Australiens Ostküste Meeresrauschen und Regenwald

Die sonnenverwöhnte Küste des australischen Bundesstaates Queensland ist ein Touristenmagnet, doch wer sich ins Hinterland wagt, entdeckt Ursprünglichkeit und viel Natur. Autor Martin Kaluza hat Tipps
Meeresrauschen und Regenwald

Je langsamer, desto besser: Die Züge der Kuranda Scenic Railway schlängeln sich von Cairns durch den Regenwald nach Kuranda. Knapp zwei Stunden dauert die Fahrt inklusive Fotostopp an den Barron Falls

Wochenendvergnügen an Lagune und Esplanade, Cairns

Der Strand im Zentrum von Cairns ist ein trauriger Streifen Schlamm. Die Stadt hat deshalb einen großen, öffentlichen Salzwasser-Swimmingpool direkt an der Promenade gebaut, ohne Zaun und für Jedermann zugänglich: the lagoon. Am Wochenende entspannen hier Locals zusammen mit Touristen. Die Wasserscheuen hocken auf dem Mäuerchen an der Promenade, essen Eis und hören mit einem Ohr den Blues- und Rockbands zu, die auf einer kleinen Bühne auf der Wiese spielen. Das Badevergnügen ist garantiert frei von Krokodilen und Feuerquallen. Und: Es kostet nichts. Jedenfalls solange man den Cafés, den Souvenir- und Kunsthandwerkständen widersteht.

Täglich geöffnet von 6-21 Uhr, außer Mittwochs (mittags bis 21 Uhr), Bademeister während der Öffnungszeiten. Eintritt frei, Veranstaltungsprogramm unter: www.cairnsesplanade.com.au

Ausflug nach Kuranda mit Seilbahn und Museumszug

Kuranda liegt auf 330 Metern in den Hügeln gleich hinter Cairns, im Regenwald. Im Dorf drängeln sich die Cafés und Kunsthandwerksläden. Wer einen Bumerang sucht, sollte hier zugreifen. Kulinarisch Aufgeschlossene probieren Känguru-Pastete. Am besten fährt man von Cairns aus mit der Sky-Rail hin – das ist eine Gondelbahn, die sieben Kilometer lang über das geschlossene Blätterdach des Regenwaldes führt. Zurück geht es mit dem Museumszug. Oder umgekehrt. Der Zug macht auf seiner gemächlichen Schlängelfahrt durchs Grüne einen spektakulären Zwischenhalt mit Blick auf den Wasserfall am Barron River.

In Kuranda liegen die Endstationen der beiden Bahnen direkt nebeneinander an der Arara Street.

Sky-Rail: täglich 9-17.15 Uhr, www.skyrail.com.au.

Kuranda Scenic Rainway: Abfahrten ab Cairns täglich 8.30 und 9.30 Uhr, Abfahrten ab Kuranda täglich 14.00 und 15.30 Uhr, www.ksr.com.au

Tjapukai Aboriginal Cultural Park

Nicht flach wie eine Frisbee, sondern aufrecht muss man ihn werfen. Auf Kopfhöhe losschleudern und aus dem Handgelenk Schwung mitgeben – schon fliegt der Bumerang im Kreis und kommt im Idealfall zurück! Im Tjapukai-Kulturpark lernt man im Crashkurs, wie das geht. 22 Experten und Darsteller, alle Aborigines, halten Vorträge über traditionelle Medizin, führen Waffen vor und erklären die traditionelle Lebensweise. Eine Tanzshow mit Projektionen und holographischen Effekten stellt die Dreamtime dar, die Schöpfungsgeschichte der Aborigines. Der Kulturpark, vor 28 Jahren als Experiment gegründet, gilt heute als Aushängeschild der indigenen Kultur in Australien.

Tjapukai Aboriginal Cultural Park, Western Arterial Road, Täglich geöffnet. Tagesprogramm von 9-17 Uhr, Abendprogramm von 19-21.45 Uhr, www.tjapukai.com.au

Meeresrauschen und Regenwald

Backpacker und Einheimische erwarten im Anzac Park von Port Douglas den Sonnenuntergang mit Blick über das Korallenmeer

Port Douglas

Port Douglas hat sich einst vom Hippie- und Backpackerziel zur mondänen Destination für Leute mit Geld (und dem Willen es auszugeben) entwickelt – und wieder ein Stück zurück. Heute ist es ein entspannter Urlaubsort mit Musikkneipen, Restaurants, Boutiquen und Tauchschulen. Allein die Anreise ist sehenswert. Hinter jeder Kurve der Küstenstraße zwischen Mossman und Port Douglas wartet eine Bucht mit lang gezogenen, praktisch menschenleeren Stränden. Einer der Schönsten säumt Port Douglas: der Four Mile Beach. An Unterkünften herrscht in dem 1.000-Seelen-Ort kein Mangel: Entlang des Strandes reiht sich eine Hotel- und Ferienwohnanlage an die nächste.

Daintree Discovery Centre

In zehn Metern Höhe spazieren die Besucher auf Metallstegen durch den dichten Wald, den Audioguide fest am Ohr. Das Daintree Discovery Centre ist ein Naturpark mitten im Daintree Nationalpark. Von den Stegen aus hat man einen hervorragenden Blick in die Zwischenetagen des Waldes, auf Schlingpflanzen, Farne, Würgefeigen. Der Aufstieg auf den 23 Meter hohen Turm wird mit einem Blick über die Wipfel belohnt. Eine kleine Ausstellung erklärt anschaulich und familientauglich Tier- und Pflanzenwelt. Die Audiotouren gibt es in acht Sprachen (Deutsch ist dabei). Eintrittskarten sind eine ganze Woche lang gültig.

