Der Blaue See Rübeland, Sachsen-Anhalt

Der Blaue See zwischen Hüttenrode und Rübeland ist eins der Naturwunder des Harzes. Mitten in der karstigen Gesteinslandschaft erstrahlt das Gewässer des Sees in Azurblau. Wer genau hinsieht, erkannt auch schnell den Grund dafür. Bis zum Zweiten Weltkrieg stand hier ein Kalkwerk. Nach der Stilllegung wurde das Grundwasser in der tiefsten Sohle nicht mehr abgefördert und so entstand der Blaue See. Der hohe Anteil gelösten Kalkes im Wasser absorbiert im Gegensatz zu kalkfreiem, klarem Wasser die Farbpalette Blau des Tageslichtes nicht, wodurch die scheinbare Färbung des Wassers beim Betrachter hervorgerufen wird. Dieses Naturphänomen lässt sich besonders im Frühjahr bestaunen, dann ist hier allerdings auch am meisten los. Baden ist in diesem See nicht erlaubt!

Sächsische Schweiz, Sachsen

Die kuriosen Felsformationen des Elbsandsteingebirges prägen die Landschaft südöstlich von Dresden. Deutschlands einziger Felsennationalpark ist vor allem für Wanderer ein Eldorado. Ein ausgeschildertes Wegenetz führt auf insgesamt 1100 Kilometern über Wege, Steige und Pfade vorbei an den besten Aussichtspunkten und durch felsige Schluchten. Aufgrund der landschaftlichen Besonderheit lassen sich in der Sächsischen Schweiz Tiere und Pflanzen beobachten, die andernorts längst verschwunden sind.

Zwillbrocker Venn, Nordrhein-Westfalen

Wilde Flamingos in Deutschland? Ja, die gibt es wirklich, und zwar im Münsterland an der niederländischen Grenze! Was genau die Vögel aus den Subtropen in den niederdeutschen Sumpf verschlagen hat, weiß niemand so genau, aber es scheint ihnen zu gefallen, denn inzwischen wohnt eine Kolonie von 40 Tieren in der Moorlandschaft des Zwillbrocker Venn und stellen damit die nördlichste wild lebende Flamingokolonie weltweit. Die Flamingos sind zwischen Frühling und Herbst im Münsterland anzutreffen. Außerdem lässt sich bei einem ausgedehnten Spaziergang durch das Naturschutzgebiet Deutschlands größte binnenländische Lachmöwenkolonie beobachten.

Weinfelder Maar, Rheinland-Pfalz

Zwar hat Deutschland keine aktiven Vulkane mehr, aber in der Eifel lässt sich erahnen, wie sehr die Aktivität einiger Vulkane unsere Landschaft geprägt hat. Zu diesen Zeitzeugen zählen auch die sogenannten Maare, Mulden die einst durch vulkanische Dampfexplosionen entstanden sind. Insgesamt 70 Maare zählt die Eifel, lediglich 10 davon sind heutzutage noch mit Wasser gefüllt, wie das Weinfelder Maar in der Nähe der Stadt Daun. Das Maar entstand vor über 20.000 Jahren, und gilt als einer der idyllischsten Orte der Eifel. Auch der Maler Fritz von Wille war so fasziniert vom Weinfelder Maar und der umgebenden Landschaft, dass er sie in mehreren Bildern verewigte. Aufgrund der unter Schutz stehenden Flora und Fauna ist Baden hier verboten, aber der zwei Kilometer lange Spazierweg rund um das Maar macht auch Spaß!

Peenetal, Mecklenburg-Vorpommern

Die Peene ist Mecklenburg-Vorpommerns drittlängster Fluss und kreiert auf ihrem Weg vom Kummerower See bis Anklam an der Ostsee ein Wasserlabyrinth, das für viele heimische Wildtiere den perfekten Lebensraum bietet. Kraniche, Reiher und Weißbartseeschwalben lassen sich hier genauso beobachten wie durstige Hirsche. Am besten lässt sich die Peene bei einer Paddeltour entdecken, denn der breite Fluss hat kaum Strömung und lediglich ein Gefälle von 24 Zentimetern zwischen Ursprung und Mündung. Ein perfekter Ort also für Kajak-Einsteiger!

