Tibet, 2011

In diesem sehr traditionellen Zelt leben drei Generationen unter einem Dach. Der blaue Truck im Hintergrund ist nach eigener Aussage ihr wichtigster Besitz, da er ihnen hilft fünf Mal im Jahr ihren Standort zu ändern

Beijing, 2014

Ms. Yang ist eine erfolgreiche Geschäftsfrau. Sie hat studiert, reist viel und besitzt ihre eigene Firma. Neben Kleidung und Dekoration leistet sie sich auch einen Luftreiniger für ihre Wohnung, da Peking immer wieder im Smog versinkt

Daqing, 2007

"Jeden Tag laufen in Daqing die Ölpumpen. Ich wollte einen Haushalt finden, der nicht nur die Familiengegenstände zeigt, sondern gleichzeitig die Ausbeutung unserer Ressourcen deutlich macht. Also fuhr ich auf und ab, bis ich in dem Haus von Liu Lijun meine visuelle Vorstellung bestätigt fand."

Beijing Songzhuang, 2011

Songzhuang hat die höchste Dichte an Kunsthandwerk-Ateliers und Geschäften in Peking. Wenjue He besitzt neben seinem Studio und Wohnhaus, das 3000 Qudratmeter groß ist und mit Khoi-Aquarium punktet, sieben Autos und hat eine Schwäche für Porzellan. Er lebt allerdings nicht nur von dem Verkauf seiner eigenen Kunst sondern auch auf Kosten der reichen Verwandschaft

Inner Mongolia, 2007

"Im Jahr 2007 las ich über die Verwüstung der Weidenlandschaften in der Mongolei und wollte herausfinden, wie das die Bauern dort beeinflusst. Es dauerte, bis ich endlich traditionelle Bauern, die noch in einer Jurte wohnten, fand. Sie verstanden meine Sprache nicht, aber ich zeigte ihnen andere Aufnahmen und so standen sie auf und begannen ihre Sachen aus der Jurte zu tragen." Das Bild zeigt Batu Aoqier und seine Frau AoYong Qimuge. Sie besitzen neben ihrem Haushalt noch 200 Schafe und fünf Kühe

Zhejiang, 2011

Über 60 Jahre haben Jin Kuiji und seine Frau Chen Youzhen in ihrem Haus gemeinsam gewohnt. Besonders die alten Möbel haben es dem Fotografen angetan: "Sie haben ein wundervoll verziertes altes Holzbett, aber das haben wir leider nicht vor die Tür bekommen."

Jiangsu, 2011

Die Mittelschicht in China kann sich inzwischen ein recht komfortables Leben leisten. Dazu zählen Auto, Reisen und Technik. Ho Peng und seine Frau Zhao Jing Ying spiegeln diese Schicht

Zhejiang Nanxun, 2011

"Ich wollte mindestens ein Bild von einem alten Gebäude im Südwesten Chinas machen, da die Region noch viele traditionelle Häuser besitzt. Ein Freund von mir stellte mich dann Shen Jiayun und seiner Frau vor, die gern an meinem Projekt teilnehmen wollten. Seit vier Generationen wird das Haus am Fluss weitervererbt und für Shen ist es der wertvollste Besitz in seinem Leben."

Huang Qingjun ist ein Fotograf aus China. Er sieht die Veränderungen in seinem eigenen Land mit viel Optimismus und dennoch ist die soziale Kluft in China zwischen Land- und Stadtbevölkerung sein Kernthema, zumindest fotografisch. Für die Serie "Family Stuff" bat er Familien im ganzen Land sowie in Tibet und der Mongolei, sich von ihm mit ihren gesamten Habseligkeiten vor der eigenen Haustür fotografieren zu lassen. Entstanden sind eindrucksvolle Bilder, die von einem Land zwischen Tradition und schnellem Reichtum erzählen. Im Kurzinterview spricht Qingjun darüber, wie er zu dieser Idee gekommen ist und welches Bild sein persönlicher Liebling ist.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen Menschen mit ihren Habseligkeiten zu porträtieren?

Huang Qingjun: Der Besitz von Familien ist meistens auf mehrere Räume verteilt, sodass wir manchmal gar nicht mehr wissen was wir eigentlich besitzen. Ich wollte mit den Bildern zum einen Bewusstsein für den eigenen Besitz schaffen. Wenn man die Bilder betrachtet, folgt meistens die Eigenanalyse: Wie würde mein Bild aussehen? Zum anderen zeigen die Aufnahmen den unterschiedlichen Lebensstandard zwischen Land- und Stadtbevölkerung in China.

Wie haben Sie die Protagonisten ausgesucht?

Huang Qingjun: Ich habe die Familien während meiner Reisen durch China getroffen, teilweise wurde ich von Freunden und Bekannten vorgestellt, teilweise bin ich selbst auf sie zugegangen. Es war nicht immer leicht, ich musste viel erklären und Bilder zeigen, bevor die Familien eingewilligt haben. Manchmal wurde ich aber auch abgewiesen, andere wiederum haben mein Projekt verstanden und wollten unbedingt dabei sein.

Inwiefern reflektieren Ihre Bilder die chinesische Gesellschaft?

Huang Qingjun: China hat in den letzten Jahren große Sprünge gemacht. Die Wirtschaft wächst sehr schnell und immer mehr Chinesen erreichen einen guten Lebensstandard, können reisen und sich neue Besitztümer leisten. Einige Dinge, die meine frühen Bilder aus dieser Serie zeigen, gibt es so heutzutage in China gar nicht mehr, so schnell verändern sich unser Land. Teilweise habe ich auch versucht auf Probleme wie Luftverschmutzung oder Altersarmut hinzuweisen, aber das war nicht immer so einfach. Ich bin allerdings davon überzeugt, dass China all diese Probleme in den Griff bekommen und zu einer starken Nation heranwachsen wird.

Denken Sie, es wären ähnliche Bilder in anderen Ländern möglich gewesen, wenn ja in welchen?

Huang Qingjun: Ich habe kaum ein anderes Land als mein eigenes bereist, aber meiner Meinung nach müssten ähnliche Bilder in anderen Schwellen- und Entwicklungsländern wie beispielsweise Indien möglich sein.

Welches Bild ist Ihr persönlicher Favorit und warum?

Huang Qingjun: Das Bild von der Familie in der Mongolei. Ich finde das Bild persönlich sehr schön und es zeigt, wie traditionell und spartanisch manche Familien auch in einer aufstrebenden Gesellschaft wie der unseren noch leben.

Weblinks

Die Webseite von Huang Qingjun mit weiteren Bilder und Informationen.

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