Abchasien, 2008

Vater und Sohn im Partnerlook bei einer Beerdigung in Abchasien

Nordseetien-Alanien, 2008

Die Fotos der Opfer einer Geiselnahme im Jahre 2004 hängen an der von Einschusslöchern durchsiebten Wand der Mittelschule von Beslan

Abchasien, 2008

Die Gäste einer Hochzeit auf dem Land in Otschamtschire genießen einen unbeschwerten Tag

Ingutschetien, 2010

Madina Albakowa musste mit ansehen, wie ihr Sohn von unbekannten Männern aus ihrem Haus gezerrt wurde. Später erfuhr sie aus dem Internet, dass er getötet worden war

Tschetschenien, 2008

Eine Gruppe junger Mädchen tanzt in traditioneller Kleidung zur Eröffnung des neuen Flughafens in Grosny

Südossetien, 2008

Eine georgische Familie genießt eine Pause in der Sonne

Abchasien, 2008

Der Blick in das friedlich anmutende Kodori-Tal in Abchasien

Südossetien, 2008

Fast dekorativ flattert die Absperrung vor einem von Bomben zerstörten Wohnhaus im georgischen Zchinwali

Abchasien, 2008

Eine traditionelle Tanzvorführung im Theater von Sochumi soll wenigstens für einen Abend die Alltagssorgen vergessen machen

Südossetien, 2008

Noch etwas skeptisch sind diese Mädchen während eines Konzertes auf dem Hauptplatz von Zchinwali

Sie ist das Symbol der kaukasischen Kämpfer und das Symbol für Unabhängigkeit und Freiheit – die "rote Distel". Diesen Titel trägt auch der neue Bildband von Fotograf Davide Monteleone. Der italienische und preisgekrönte Reportage-Fotograf fuhr 2008 in den Nordkaukasus, um mit der Kamera zu erforschen, wie die Menschen an einem Ort leben, in dem Menschenrechtsverletzungen, ethnische Konflikte und Selbstmordattentate zum täglichen Leben gehören.

Das Ergebnis dieser vierjährigen Arbeit zeigt nun sein Bildband "Rote Distel". Jedes Foto besitzt eine komplexe Geschichte. Lucia Sgueglia hat die Geschichten zu diesen Bildern notiert. Ob Landschaften, Porträts von Frauen und Kindern, von Männern und Soldaten oder Bilder einer Hochzeit - Davide Monteleone hat den Alltag festgehalten. Einen Alltag, der alles andere als normal ist.

In den Reportage-Aufnahmen ahnt der Betrachter, dass Gutes und Katastrophen dicht beieinanderliegen, das die Stimmung auf dem Bild jederzeit und schnell kippen kann. Die Porträts zeigen Menschen, die auf Normalität hoffen und sich nichts mehr wünschen als ein Leben ohne Angst und Krieg.

Für sein Foto-Projekt "Rote Distel" zog Davide Monteleone von Italien nach Grosny und bereiste von dort vier Jahre lang Tschetschenien, Südossetien, Nordossetien-Alanien, Inguschetien, Dagestand, Kabardiono-Balkarien und Karatschai-Tscherkessien. Er besuchte Orte, die sonst nur in den Medien auftauchen, wenn es Bilder von Blutbädern oder Völkermord gibt.

Monteleone, der seit 2003 als freiberuflicher Fotograf tätig ist, arbeitet unter anderem für die New York Times, Io Donna, Times, Stern und New Yorker. Seine Reportagen wurden bereits vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem World Press Photo Award, dem Emerging Photographer Grant der Magnum Stiftung, dem Freelens Award und dem Aftermath Project Grant. Für sein Projekt "Rote Distel" erhielt Davide Monteleone den "European Publishers Award for Photography 2011".

Mehr Informationen zu dem Buch finden Sie online unter: www.artbooksheidelberg.de

Mehr Informationen zu dem Fotografen Davide Monteleone finden Sie unter: www.davidemonteleone.com

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Rote Distel, Davide Monteleone, Festeinband, 128 Seiten, 70 Farbabb. Deutsch, 35 Euro, 2012 Kehrer Verlag

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