Deutschland Das perfekte Wochenende in Frankfurt

Hier kommen 15 gute Gründe, warum es sich durchaus lohnt, nicht nur für den Geschäftstermin oder den Langstreckenflug in die Mainmetropole zu reisen
Frankfurt am Main

Frankfurt hat wohl die einzige richtige Skyline Deutschlands, aber zwischen den Hochhäusern versteckt sich der Charme, der die Stadt für viele Einwohner lebenswert macht

Frankfurt hat seinen ganz eigenen Charme – den mag man oder eben auch nicht. Zwei beliebte Vorurteile: die Stadt sei langweilig und eher das hässliche Entlein unter den deutschen Großstädten. Stimmt nicht, sagen die beim Thema Stadtstolz eher zurückhaltenden Frankfurter. Und damit haben sie recht: Hier sind nur einige gute Gründe, warum es sich durchaus lohnt, nicht nur für den Geschäftstermin oder den Langstreckenflug von Deutschlands größtem Airport in die Mainmetropole anzureisen

Was es in Frankfurt zu Erleben gibt

Hoch hinaus: Main Tower

Wer an Frankfurt denkt, der hat – neben dem Flughafen – natürlich als erstes die imposanten Bankentürme der einzigen echten Skyline Deutschlands im Kopf. Und warum diese nicht gleich nutzen, um sich erstmal einen Überblick zu verschaffen? Das geht am besten vom Main Tower aus. Er ist der einzige der Türme, dessen Aussichtsplattform ganzjährig für Besucher geöffnet ist. Von hier aus blickt man bis in den Taunus, und das bunte Treiben in den Straßen des Bankenviertels ist plötzlich ganz klein und stumm. Besonders spektakulär: der Blick auf den direkt gegenüber liegenden, Commerzbank Tower – das höchste Gebäude Deutschlands. Er stammt, wie auch die gläserne Reichstagskuppel, vom britischen Architekten Norman Foster.

www.maintower.de

Zeitreise in der Innenstadt

Wer von der Zeil aus ein paar Schritte gen Süden geht, steht bald mitten auf dem Römerberg und blickt auf Frankfurts beeindruckendes Rathaus. Gegenüber, hinter der sogenannten Ostzeile des Platzes, entsteht die Replik der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Frankfurter Altstadt. Hinter den urigen Fassaden versteckt sich jedoch Hightech-Ingenieurskunst in hochpreisigen Luxusapartments. Wer es authentischer mag, erklimmt lieber den nahegelegenen Dom – und genießt aus 66 Metern Höhe die Aussicht auf die Mainpromenaden.

www.dom-frankfurt.de

Frankfurts berühmtester Sohn

Großer Hirschgraben ist eine kulturell hoch angesehene Adresse – denn Haus Nummer 23 ist kein gewöhnliches: Hier wurde 1749 Johann Wolfgang Goethe geboren. Zwar ist das heute zu sehende Haus nur eine Rekonstruktion des im Zweiten Weltkrieg zerstörten, eigentlichen Baus, birgt aber die originale Einrichtung.  Denn sämtliche im Haus befindlichen Gegenstände wurden wohlweißlich während des Kriegs in Sicherheit gebracht und waren somit nicht von der Zerstörung betroffen. Alle vollständig eingerichteten Etagen und Räume des Goethe-Hauses sind zu besichtigen, im dritten Stock gibt es zudem eine Ausstellung, die vom Leben des bekannten Bewohners erzählt.

www.goethehaus-frankfurt.de

Den Main zu Füßen

Der schönste Weg, um in Frankfurt das Ufer zu wechseln, ist mit Sicherheit der Eiserne Steg. Die über 173 Meter lange Fußgängerbrücke aus dem Jahr 1868 verbindet die Innenstadt mit dem Schaumainkai am Sachsenhäuser Ufer. Und wer dieses betritt, dem zeigt sich plötzlich ein ganz anderes Frankfurt – nicht zuletzt wegen des veränderten Blickwinkels auf die plötzlich gar nicht mehr so nahen Bankentürme. Hier, an der südlichen Promenade des Mains, reiht sich Museum an Museum, und auf den Liegewiesen wimmelt es bei schönem Wetter nur so von sonnenhungrigen Städtern – kaum ein Plätzchen ist noch zu bekommen.

Römerberg

Auf dem Römerberg schlägt das historische Herz Frankfurts

Shoppen und Flanieren in Frankfurt

Bunte Meile

Ganz anders als das Bahnhofsviertel kommt die Berger Straße daher – für viele eine der schönsten Ecken der Stadt. Sie zieht sich quer durch zwei In-Viertel: Im unteren Teil im Nordend-Ost befinden sich unzählige kleine Cafés, Boutiquen, Second-Hand- und Trödelläden sowie kleine Kreativschmieden. Auf keinen Fall entgehen lassen sollte man sich eine Kugel Eis bei „Schweiger’s Mint“. Besondere Empfehlung: Chocolat Noir (Berger Str. 36, www.de-schweiger.de). Weiter oben in Bornheim trifft man sich vor allem abends – ein Drink im Schöneberger geht dann eigentlich immer.