Daintree Discovery Centre, Cape Tribulation Rd & Tulip Oak Rd, Täglich von 8.30-17.00 geöffnet. www.daintree-rec.com.au

Paperbark Restaurant, Kewarra Beach Die Myrtenheide wird bis zu 25 Metern groß, und ihre helle, aromatische Borke schält sich pittoresk in großen, weichen Stücken vom Stamm ab. "Paperbark" heißt der Baum in Australien, "Papierrinde". Wer einen der äußeren Tische im Paperbark Restaurant ergattert, hat vom Platz aus einen schönen Ausblick auf einen Hain dieser Bäume. Vor allem abends ist das Restaurant spektakulär in Szene gesetzt: ein hohes, spitzes Dach, ein zu den Seiten offener Raum, großartig ausgeleuchtet. Die feine Küche verarbeitet lokale Fischsorten und Meeresfrüchte und das in Australien übliche gute Steak. Das Paperbark gehört zum Kewarra Beach Resort. Gleich hinter den Myrtenheiden wartet der palmengesäumte Strand.

Kewarra Beach Resort & Spa, 76 Kewarra St, Kewarra Beach, Tel.: 0061-740584000, www.kewarra.com/restaurant

Meeresrauschen und Regenwald

Der Aussichtspunkt "Rex Lookout" liegt direkt am Captain Cook Highway, auf halber Strecke zwischen Cairns und Port Douglas. Bei gutem Wetter (und hier ist oft gutes Wetter) starten hier die Hängegleiter des Cairns Hang-Gliding Club

Regenwaldspaziergänge in der Mossman-Schlucht

Durchs Feuer müssen die Teilnehmer der "Dreamtime Walks" in der Mossman-Schlucht nicht gehen – aber einmal durch den Rauch. Anderthalb Stunden dauern diese Waldspaziergänge, die von Aborigines geführt werden. Der Gang durch den Rauch ist eine Begrüßungszeremonie. Auf dem Rundgang erfahren die Besucher erstaunliche Kniffe für das Leben im Regenwald: Welche Blätter man als Seife benutzen kann; aus welcher Schlingpflanze mit Widerhaken Aalfallen gebaut werden; welche Blüte verrät, dass die Zeit gekommen ist, das Buschhuhn zu jagen. Die Touren beginnen am 2012 eröffneten Besucherzentrum in Mossman.

Mossman Gorge Centre, 212R Mossman Gorge Road, Täglich von 8-18 Uhr geöffnet. Geführte Touren ("Dreamtime Walks", ca. 1,5 Stunden) täglich um 10, 11, 12, 13 und 15 Uhr. www.mossmangorge.com.au

Spionagekameramuseum und Museumsdorf in Herberton

An sich ist Herberton eine denkbar unauffällige Kleinstadt in den Atherton Tablelands, dem landwirtschaftlich geprägten Hinterland von Cairns. Ausgerechnet hier hat der ehemalige australische Geheimagent Roy Jaques ein Museum für Spionagekameras und antike Fotoapparate gegründet. Sein Nachfolger Michael Peterson hat die Sammlung von Knopfloch- und Taschenuhrkameras um einige historische Schätzchen erweitert. In einer atemlosen dreiviertelstündigen Tour führt er in aller Deutlichkeit aus, was er von digitaler Fotografie hält: nüscht! Das zweite Highlight in Herberton: Die Siedlung einer ehemaligen Zinnmine, als Museumsdorf erhalten. Kamera nicht vergessen!

Spy Camera Museum, 49 Grace Street, Herberton, Täglich von 10-16.30 geöffnet, www.spycameramuseum.com.au

Herberton Mining Museum, 6 Broadway, Herberton, Geöffnet täglich von 9-17 Uhr in der Hochsaison und 10-16 Uhr in der Nebensaison, www.historicvillageherberton.com.au

Meeresrauschen und Regenwald

Ein freundliches Hostel in einem alten Queenslander: Das Dreamtime Travellers Rest liegt entspannt am Rand der Innenstadt von Cairns

Dreamtime Travellers Rest, Cairns

Cairns ist groß genug, um am Wochenende veritables Nachtleben zu bieten. Anderseits ist es klein genug, dass man sich am Rand der Innenstadt einquartieren kann und trotzdem überall in einer viertel Stunde zu Fuß hinkommt. Im Dreamtime Travellers Rest beispielsweise logiert man günstig und ruhig, kann aber bei Bedarf in den Pubs und Cafés auf den Putz hauen. Das Hostel ist in einem "Queenslander" untergebracht, einem alten zweistöckigen Holzhaus mit Innenhof. Neben den Schlafsälen hat es auch günstige Doppel- und Einzelzimmer. Das Dreamtime liegt direkt am Bahnhof, von dem die Museumszüge nach Kuranda abfahren.

189 Bunda Street, Ecke 4 Terminus Street, Tel.: 0061-740316753, www.dreamtimehostel.com

Daintree Wilderness Lodge, Cape Tribulation

Die Daintree Wilderness Lodge liegt keine 200 Meter von der Landstraße entfernt, die durch den Daintree Rainforest-Nationalpark führt. Trotzdem hat man hier das Gefühl, komplett von dichtem Grün umschlossen zu sein. Zur Lodge gehören sieben Hütten auf Stelzen, ein kleiner Pool und ein Speise- und Aufenthaltsraum. Ein guter Ausgangspunkt, um mit dem Mietwagen den Nationalpark zu erkunden: Von der Landstraße führen viele Spazierwege durch den Wald zu Mangroven und einsamen Stränden. An vielen Stellen warnen allerdings Schilder vor Krokodilen oder Quallen. Dann lieber doch im Pool erfrischen, mitten im Regenwald!

83 Cape Tribulation Road, Cape Tribulation, Tel.: 0061-740989105, www.daintreewildernesslodge.com.au

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