Alpencities Urbanes Gebirge - Auf nach Innsbruck

Die selbst ernannte Hauptstadt der Alpen ist mit 131 000 Einwohnern zwar etwas kleiner als Grenoble. Aber es gibt wohl keine Großstadt in Europa, in der das Urbane so eng mit dem Gebirge verwachsen ist.
Urbanes Gebirge - Auf nach Innsbruck

Zwar bezieht sich der Name Innsbrucks auf die Brücke über den Inn, das Wahrzeichen der Stadt ist allerdings das Goldene Dachl

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Hotel Nala:

Das Individuelle: Hieß bis vor kurzem noch Mozart. Heißt jetzt Nala Individuellhotel, weil man heute erstens selbst in Österreich kein Hotel mehr Mozart tauft und zweitens fast jeder Raum ein mit viel Liebe fürs Detail gestaltetes Einzelstück ist. Wem keines der mal spartanisch, mal loftmäßig, mal eher ausgeflippt dekorierten Zimmer gefällt, ist entweder ein notorischer Griesgram - oder schlicht zu alt für hippe Designhotels. Das italienische Restaurant im Haus heißt übrigens Beretta und ist ebenfalls moderner (und besser) als die meisten Venezias.

Hotel Nala:

Müllerstr. 15, Tel. 0043-512-58 44 44, DZ/F ab 98 €, www.nala-hotel.at

Adlers Hotel:

Das Höchste: nicht zu verwechseln mit den beiden historischen Innsbrucker Unterkünften namens Goldener Adler und Schwarzer Adler, wobei letzteres zur gleichen Hotelfamilie gehört. Das Adlers ist ein modernes Designhotel in der Nähe des Hauptbahnhofs in einem prominenten, braungoldenen Glasturm, das sich vor allem durch den Ausblick auf Altstadt, Patscherkofel oder Karwendel von seinesgleichen abhebt. Von der Bar im zwölften Stock blickt man auf das Inntal und die Berge – den gleichen Blick genießt man in den Zimmern der Kategorie "Panorama Deluxe" auch von der Badewanne aus. Große Fenster, viele Kurven, dosiert eingesetztes Lila.

Adlers Hotel:

Bruneckerstr. 1, Tel. 0043-512-56 31 00, DZ ab 135 €, www.adlers-innsbruck.com

Goldener Adler:

Das Traditionsreiche: Das Gasthaus Goldener Adler liegt direkt in der Innsbrucker Altstadt und gilt als eines der ältesten in seiner historischen Form erhaltenen Hotels in Europa. Einprägsamer als die durchaus noblen, aber etwas hölzern wirkenden Zimmer sind die mit verschnörkelten Malereien verzierte Fassade, das Restaurantgewölbe und die Gästeliste: Seit 1390 schliefen hier unter anderem Kaiser Joseph II., Mozart und Goethe. Aus Tiroler Sicht aber noch viel wichtiger: Auch Volksheld Andreas Hofer, der legendäre Freiheitskämpfer aus Südtirol, war vor langer Zeit schon mal da.

Goldener Adler:

Herzog-Friedrich-Str. 6, Tel. 0043-512-571 11 10, DZ/F ab 167 €, www.goldeneradler.com

ESSEN

Morgens: Immerland

Meist gut besuchtes Frühstückscafé am Wiltener Platzl, das einer groß geratenen Wohnküche ähnelt. Hat nicht immer alles, aber vom Rest sicher genug und darunter vor allem viel Hausgemachtes, Regionales und Veganes. Wer keinen Platz mehr findet, kann es nebenan im ebenso empfehlenswerten, wenn auch stilistisch etwas kühler gehaltenen Deliris von Iris probieren.

Nachmittags: Café Munding

Tirols ältestes Konditorei-Café (seit 1803) in der Altstadt, in das Hipster während eines Stadtrundgangs auch wunderbar ihre (Groß-)Eltern ausführen können. Die Betreiber sind auf das 50er-Jahre- Interieur stolz sowie auf die mehr als 60 Kaffeespezialitäten und die handgefertigten Pralinen. Die ähneln mit etwas Fantasie den Schindeln des Goldenen Dachls, des architektonischen Wahrzeichens der Stadt – und sie beheben garantiert jedes Kaloriendefizit: eine Schicht Pistazienmarzipan, eine Schicht Mandelnougat, eine Schicht in Honig gerösteter Mandeln, verputzt mit Edelbitterschokolade.

Abends:Die Wilderin

Urgemütliches Restaurant in einer Seitengasse der Altstadt mit saisonalen Gerichten und regionalen Produkten. Die Gastgeberin kennt die servierten Tiere sogar noch beim Namen. Nach dem Abendessen mit einem Stück von Braunviehmilchkalb Oskar, Risotto aus niederösterreichischem Einkorn und Rhabarber von der Familie Ölhafen aus dem Innsbrucker Stadtteil Arzl fehlt dann auch nur noch eines: ein Schnaps aus der Wildschönau. Der muss nicht mal einen Vornamen haben.

Essen in Innsbruck - die Adressen:

Immerland

Leopoldstr. 27/Wiltener Platzl, www.immerimmerland.at

Café Munding

Kiebachgasse 16, Tel. 0043-512-58 41 18, www.munding.at

Die Wilderin

Seilergasse 5, Tel. 0043-512-56 27 28, www.diewilderin.at

TRINKEN:

Mit Aussicht: 360 Grad

Sitzt in Form eines Glaszylinders wie eine Krone auf den siebenstöckigen Rathaus-Galerien. Taugt nicht unbedingt als Stammkneipe, sollte man aber gesehen haben. Trendige, auch tagsüber zum Cappuccino-Trinken geeignete Bar mit Rundumblick. Noch besser abends bei einem Cocktail und/oder zwei Gläsern Wein. Getrübt wird der Ausblick allein durch die in österreichischen Bars nach wie vor sehr präsenten Raucher.