Vom Rotlicht- zum Szeneviertel

Erst vor kurzem hat die Szene das Bahnhofsviertel für sich entdeckt. Lange war es aufgrund des Rotlicht- und Drogenmilieus in Verruf geraten, wirklich gern war hier niemand unterwegs. Doch seitdem ein hipper Laden nach dem nächsten aufmacht, steigt das Ansehen des Quartiers – und damit natürlich auch gleich die Mieten. Wie der kleine, von über hundert verschiedenen Nationen bewohnte Stadtteil in den nächsten Jahren von der Gentrifizierung betroffen sein wird, bleibt abzuwarten. Seinen rauen Charme konnte das Bahnhofsviertel aber noch nicht ganz ablegen – was nun auch dazu führt, dass einer der traditionsträchtigsten Läden seinen Wegzug angekündigt hat: Im Musikfachgeschäft „Cream Music“ kauften bereits Elvis, John Lennon und die Rolling Stones ihre Gitarren. Ab Ende 2017 wird der Laden von Bernhard Hahn dann in Sachsenhausen zu finden sein (www.cream-music.com). Also: Die Zeit bis dahin noch nutzen, und in dem geschichtsträchtigen Laden mit der schweren Holzvertäfelung vorbeischauen! Zur Stärkung danach am besten gleich ins Maxie Eisen – einem der gehypetesten Läden zurzeit. Die drei jüdischen Jungs servieren hier, passend zum internationalen Flair des Viertels, Pastrami Sandwiches wie in New York (Münchner Straße 18, http://maxieeisen.com).

Kaufrausch auf Frankfurter Art

In Frankfurt, das weiß jeder, sitzt das Geld. Wer also ein bisschen High-Society-Luft schnuppern möchte, drückt sich an den Schaufenstern der Luxus-Boutiquen in der Goethestraße die Nase platt. Wer aber lieber ein kleines, textiles Andenken möchte, stöbert in den individuellen Boutiquen und Designerläden im Sachsenhäuser Brückenviertel. Diese mischen sich hier bei Altstadt-Flair unter Gemüseläden und Bäckereien, was für viele den ganz besonderen Charme dieser versteckten Ecke ausmacht. Vorwiegend gibt es in den Läden des Quartiers Damenmode – aber auch für die Herren der Schöpfung findet sich das passende Souvenir: zum Beispiel in der Apfelweinhandlung von Jens Becker. Er verkauft hier nur Apfelweine aus regionalem Streuobst – und natürlich seinen eigenen Jahrgangsapfelwein. Prost! (Hebelstraße 1, www.villa-orange.de/apfelweinhandlung-jens-becker)

Apfelwein in Frankfurt

Das klassische Getränk in Frankfurt: der Apfelwein!

Essen, Trinken und Feiern in Frankfurt

Schlemmerparadies Kleinmarkthalle

Frankfurt ist eine Stadt, die sich gut erlaufen lässt. Seinen Rundgang startet man dabei am besten im Herzen der Stadt – auf der Einkaufsmeile Zeil. Von hier sind viele Sehenswürdigkeiten und Hotspots der Stadt nur einen Steinwurf entfernt. So auch ein echtes kulinarisches Paradies: die Kleinmarkthalle in der Hasengasse. Passend zu Frankfurts Multi-Kulti-Flair treffen hier von Montag bis Samstag klassische Marktatmosphäre und internationale Spezialitäten aufeinander. In dem eher unauffälligen Klinkerbau bieten rund sechzig Händler ihre Waren an, die sich in gemütlicher Atmosphäre probieren und genießen lassen. 

www.kleinmarkthalle.de

Süße Versuchung von verrückt bis klassisch

Bei Azko IImori ist alles ein wenig anders. Die Patisserie der japanischen Lebenskünstlerin in der Braubachstraße ist so schillernd und schräg wie sie selbst und vereint dabei japanische und französische Konditor-Kunst. Neben bunten Macarons und klassischen Croissants liegen Apfeltarte und Grüntee-Törtchen Seit an Seit in der Auslage. Das kommt in Frankfurt super an – der Sonntagsbrunch im Iimori ist stets ausgebucht, geht allerdings bis 16 Uhr, sodass Spätaufsteher mit Glück auch spontan noch einen Platz ergattern können (www.iimori.de/azko-iimori). Wer seine Lust auf Süßes ganz klassisch mit reichlich Schokolade stillen will, der sollte ein paar Straßen weiter die Chocolaterie von Jochen Opitz am Großen Hirschgraben besuchen (http://mail6945.wixsite.com/jochenopitz).

