Ab Berlin, Hamburg oder Köln Sieben Mikroabenteuer in Deutschland

Man muss nicht immer weit fahren, um ein Abenteuer erleben zu können. Wir stellen sieben Erlebnisse vor, die sich vor den Toren fünf deutscher Städte erleben lassen
Berlin, Spree

Berlin: Mit der Bahn in den Spreewald und mit dem Kanu zurück

Lediglich eine Stunde Bahnfahrt trennt den Alexanderplatz von der idyllischen Märchenlandschaft des Spreewalds. Die Abertausend Wasserarme lassen sich am besten per Kanu entdecken. Und genau das können abenteuergewillte Hauptstädter mit der Heimreise verbinden. An fünf Tagen lässt sich die Strecke von Lübbenau bis nach Berlin für Paddelerfahrene bewältigen. Die ersten beiden Tage sind geprägt von ruhigen und schmalen Wasseradern, die sich durch das Gehölz schlängeln, geschlafen wird entweder im Zelt an Ufernähe oder in Jugendherbergen. Nach dem Passieren der Schleuse Prieroser Mühle sind die Paddler bis Berlin auf Bundeswasserstraßen unterwegs. Insgesamt beträgt die zu bewältigende Distanz 90 Kilometer, Kanuerfahrung ist empfehlenswert.

Der Kanuverleih Richter holt des Equipment nach Beendigung der Tour gegen einen Aufpreis in Berlin wieder ab: www.bootsverleih-richter.de

Drachenfels

Köln: In den nächsten Zug steigen und dort aussteigen, wo es gefällt

Zugegeben, dieses Mikroabenteuer ist nicht jedermanns Sache, aber wer sich darauf einlässt, wird Orte kennenlernen, von denen er entweder noch nie gehört hat, oder nicht dachte, dass sie eine Reise wert sind. Ausgangspunkt ist der Kölner Hauptbahnhof, dort schaut man auf die Anzeigetafel und steigt, ohne darüber nachzudenken in den nächsten Zug, den man erst wieder verlässt, wenn einem die Landschaft gefällt. Wer das Ganze regional eingrenzen möchte, betreibt das gleiche Spiel mit dem Nah- oder Regionalverkehr. Und wer es nicht ganz dem Zufall überlassen möchte, der fährt beispielsweise in den Naturpark Siebengebirge (Königswinter/Bad Honnef) oder an den Niederrhein (Kleve) und lässt sich vor Ort treiben.

Pähler Schlucht, Bayern

München: Wildnis und Wasser erleben in der Pähler Schlucht

Familien, die Lust auf ein Mikroabenteuer haben, fahren in die kleine Ortschaft Pähl, südlich des Ammersees und verbringen eine aufregende Wanderung in der Pähler Schlucht. Die bewaldete Schlucht liegt mitten im Naturschutzgebiet und wird von dem Burgleitenbach geprägt. Dieser stürzt sich nach einer Stunde Wanderung rund 16 Meter in die Tiefe. Die Rückseite des Wasserfalls ist begehbar und sorgt für einen spektakulären Wendepunkt der Wanderung. Die Flora und Fauna sorgt unterwegs für Abwechslung. Kinder können sich an querliegenden Baumstämmen austoben oder versuchen bei den Bachkreuzungen die Füße so trocken wir möglich zu halten. In rund zwei Stunden ist der Ortskern von Pähl wieder erreicht. Ein perfektes Mikroabenteuer für ein Wochenende und das lohnt sich auch im Winter, wenn Wind und Schnee bizarre Formationen am Wasserfall formen.

Ausgangspunkt ist die Pfarrkirche St. Laurentius in Pähl, ab hier der Beschilderung zum Wasserfall folgen.

Alte Elbbrücke, Hamburg

Hamburg: Mit dem Zug nach Bremen und mit dem Rad zurück

Zwischen den beiden bedeutenden Städten der Hanse verläuft ein idyllischer Radfernweg. Auf 150 Kilometern führt der Weg beispielsweise durch das Künstlerdorf Fischerhude, das Tister Bauernmoor und über die Harburger Berge. Aufgrund der typisch vorherrschenden Windrichtung empfiehlt sich ein Start in Bremen, aber natürlich lässt sich der Radfernweg in beide Richtungen befahren. Wer sich für die Natur zwischen Waser und Elbe Zeit nehmen möchte, plant zwei Fahrradtage ein. Mikroabenteurer haben in diversen Orten die Möglichkeit zu übernachten. Für wen zu einem echten Abenteuer eine Nacht im Zelt zählt, der fragt bei den ortsansässigen Bauern, ob für eine Nacht auf dem Grundstück campiert werden darf.

