Die Küste Étretats

Monet war sehr fasziniert von der ständig wechselnden Tide an der Küste Étretats. Dort herrscht für rund sechs Stunden Niedrigwasser, ehe schnell wieder alles vom Meer bedeckt ist. In seiner Bibliothek findet sich zum Beispiel das Buch „La Mer“ von Jules Michelet – einem berühmten Historiker – der die Küste der Normandie als einen atmenden Organismus beschreibt. Er spricht vom „Puls des Meeres“ und das scheint auch Monet beeindruckt zu haben. Denn er nähert sich den unterschiedlichen Wasserständen in sehr vielen seiner Bilder an, und stellt das in einer dynamischen Malweise dar. Das ist etwas, was Fotografen nicht in dieser Form schaffen können. Diese tolle Fotografie zeigt einen einzigen Moment, den man in der Wissenschaft einen Felswatt nennt – der Zeitpunkt des Niedrigwassers und eine relativ langsam verlaufende Dynamik in der Tide.

Porte d’Aval und Aiguille

Diese Drohenenaufnahme zeigt den Felsbogen "Porte d’Aval" und die "Aiguille". Sie sind Zeichen der naturhistorischen Besonderheiten der Küste. Dieser Küstenabschnitt war schon vor Monet eine der Hauptattraktionen der Gegend. Auf diesem Bild sieht man sehr schön, wie dynamisch die Landschaft dort ist: die Flut, die alles umspült. Bei Niedrigwasser könnte man dort unten herumlaufen. Auch das Wetter vor Ort ist so dynamisch wie die See, die Farben ändern sich dauerhaft und die Reflexionen und Schatten dieser Felsnadel im Wasser sind besonders beeindruckend. Genau das ist es auch, was Monet fasziniert hat: Reflexionen und Schatten.

Haus und Garten Claude Monet

Diesen Garten hat Monet praktisch nur dafür angelegt, damit er Bilder malen konnte. Auch hier erlebt man seine Affinität zu Reflexion und Schatten: Dieser Teil des Gartens ist so arrangiert, dass man die Reflexionen im Wasser wahrnimmt. Dabei wirkt der Garten auf den Malerein und den Fotografien sehr groß, tatsächlich ist er aber relativ klein.

Die Küste im Abendlicht

Wie in Monets Malereien wird hier der Blick von oben auf die Küste geworfen. Auch hier spiegelt sich das Abendlicht der Sonne in dem Meer und die Reflexion beleuchtet quasi das Bild.

Monets Domizil

Monet lebte in jenem Haus direkt an dem Garten, den er angelegt hatte und dessen Farben ihn inspiriert haben. Monet war zwar auch Familienvater aber all das kam für ihn immer nach der Kunst. Er war 120 Prozent Künstler und hat alles gemacht, damit seine Überlegungen in Schwung kamen.

Das Tor zur Manneporte

Das ist der Durchgang, den man schon sehr lange Zeit durchqueren kann, um in Étretat diese speziellen Fels-Konstellationen zu erleben. Links herum geht es zur Manneporte ­– dem großen Tor. 

Der Küstenabschnitt

Die lange Küste im Hintergrund ist natürlich ein beliebtes Motiv. Und das war sie auch schon für Monet.

Die Manneporte

Die Manneporte – der monumentale Felsbogen, der an der Küste Étretats ins Wasser ragt. Bei Niedrigwasser kann man dort hindurchgehen. Das sind gewaltige Dimensionen, monumentalen Ausmaßes: Einige Klippen an der Küste sind über 100 Meter hoch. Auch Monet malte diese Bögen von der Steilküste aus – eines seiner Malereien zeigt die Manneporte beispielsweise von der anderen Seite. 

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