Wattenmeer, Schleswig-Holstein

Gut, das Wattenmeer, seit 2009 UNESCO-Weltnaturerbe, ist nun kein Geheimtipp mehr. Das 9000 Quadratkilometer große Wattenmeer der Nordsee entstand vor ungefähr 7500 Jahren und hat eine der höchsten Primärproduktionsraten in der Welt. Aufgrund dessen dient es vielen Vögeln und Fischen als Rastplatz und Nahrungsquelle. Das Wattenmeer lässt sich auf viele Arten entdecken, bei Wanderungen, Kutschfahrten oder Rundflügen. Wer ein richtiges Gefühl für das Watt bekommen möchte, schließt sich Knud Knudsen an, der einzige Wattpostbote Deutschlands und läuft mit ihm von Pellworm bis zur Hallig Süderoog.

Achendelta, Bayern

Die Ache ist der größte Zufluss des Chiemsees und hat ihren Ursprung in den Kitzbüheler Alpen. In der Mündungszone im Südosten des Chiemsees ist das Achendelta entstanden, eines der am besten ausgebildeten Binnendeltas in Mitteleuropa, seit 1954 steht es unter Naturschutz gestellt. Da sich hier vor allem sehr seltene Vogelarten heimisch fühlen, lässt sich das Achendelta seit 1986 nur noch unter strengen Auflagen betreten. Für Besucher lohnen sich die Beobachtungstürme Lachsgang/Übersee sowie an der Hirschauer Bucht. Zudem finden mehrmals jährlich geführte Natur-Erlebnisbootstouren statt.

Wutachschlucht, Baden-Wüttemberg

Das Wildflusstal der oberen Wutach mit ihren Nebenflüssen durchzieht den Schwarzwald. Die bis zu 170 Meter abfallenden Schluchten und wilden Wälder bilden gemeinsam eine Urlandschaft, die jeden Wanderer faszinieren dürfte. Die große Vielfalt an Geo- und Biotopen sorgt zudem für einen Reichtum an Tier- und Pflanzenarten. Wanderwege, Holzbrücken und Pfade ermöglichen es den Besuchern, die Wutachschlucht auf eigene Faust kennenzulernen.

Hintersee, Bayern

Der Hintersee bei Ramsau im Berchtesgadener Land zählt zu den schönsten Bergseen Deutschlands. Umrahmt von steil aufragenden Gipfeln und eingebettet in eine verwunschene Waldlandschaft, bietet der Hintersee glasklares und sauberes Wasser. Inzwischen ist der Hintersee bei Fotografen sehr beliebt, doch auch die Maler begeisterte der Bergsee einst. So ließen Carl Rottmann, Ferdinand Waldmüller, Friedrich Gauermann und Wilhelm Busch den Hintersee in ihre Werke einfließen. Da das Wasser ganzjährig sehr kalt sein kann, entdecken die meisten Besucher den See per Boot, Badeverbot herrscht aber keins. Wer die Erfrischung sucht, darf in diesem Alpenpanorama auch schwimmen gehen.

 

Müritz Nationalpark, Mecklenburg-Vorpommern

Der Müritz Nationalpark ist der größte terrestrische Nationalpark der Bundesrepublik. Hier kann sich die Natur ohne menschliche Einschränkung entfalten, sodass die Besucher stets nur eine Momentaufnahme genießen, da sich Wälder, Seen und Moore im stetigen Wandel befinden. Zudem befindet sich hier ein Großteil der unter UNESCO-Welterbe stehenden Alten Buchenwälder Deutschlands. Kraniche, See- und Fischadler fühlen sich eher an den ebenfalls zum Nationalpark zählenden Mecklenburgischen Seenplatte zu Hause. Die Vogelwelt lässt sich unter Anleitung bei Touren erkunden, zudem werden je nach Saison Spaziergänge wie die Pilz-Wanderung angeboten.

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