Gehobener Gaumenschmaus mit Mainblick

Ganz schön schmal kommt das siebenstöckige Haus am Mainkai Nummer 4 daher. Seit 2011 ist hier mit dem „Sevens Swans“ eines der einfallsreichsten und hochgelobten Restaurants der Stadt zuhause. Mit toller Aussicht auf den direkt gegenüberliegenden Main serviert das kleine Team hier monatlich wechselnde Fünf-Gänge-Menüs der besonderen Art. Für knapp unter hundert Euro kommen ungewöhnliche Gerichte wie Fasan mit Linsen und Perlzwiebel oder Wels mit Verjus, Majoran und Weißkohl auf den Teller. Und auch wenn ja bekanntlich Platz in der kleinsten Hütte ist – eine Reservierung vorab sollte man nicht vergessen.

www.sevenswans.de

Apfelwein: vom Bembel ins Gerippte

In Frankfurt trinkt man Apfelwein – das mag für Sachsenhausen vielleicht noch ein bisschen mehr gelten als für die anderen Stadtteile. Und wer diese Köstlichkeit in Gläsern probieren möchte, tut gut daran nach Ebbelwoi zu fragen, statt nach Apfelwein. Serviert wird er im Bembel, einem grauen Tonkrug mit blauen Verzierungen; getrunken wird er aus dem Gerippten, einem Glas mit rautenförmigem Muster. Südlich des Mains reihen sich die Ebbelwoi-Kneipen aneinander. Besonders bekannt: Frau Rauscher in der Klappergasse (www.frau-rauscher.com). Aber Vorsicht: In den Kopfsteinpflastergassen rund um den Affentorplatz trifft man im Sekundentakt auf Junggesellen- und –gesellinenabschiede. Wer keine Lust auf Ballermann-Trubel zwischen Eckkneipe und Karaokebar hat, geht lieber ins „Gemalte Haus“ in der Schweizer Straße (www.zumgemaltenhaus.de). Das ist mindestens genauso bekannt, ebenfalls mit Ebbelwoi – und natürlich auch mit den typischen Frankfurter Spezialitäten: Handkäs mit Musik und Grie Soß.

Unterirdisch bis überirdisch feiern

Hinter der unscheinbaren Fassade einer Ladenpassage mitten auf der Zeil verbirgt sich der Ein-, besser gesagt Abgang, zum unterirdisch gelegene „Gibson“. Der Club, bei dem auch Xavier Naidoo seine Finger mit im Spiel hat, gilt zurzeit als einer der besten Livemusik-Clubs Deutschlands. Regelmäßig finden hier Konzerte national sowie international erfolgreicher Künstler statt. Donnerstags spielt die hauseigene Band, freitags und samstags wird aufgelegt. Dann muss man auch keine Angst haben, den unscheinbaren Eingang zu verfehlen – die Schlange ist bereits von weitem deutlich erkennbar (Zeil 85-93, www.gibson-club.de). Wer es etwas szeniger mag, sollte lieber im nahegelegenen „Zoom“ (Brönnerstraße 5-9, https://zoomfrankfurt.com) oder „Silbergold“ (Heiligkreuzgasse 22, www.silbergold-club.de) vorbei schauen.

The Pure

Hält was der Name verspricht: Im The Pure erwartet die Gäste ein puritisches Designhotel

Gute Unterkünfte in Frankfurt

Five Elements Hostel
Im Herzen des Bahnhofsviertels gelegenen, ist das beliebte Hostel der ideale Ausgangspunkt für Erkundungstouren – und schont gleichzeitig den Geldbeutel. Nettes Personal und saubere wie moderne Zimmer und Gemeinschaftsräume sorgen für zufriedene Gäste aus aller Welt. Und wer mindestens drei Nächte bleibt, bekommt das Frühstück umsonst.

Moselstraße 40, Tel. 069 2400 5885, www.5elementshostel.de/frankfurt

The Pure
Ebenfalls direkt im Bahnhofsviertel liegt das kleine Designhotel, welches sich – wie der Name schon vermuten lässt – sehr puristisch zeigt. In schlichtem, geschmackvollem Weiß empfängt es die Gäste in familiärer Atmosphäre. Das Motto hier: „Fühlt euch wie zuhause!“ Nicht schwer in den herrlichen Altbau-Zimmern mit Parkett und beinahe vier Meter hohen Decken.

Niddastraße 86, Tel. 069 7104 570, www.the-pure.de

Jumeirah Frankfurt
Zentraler als das Jumeirah kann ein Hotel in Frankfurt kaum liegen: Direkt an der Einkaufsstraße Zeil erhebt sich der 96 Meter Hohe Turm aus Beton, Stahl und jeder Menge Glas. Das Hotel ist das Erste der aus Dubai kommenden Premium-Hotelgruppe auf dem europäischen Festland und bietet den Gästen seiner 217 Zimmer alles, was das Herz begehrt. Ein Muss beim Frühstück: der hauseigene „Skyline Honig“, der von fleißigen Bienen in den Stöcken auf dem Dach des Gebäudes produziert wird.

Thurn-und-Taxis-Platz 2, Tel. 069 2972 370, www.jumeirah.com

 

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