Kearvaig, Nördliches Hochland

Eine private Bucht für eine Nacht? Mit dieser Schutzhütte lässt sich dieser Traum schnell erfüllen. Sie liegt malerisch direkt an einem Sandstrand mit bestem Blick auf den meist rauen Atlantik und ist von sattem Grün umgeben. Alles, was Sie dafür tun müssen, um hier eine Nacht zu verbingen, ist zwei bis sechs Stunden zu wandern. Gleich zwei Routen verschiedener Schwierigkeitsgrade führen zu der kostenlosen Bothy in der Nähe des nordwestlichsten Zipfels der britischen Insel. Zwei bis maximal vier Personen können hier Unterschlupf finden. Es gibt Sitzgelegenheiten und eine Feuerstelle. In unmittelbarer Umgebung lassen sich der Leuchtturm Cape Wrath und die imposanten Klippen Clò Mòr erkunden

Eagle's Nest, Lewis

Hinter der Wand aus Geröll verbirgt sich ein kleiner Raum, der zwei Schlafplätze, eine kleine Feuerstelle sowie eine grandiose Aussicht über die umliegenden Klippen - an guten Tagen gar bis nach St.Kilda - bietet. Direkt am Abhang einer Klippe gelegen, ist diese Wanderhütte nur etwas für Schwindelfreie. Wer diese Eigenschaft vorweisen kann, läuft vom nächsten Parkplatz lediglich rund eine halbe Stunde durch eine unwirtliche Landschaft aus Steinen, Moosen und Farnen - bis sich die Gischt des an den Klippen brechenden Atlantiks auf die Haut legt. Die Bothy Eagle's Nest punktet mit einem Hang zu Romantik, in die Decke sind zwei kleine Fenster eingelassen - einschlafen unter Sternen zum Klang des Meeresrauschens ist also kein Problem.

Allt Scheicheachan, Östliches Hochland

In einem geschützten Tal des Cairngorms National Park liegt diese einsame Schutzhütte. Auf der rund dreistündigen Wanderung zur Bothy Allt Scheicheachan streift man die Kiefernwälder rund um das Blair Castle, trifft auf Wildgänse oder Rotwild und verliert sich dann immer mehr in der Wildnis. Zwei kleine abgetrennte Räume bieten Platz für zwei Besucher zur gleichen Zeit. Es gibt eine Sitzgruppe drinnen und draußen sowie einen Ofen. An kalten Tagen ist es daher besonders wichtig Feuerkohle mitzubringen, denn die Hütte ist kaum isoliert.

Ben Adler Cottage, Zentrales Hochland

"Anspruchsvoll", nennt Geoff Allan den Weg zu dieser Bothy mitten in den Highlands, direkt unterhalb des Ben Alder Massiv gelegen. Vor der Haustür sorgt ein Ausläufer des Loch Ericht für frisches Wasser. Die Hütte hat eine lange Geschichte und zählt zu den bekanntesten Wanderhütten in Schottland. Aber Vorsicht: Hier soll es spuken! Ein ehemaliger Besucher soll der Legende nach das Haus ab und an heimsuchen. Wer keine Angst hat dem Geist von McCook zu begegnen, findet in der Ben Adler Cottage sechs Schlafplätze, eine Sitzecke, zwei Öfen und viel Ruhe.

Kettleton Byre, Süd-Schottland

Am Ende eines steilen Hangs sind es vor allem die beiden roten Türen, die auf diese doch eher winzige Schutzhütte aufmerksam machen. Sie liegt in dem verschlafenen Umland des Dörfchens Durisdeer. Hier sind vor allem zwischen April und Mai viele Schäfer unterwegs. Das Weideland lädt zu tollen Tagestouren ein und so wird Kettleton Byre oftmals nur für eine ausgedehnte Mittagspause genutzt. Bis zu vier Menschen (wenn auch eng beieinander) können hier übernachten. Bei einer Tagestour lohnt auf jeden Fall auch ein Abstecher zum Drumlanrig Castle, schreibt Geoff Allan

The Secret Howff, Östliches Hochland

Wie der Name bereits verrät, ist der genaue Ort dieser Schutzhütte "geheim" und auch Geoff Allan gibt ihn in seiner Bothy Bible nicht preis. Alles, was man weiß ist, dass die Steinhütte 1953 von einer Gruppe Kletterer aus Aberdeen erbaut wurde. Wer sie findet, kann mit bis zu vier Personen Platz finden und sich über Komfort freuen.

