Jedes Kleidungsstück ein Ausrufezeichen, jede Pose einstudiert. Willy Covarie, einer der bekanntesten Selbstdarsteller Brazzavilles, verlässt sein Haus zum sonntäglichen Eleganzwettbewerb

Die Familienbilder in seinem Wohnzimmer sind Séverin Mouyengo ein Ansporn. Stolz zeigt er ein Foto seines Vaters, der bereits als junger Mann großen Wert auf Äußeres legte

Séverin Mouyengo gehört seit den 1970er Jahren der Sape-Bewegung an; seine Fotos gleichen denen eines Modemagazins. Der Buchhalter ist einer der wenigen, die sich nicht nur sonntags, sondern auch für den Weg zur Arbeit fein kleiden - und sich der Hässlichkeit des Alltags selbstbewusst entgegenstellen

Eine eherne Regel der Sapeurs lautet: Kombiniere nie mehr als drei Farben!

Weibliche Sapeurs sind die absolute Ausnahme.

Pelagie Kiba Ngoro ist eine von ihnen

Delagrace Ulrich, in Kanariengelb, macht seinem ungewöhnlichen Spitznamen Ehre: als "Ikone der schönen Farben"

Mit 30 trug Lamame seine erste lange Hose, heute besitzt er elf Anzüge. Der 74-Jährige ist der älteste Sapeur von Brazzaville.

Lamames Frau Madeleine duldet die Mode-Manie ihres Mannes - obwohl sie lieber mehr Geld für frische Lebensmittel hätte

Erst ausgewählte Accessoires machen den Sapeur einzigartig

Auf dem Weg zu einer Parade demonstriert Lamame, dass die Kunst des Sapeurs im Detail liegt: Mit aufgespanntem Schirm hält er ein Taxi an, im Mundwinkel die passende Pfeife aus seiner Sammlung

Gehstock und Fliege werden durch ein besonders verwegenes Schmuckstück ergänzt: eine Augenklappe

Auf Fotos präsentiert sich der 29-jährige Hassan Salvador gern mit qualmender Zigarre

Eine kleine Sammlung von Designerkrawatten

Rauchen ist ein Statussymbol: Nur verhältnismäßig wohlhabende Sapeurs zünden ihre Cohiba tatsächlich an. Ärmere Dandys lassen ihre Zigarren lieber kalt

Muss in Anzug und Rolle noch hineinwachsen: Eskortiert von einer Kinderschar, schreitet der vierjährige Stéphane Mouzieto voran - bis zur Augenklappe eine Kopie seines Onkels, eines bekannten Dandys

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