Melbourne Wo Sandwiches vom Himmel fallen

Drei Australier revolutionieren die kulinarische Szene in Down Under. Sie schicken Jafflechutes - Sandwiches mit Fallschirm - alle sechs Wochen an einer anderen Location in die Lüfte
Wo Sandwiches vom Himmel fallen

Unspektakulär, aber massentauglich: die Sandwiches von Jafflechutes kommen vom Hochhausdach gesegelt

Nach Streetfood und Pop-up Restaurants sind Jafflechutes der neue kulinarische Trend, zumindest in Melbourne, Australien. Sandwiches in drei Geschmacksrichtungen werden an kleine Fallschirme gehängt, die dann in die Hände ihres Bestellers segeln. Klingt etwas komisch, ist es vielleicht auch, dennoch ist ganz Melbourne verrückt nach den Events, die wenige Tage vorab auf der Webseite www.jafflechutes.com angekündigt werden. Adam Grant, David McDonald und Huw Parkinson sind die drei Köpfe hinter dem Projekt, das ihnen eher zufällig in die Hände fiel. "Wir hatten uns für ein Wochenende ein kleines Haus auf dem Land gemietet. Als wir ankamen, bemerkten wir erst, dass es keinen Strom gab, also konnten wir uns auch nicht mit Youtube und Co beschäftigen. Wir redeten jede Nacht über dies und das und als wir abfuhren, war Jafflechutes geboren", erzählt Adam. Nachdem sie die Idee selbst zuerst belächelten, war die Umsetzung dann schnell geschafft.

Auch wenn die drei seit frühester Kindheit ihre eigenen Sandwiches belegen, arbeitet keiner von ihnen hauptberuflich in der Gastronomie. Das scheint den Kunden allerdings herzlich egal zu sein. Sie bestellen und bezahlen ihre Portion online, bekommen Datum, Uhrzeit und Adresse genannt. Am Event-Ort positioniert sich der Besteller dann zur genannten Uhrzeit auf einem "X" und starrt gen Himmel. In Bio-Papiertüten verpackt mit einer persönlichen Widmung wird das Sandwich wahlweise mit Banane und Erdnussbutter, Cheddar-Käse und Vegemite oder Schinken und Cheddar-Käse belegt und dann mit einem kleinen Fallschirm auf den Weg gebracht. Die drei Gründer kommunizieren mit den Teilnehmern nur über soziale Medien. Alle sechs bis acht Wochen findet in Melbourne ein Jafflechutes-Event statt. "Da keiner von uns das hauptberuflich betreibt und die Vorbereitung doch eine gewisse Zeit in Anspruch nimmt, schaffen wir es nicht wirklich in kürzeren Abständen. Außerdem würde uns dann die Besonderheit verloren gehen und wir würden wahrscheinlich alle einen Sandwich-Koller bekommen", sagt Adam.

For the love of Jafflechutes

Expansion denkbar

Dass die Idee eine Nische in der kulinarischen Szene besetzt, ist spätestens seit diesem Oktober klar. Da reisten die drei Australier aufgrund der großen Nachfrage nach New York und hielten in den USA und Kanada acht Events ab. Auch in die Lüfte von Tokio, Berlin oder London würden sie gern ihre Jafflechutes schicken, doch dafür rechnet sich das Projekt noch nicht. "Wir machen das aus Spaß. Ein Sandwich kostet umgerechnet 3,50 Euro, also verdienen wir nicht wirklich etwas daran und können entsprechend wenig Geld ausgeben, um damit um die Welt zu bereisen. Sollte uns beispielsweise eine Käse-Firma sponsern, würden wir auf Welttournee gehen", sagt Adam mit einem Augenzwinkern. Bis dahin können erst mal nur die Menschen in Melbourne ein Sandwich aus dem Himmel greifen.

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