Shenavall, Nördliches Hochland

Diese geräumige Hütte gilt als Flagschiff der Bothies in Schottland und ist entsprechend gut besucht. Wer hierher aufbricht, tut gut daran ein Zelt mitzunehmen, falls bereits alle Schlafplätze belegt sind. Zu der Beliebtheit dürfte vor allem die einzigartige Lage beitragen. An den Ausläufern des Fisherfield Forest mit Blick auf schroffe Hügel und auf einen See, könnte das Highland-Gefühl, das dieser Ort vermittelt, besser kaum sein. Der Autor Alfred Wainwright nannte diese Landschaft einst "the great wilderness". Aufzeichnungen und Schriftstücke belegen, dass Shenavall bereits seit mehreren Jahrhunderten Anlaufstelle von Wanderern gewesen ist. Und auch Prinz Charles nächtigte hier bereits, während seiner Schulzeit in Gordonstoun.

Cadderlie, Südwestliches Hochland

Geschützt und idyllisch zugleich liegt die Cadderlie-Hütte. Sie offeriert einen Blick über den Fjord Loch Etive im schottischen Argyll and Bute bis zu den Bergen Ben Cruachan und Ben Starav. "Es ist einer dieser Orte, an denen man sich nach fünf Minuten so wohl fühlt, dass man gleich den nächsten Besuch plant", schreibt Geoff Allan in seiner Bothy Bible. Zudem reicht die Geschichte der heutigen Schutzhütte bis ins 13. Jahrhundert zurück. Der berühmte schottische Folksänger Dougie Maclean widmete ihr gar ein Lied, da sein Großvater hier aufwuchs. In den zwei Räumen können bis zu vier Personen schlafen, zudem gibt es eine Sitz- sowie Leseecke und den obligatorischen Ofen

Camban, Nordwestliches Hochland

Das ehemalige Haus eines Schäfers stand fast 60 Jahre leer, nachdem der letzte Bewohner 1920 fortgegangen war. Einst führte hier auf dem Pass zwischen Glen Affric and Glen Lichd eine wichtige Handelsroute zwischen Skye und dem Nordwesten entlang, aber auch diese Zeiten sind längst vergangen. Fast wäre Camban also komplett verfallen. Dann aber machten sich zwei Familien, die ihre Söhne bei Kletterunfällen verloren hatten auf die Suche nach einem Ort, den sie in Gedanken an ihre Kinder herrichten konnten und stießen auf diese Hütte. Mit neuem Dach, Fenstern, Kamin, Ofen sowie zwei Schlafzimmern ist Camban nun eine beliebte Schutzhütte bei Familien. Sollte sie bereits belegt sein, liegt in der Nähe die Jugendherberge Alltbeithe.

Oban, Westliches Hochland

Über dem eher unbekannten Loch Morar thronend ist Orban eine der abgelegensten Schutzhütten in Schottland und lediglich zu Fuß erreichbar. Rund fünf Stunden sind erfahrene Wanderer hierher unterwegs. Der Weg kreuzt Flussläufe und gilt als anspruchsvoll. Dafür genießen Sie dann die Aussicht, die Ruhe und können ein belohnendes, wenn auch kühlendes Bad im See nehmen. Es gibt zwei getrennte Schlafräume sowie einen Dachboden, auf dem zur Not auch genächtigt werden kann. Allerdings ist die Hütte in Orban nicht das ganze Jahr über geöffnet. Zwischen Mitte August und Februar sind die Türen verschlossen.

The Scottish Bothy Bible

Geoff Allan: The Scottish Bothy Bible, The complete guide to Scotland's bothies and how to reach them, 2017, 304 Seiten, Texte auf Englisch, 19,99 Euro, erschienen bei Wild Things Publishing Ltd.

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