Martinique in der Karibik

Auf den ersten Blick ist sie eine typische Karibikinsel, die Natur zeugt jedoch von einer bewegten Vergangenheit. Die französische „Blumeninsel“ Martinique liegt zwischen den Nachbarinseln Dominica und St. Lucia. Die Mischung aus tropischer Wald- und Vulkanlandschaft macht sie zum beliebten Reiseziel, vor allem aus naturhistorischen Gründen. Die Montagne Pelée, der etwa 1400 Meter hohe Vulkan, brach 1902 so heftig aus, dass die einstige Inselhauptstadt dabei komplett vernichtet wurde. Überreste wie ein altes Theater zeugen von der Katastrophe, Wracktaucher erkunden die versunkenen Schiffe. Besucher können auch den Vulkan selbst besteigen, der seit 1932 schläft.

Die "Great Spas of Europe"

Lange, bevor der Wellness-Hype aufkam, entwickelte sich in Europa eine traditionelle Badehauskultur, die teils sogar im Mittelalter wurzelt. 15 europäische Kurstädte bewerben sich deswegen gemeinsam um den Welterbe-Titel als „Great Spas of Europe“, darunter die historischen Kuranlagen in deutschen Städten wie Wiesbaden und Bad Homburg sowie in Bath (England), Vichy (Frankreich) und Karlsbad (Tschechien, Foto).

Die pompöse Architektur des tschechischen Kurorts entspringt sowohl dem Historismus als auch dem Jugendstil und macht Karlsbad zum größten historischen Wellnesskomplex Europas. Wie die meisten anderen fürstlichen Städte erlebte Karlsbad seinen glamourösen Höhepunkt zu Beginn des 20. Jahrhunderts, indem es therapeutische Erholung mit schöngeistiger Kultur verband. Dies schlägt sich auch in der Umgebung der Heilbäder nieder, in der sich Parklandschaften, Theater, Museen und Flaniermeilen befinden. 

Die Landungsstrände der Alliierten

Noch immer erinnern versunkene Schiffe, Gräben und Bunkeranlagen an den D-Day, die Landung der Alliierten in der Normandie am 6. Juni 1944. Vor allem Deutschland und Frankreich setzen sich dafür ein, dass die Buchten zwischen den Küstenorten Ouistreham und Sainte-Marie-du-Mont Welterbe werden. Die Landungsstrände, darunter Omaha, Juno, Utah und Gold Beach (Foto) und wichtige Landmarken wie die Pointe du Hoc, sollen als historischer Gedenkort und faszinierende Küstenlandschaft erhalten bleiben. Vor allem Geschichtstouristen zieht es in die Normandie. Die hat aber noch mehr zu bieten: etwa die Klippen und Felsformationen der Perlmuttküste sowie die malerischen Orte Bayeux und Caen.

Trujillo in Spanien

Im entspannten Trujillo weht noch der Entdecker- und Eroberergeist durch die Gassen: Mindestens 56 spanische Konquistadoren, die bei der Kolonisierung von Mittel- und Südamerika dabei waren, stammten aus der zentralspanischen Kleinstadt in der autonomen Region Extremadura. Bekannteste Persönlichkeit: Francisco Pizarro. An ihn erinnert ein Reiterdenkmal auf der Plaza Mayor. Die alten Türme, Mauern und Bauten sind so gut erhalten, dass man sich in einer anderen Zeit wähnt. Dazu trägt bei, dass nur wenige Touristen durch Trujillo schlendern. Die hügelige Stadt bietet herrliche Ausblicke, um das eckige Kastell versammeln sich Reste aus der arabischen Zeit, Conquista-Paläste, das Museo de la Coria und die Kirche Santa Maria la Myor aus dem 13. Jahrhundert. 

Der Karakorum Nationalpark in Pakistan

Wie eine weiße Pyramide ragt er über den größten Nationalpark Pakistans hinaus: der K2, der zweithöchste Berg der Erde. Dabei stehen die gigantischen Berge im Karakorum Schulter an Schulter, insgesamt besitzt das Gebiet 60 Siebentausender sowie vier Achttausender und ist damit der höchste Nationalpark der Welt. Entsprechend geformt ist das Land, das aus Felsen, Gletschern, Nadel- und Berglaubwäldern besteht. Trotz des beschwerlichen Lebens in der Höhe und ständiger Lawinengefahr wohnen hier über 115.000 Menschen. Extreme Bedingungen, die trotz der einmaligen Schönheit des Himalaya die Touristenzahl dämpfen. Mit dem Ausbau des Karakorum Highway dürfte sich dies aber ändern.

Die Stadtoase Figuig in Marokko

Wie eine Fata Morgana erhebt sich Figuig aus dem Geröll einer abgelegenen Berglandschaft im Atlasgebirge. Die kleine Stadtoase liegt auf einem Felsplateau in 900 Metern Höhe, im äußersten Südosten Marokkos an der Grenze zu Algerien. Um einen großen Palmenhain gruppieren sich sieben befestigte Siedlungen mit insgesamt 11.000 Einwohnern, sogenannte Ksoure.

Einst kreuzten sich in Figuig zahlreiche Karawanenrouten. Hauptsächlich wohnen hier Berber, die sich ihren Lebensunterhalt mit Viehzucht, Handwerk und Datteln sichern. Versorgt wird die Oase von mehreren artesischen Quellen. Die isolierte Lage führt dazu, dass kaum Touristen in den Ort kommen, der sich so seine Kultur bewahren konnte. In der historischen Stätte schmiegen sich traditionelle marokkanische Lehm- und Felsbauten aneinander. Kleidung und Teppiche werden noch nach alter Methode produziert.

Die transandische Eisenbahn in Ecuador

Sie windet sich an kurvigen, engen Felskanten entlang, auf der einen Seite der gähnende Abgrund, auf der anderen die steile Bergwand. Auf ihrem mühsamen Weg von Guayaquil nach Quito bezwingt die transandische Eisenbahn sogar die Nariz del Diablo, die „Teufelsnase“: ein Bergpass, der nur durch eine ausgeklügelte Schienenkonstruktion befahrbar wurde, die in einer halben Stunde von 2300 auf 1800 Metern abfällt. Naturkatastrophen legten den Verkehr über Jahre lahm. In den letzten Jahren wurde die 1908 erbaute Trasse wiederhergestellt. Sie gilt als Symbol der Einheit Ecuadors und ist ein beliebter Nervenkitzel für Durchreisende.

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