Die detaillierte Routenbeschreibung sowie Gastgeber gibt es auf der offiziellen Webseite des Radfernwegs: www.radfernweg-hamburg-bremen.de

Geocaching

Leipzig: Geocaching durch den Auenwald oder als Stadtführung

Die eigene Stadt können Leipziger bei einer Geocaching-Tour ganz neu kennenlernen. Wer völlig neu ist auf dem Gebiet der GPS-Touren, sollte für den Einstieg eine geführte Tour wählen, wie beispielsweise die durch den Auenwald – einer der bekanntesten und vielfältigsten Auenwälder  in Deutschland. Ausgestattet mit GPS-Geräten geht es nach einer kurzen Einführung durch den Wald. An den verschiedenen Caches müssen kleine Rätsel rund um Flora und Fauna gelöst werden, unterwegs begegnen Besucher mir etwas Glück Moorfröschen und Mittelspechten, während sie durch Stieleichen und Eschen wandeln (www.betourt.de). Wer bereits erste Geocaching-Erfahrungen gesammelt hat, der kann sich im Leipziger Forum von Geochaing.com inspirieren lassen und nach Schwierigkeitsgrad und Ausrichtung die passende Tour raussuchen. Gelobt wird hier beispielsweise die Leipziger Stadtführung, eine Einsteigerroute mit vielen Infos zur Stadt sowie historischen Orten.

Touristische Hinweistafel, Deutschland

Spontan mal schauen, was sich eigentlich hinter den braunen Hinweistafeln befindet, bildet ein schönes Mikroabenteuer für Autofahrer mit Zeit

Auf deutschen Autobahnen: Was verbirgt sich wirklich hinter den braunen Hinweisschildern?

Alle Autofahrer dürften sie kennen, doch die wenigsten nutzen sie für ein spontanes Abenteuer: die braunen Hinweisschilder entlang deutscher Autobahnen. Sie weisen auf sehr bekannte aber auch durchaus sehr unbekannte touristische Highlights in der Region hin. Wer seine eigene Region also besser kennenlernen möchte, sucht sich einen Autobahnabschnitt für einen Tagesausflug aus, und folgt konsequent jeder der offiziell sogenannten touristischen Unterrichtungstafeln. Noch ein bisschen spannender dürfte es werden, wenn man sich auf einer Tour davon inspirieren lässt, die durch einen Teil Deutschlands führt, den man selbst noch nicht oft besucht hat. Oder wären Sie von selbst auf die Idee gekommen, die Töpferstadt Bürgel oder das deutsche Panzermuseum anzufahren?

Heidschnucken, Lüneburger Heide

In der Lüneburger Heide kann man einen Tag zum Schäfer werden und viel über das Naturschutzgebiet und seine Bewohner lernen

Hannover: Heidschnucken hüten in der Lüneburger Heide

Die Lüneburger Heide liegt vor den Toren Hannovers und birgt gleich mehrere Ideen für Mikroabenteuer – von Wanderungen bis hin zu Kurztrips im Planwagen. Das wohl naturverbundenste Erlebnis ist ein Tag mit den Heidschnucken. Die Herden durchstreifen die Lüneburger Heide mit ihren Hütehunden und Schäfern. Wer den Tieren zufällig auf einer Wanderung begegnet, kann den Schäfer fragen, ob er spontan Lust auf Begleitung hat. Allerdings bieten einige Höfe und Schäfer ganze Tage mit ihrer Herde in der Heide an. Dieses Mikroabenteuer benötigt zwar ein bisschen Planung, dafür erlebt man am Ende die Weite der Lüneburger Heide, erfährt viel über die Heidschnucken und darf sogar selbst mitanpacken.

Einen Überblick der Herden und Ansprechpartner gibt der Naturpark Lüneburger Heide: www.naturpark-lueneburger-heide.de

Einen ganzen Tag mit seinem Schäfer und seiner Herde bietet auch der Heidschnucken Hof Niederohe: www.heidschnuckenhof-niederohe.de

 

GEO Reise-Newsletter