskanerkirche zum Glühen. Ende des 19. Jahrhunderts färbte der bekannteste polnische Sezessionskünstler Stanislaw Wyspiański die Fenster und Fresken und machte die gotische Backsteinkirche zur Pilgerstätte für Jugendstilfans. Zum Glück überstand sie, wie fast ganz Krakau, den zweiten Weltkrieg fast unbeschadet.

2. Vegetarische Küche mit mittelalterlichem Charme

Im Grünen schwelgen die Gäste des Chimera. Der Hinterhof des Restaurants ist dicht bewachsen, die Salatbar ist 30 Meter lang und bietet eine riesige Auswahl an Smoothies und vegetarischen Gerichten. Berühmt ist ihr Sauerkrautsalat. Im Kellergewölbe aus dem 14. Jahrhundert wird ehrlich und polnisch gekocht. Hier prasselt auch ein Kamin.

3. Eine Hommage an das polnische Theater

Die verrückten Inszenierungen des Theaterregisseurs Tadeusz Kantor treibt das Museum Cricoteka auf die Spitze. Das alte Kraftwerk spiegelt sich im Überbau, in den Räumen werden die vielen Theaterarbeiten des Freidenkers und Regimekritikers gefeiert, ein Pionier des absurden, politischen Theaters. Es gibt dort auch viele Workshops und Filmreihen.

4. Polnische Plakatkunst ergründen

Die Plakatkunst blühte im sozialistischen Polen. Viele Künstler nutzten die Allerweltsposter für Bühnen- und Opernspektakel als Forum abseits der Zensur. Jan Lenica schaffte es 1964 auf die Documenta. Die Galeria Plakatu zeigt und verkauft die schönsten Plakate (auch als Postkarten).

5. Feierabendliche Live-Konzerte erleben

An der Decke baumelt ein ausgestopftes Krokodil. Auf den Regalen des Alchemia stapelt sich Krimskrams, an den Wänden hängt neue und alte Kunst, und wer mit den Bohemiens von Kazimierz auf den Tischen tanzt, schließt deutschpolnische Freundschaften fürs Leben.

Alchemia Bar, Karkau

Im »Alchemia« begegnen sich die Künstler des Kazimierz-Viertels, die ihre Bar gleich selbst gestalteten.

6. Polnische Küche der Extraklasse

Immer der Nase nach: Der Duft von Forelle mit Apfel, Brennnesselsuppe und Tatar mit Wodka lockt aus der engen Gasse ins Pod Nosem (»Unter der Nase«). Przemyslaw Bilski lernte in London und wurde für seine Neuinterpretation der polnischen Küche vom Gault-Millau ausgezeichnet.

7. Japansiche Kunst im Herzen der Stadt

Manggha war das Pseudonym des Japannarren Feliks Jasieński, der schon 1900 Kunst aus dem fernen Osten sammelte. Das Manggha-Museum zeigt die schönsten der 6500 Kunstwerke. Im modernen Gebäude gibt es Filmreihen und Infoveranstaltungen des lokalen Bonsai-Clubs.

8. Stilvoll Übernachten

Hinter den Gründerzeitfassaden mitten in der Altstadt betreiben zwei Schwestern zwei Hotels, die sich Rezeption und Frühstücksraum teilen. Hotel Amber ist etwas bodenständiger als das Amber Design nebenan.

9. Traditionelle Milchbar mit tollem Frühstück

Allein für die Quark-Pierogi lohnt das lange Warten auf einen Tisch. Die Portionen in der Millkbar Tomasza sind groß, die Preise niedrig, wie früher, als »Bar Mleczny« (Milchbar) an jeder Straßenecke hungrige Arbeiter satt machte.

10. Moderne Kunst auf ehemaligem Fabrikgelände

In Oskar Schindlers alter Emaillefabrik ist reichlich Platz für Kunst und Kultur: Eine Gedenkstätte erinnert an den »Gerechten unter den Völkern«. Seit das moderne Mocak-Museum seine ambitionierte Sammlung der Gegenwartskunst ausstellt, wird das alte Industrieviertel Zabłocie südlich der Weichsel immer beliebter.

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