Mit Auszeichnung: Erlkönig

Wegen der Innenarchitektur vielfach prämierte Bar im Zentrum von Innsbruck. Das Erlkönig wurde unter anderem vom Gourmet-Magazin "Falstaff" 2013 zur Neueröffnung des Jahres gekürt. Die gesamte Einrichtung wurde von zwei Tiroler Tischlern entwickelt und aus heimischem Nussholz hergestellt. Zum richtig guten Treffpunkt wird das hohe Gewölbe aber erst durch die korrekte Getränkeauswahl, kompetentes Personal und ein bunt gemischtes Publikum. Zugleich eine der wenigen Nichtraucherbars.

Mit Auswahl: Tribaun

Anglophile Craft-Beer-Bar mit viel Platz und 20 Zapfhähnen am Tresen - wobei aus jedem Hahn ein anderes Hopfengetränk mit fantasievollen Namen wie Granitbock oder Lovebeer läuft. Wer möchte, kann sich auch eines der diversen Flaschenbiere aus dem zugehörigen Bierladen öffnen lassen - oder direkt an einem Bier-Tasting teilnehmen (19 Euro). Was es allerdings nicht gibt, sind labbrige, dünne Industriebiere, die nach nichts schmecken. Am meisten ist im Tribaun los nach einer Veranstaltung im alternativen Kulturzentrum Treibhaus um die Ecke.

Trinken in Innsbruck - die Adressen:

360 Grad

Maria-Theresien-Str. 18, 7. Stock, Tel. 0043-664-840 65 70 50, www.360-grad.at

Erlkönig

Meranerstr. 6, Tel. 0043-512-20 90 46, www.erlkoenig-bar.com

Tribaun

Museumstr. 5, www.tribaun.com

EINKAUFEN:

Mitbringen: Feinheiten

Origineller Souvenirladen ohne die übliche touristische Massenware wie Goldene-Dachl-Imitate, Innsbruck- Pulloverund Sepplhüte. Stattdessen gibt es ausgefallene Hochzeitsgeschenke, einfallsreiche Geburtstagskarten und Schmuck aus kleinen Manufakturen.

Versüssen: Tiroler Bienenladen

Wer glaubt, dass sich der Beitrag der Biene zum Shopping in Tirol mit ein paar Gläsern Honig erledigt hat, wird hier eines Besseren belehrt. Der Laden der Tiroler Imkergenossenschaft kann jedem im Alter zwischen drei und 103 Jahren den Tag versüßen, unter anderem mit: Honigschokolade, Met Ambrosius, Haarspülung mit Honig oder Christbaumkerzen.

Anziehen: Mühlmann

Flagshipstore des Modeschöpfers und Firmeneigners Bernd Mühlmann, der seine Kreationen noch immer im abgelegenen Villgratental in Osttirol entwirft – und dort zum Großteil auch noch in hauseigenen Werkstätten schneidern lässt. Von vielen Stücken wird nur rund ein Dutzend produziert.

Einkaufen in Innsbruck: Die Adressen

Feinheiten

Pfarrgasse 8, Tel. 0043-512-90 80 26,www.feinheiten-innsbruck.at

Tiroler Bienenladen

Meranerstr. 2, Tel. 0043-512-58 23 83, www.tirolerbienenladen.at

Mühlmann

Seilergasse 5, Tel. 0043-512-58 15 28, www.muehlmann.eu

Urbanes Gebirge - Auf nach Innsbruck

Futuristisch geht es in Innsbruck in die Höhe mit der Nordkettenbahn

ANSEHEN:

Bergisel-Schanze:

Geschichtsträchtige, von Architektin Zaha Hadid kunstvoll renovierte Ski-Sprungschanze, die sich wie eine Kobra über dem Süden der Stadt erhebt. War Austragungsort von zwei Olympischen Spielen. Dient heute auch als Panoramarestaurant, Eventlocation - und heimliches Wahrzeichen der Stadt.

Glockengießerei Grassmayr:

Eines der ältesten österreichischen Familienunternehmen (seit 1599), das Kirchenglocken jeglicher Größe in alle Erdteile liefert. Hat das Spektrum um Produkte wie Klangschalen, Bronzetafeln und Turmuhren erweitert. Das kleine Glockenmuseum wurde unter anderem vom Bundesministerium für Kultur mit dem österreichischen Museumspreis ausgezeichnet.

Alpin: Hungerburg- und Nordkettenbahn:

Direkt vom Zentrum aus lässt sich die vertikale Dimension der Stadt bis auf 2256 Meter erschließen – bis zum Stadtteil Hungerburg mit einer Standseilbahn, von dort mit den Luftseilbahnen an der Nordkette. Auf dem Weg zur Nordkettenbahn hat zudem der nicht nur für Kinder sehenswerte Alpenzoo eine eigene Haltestelle. Das Restaurant auf der Seegrube (1905 Meter) bietet wiederum Dinner über der Stadt (jeweils freitags), Jazzbrunches an Sommersonntagen oder das Musikfestival »Nordkette Wetterleuchten« (16./17. Juli).

Ansehen in Innsbruck: Die Adressen

Bergisel-Schanze

Bergiselweg 3, Tel. 0043-512-58 92 59, www.bergisel.info

Glockengießerei Grassmayr

Leopoldstr. 53, Tel. 0043-512-594 16, www.grassmayr.at

Aus GEO Special "Sommer in den Alpen"

Urbanes Gebirge - Auf nach Innsbruck

Der Text ist ein Auszug aus unserem Guide. Alle Tipps zu den Alpencitys finden Sie im GEO Special Magazin "Sommer in den Alpen".

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