Die wichtigsten Wellness-Gütesiegel

Gütesiegel sollen dem Gast helfen, gute Anbieter zu erkennen. Welche Siegel gibt es? Wer zeichnet aus? Nach welchen Kriterien? Und was nützt uns das?

Wer vergibt das Siegel? Deutscher Wellness Verband (www.wellnessverband.de). Das Siegel gilt zwei Jahre.

Kriterien: U.a.: Mindestens ein Arzt arbeitet im Betrieb. Die Küche bietet vollwertige Speisen und richtet sich auch nach speziellen Ernährungsbedürfnissen. Der Wellness-Bereich beinhaltet mindestens Pool, Sauna oder Dampfbad, Fitness bzw. Gymnastikraum.

Wer überprüft das? Mitarbeiter des Verbands testen anonym Service, Räumlichkeiten und Wellness-Bereich; ein öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger (approbierter Arzt) überprüft die medizinische Abteilung. Die Zertifizierung kostet 5150 Euro für Hotels bzw. 3250 Euro für Kliniken; der größte Teil davon geht nach Angaben des Verbands an die Tester.

Wie viele Hotels/Kliniken haben das Siegel?

Bis Redaktionsschluss waren im deutschsprachigen Raum nur "Menschels Vitalressort" und die "Klinik am Haussee" zertifiziert. "Wir bewerben das Siegel nicht und drängen es niemandem auf", sagt dazu Lutz Hertel, Vorsitzender des Deutschen Wellnessverbands.

Taugt das Siegel etwas?

Ja. Das Verfahren ist transparent; Anwendungen, Ausstattung und Koordination in der Medical Wellness-Abteilung (z.B. Absprache zwischen Arzt und Physiotherapeuten) prüfen ausschließlich Ärzte.

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Wer vergibt das Siegel?

Deutscher Medical Wellness Verband (www.dmwv.de). Es gilt drei Jahre; der Betrieb wird im zweiten und dritten Jahr erneut überprüft.

Kriterien: U.a.: Mindestens ein Arzt und ein Therapeut arbeiten im Betrieb. Der Gast erhält auf Wunsch eine schriftliche Auswertung mit Empfehlungen für zu Hause. Hotels müssen mindestens Vier-Sterne-Komfort bieten.

Wer überprüft das? Tester des TÜV Rheinland kommen nach Ankündigung ins Haus, die Medical Wellness-Abteilung überprüfen vorzugsweise Ärzte. Die Zertifizierung kostet 2750 Euro im ersten Jahr und jeweils 1750 Euro im zweiten und dritten Jahr. Das Geld geht nach Angaben des DMWV vollständig an den TÜV. Allerdings müssen Betriebe, die sich zertifizieren lassen wollen, entweder "Fördermitglied" beim DMWV werden und dafür 1200 Euro pro Jahr an den Verband zahlen - oder für die Zertifizierung 1000 Euro mehr zahlen.

Wie viele Hotels/Kliniken haben das Siegel?

Bis Redaktionsschluss war nur das "Hotel Eggensberger" im Allgäu zertifiziert. Laut DMWV haben aber rund 25 weitere Hotels Interesse bekundet.

Taugt das Siegel etwas? Ja. Das Verfahren ist transparent; Anwendungen, Ausstattung und Koordination in der Medical Wellness-Abteilung prüfen vorzugsweise Ärzte. Löblich ist auch, dass der Betrieb bereits nach einem Jahr erneut geprüft wird.

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Wer vergibt das Siegel?

Heilbäderverband Baden-Württemberg. Vermarktung durch die Tourismus GmbH Baden-Württemberg (www.wellness-stars.de). Das Siegel wird bisher nur in Baden Württemberg vergeben und richtet sich an Hotels, Thermen und Sanatorien. Es wird je nach Komfort-Klasse mit drei bis fünf Sternen vergeben. Es gilt drei Jahre.

Welche Anforderungen werden gestellt? U.a.: Mindestens ein Arzt arbeitet im Betrieb. Zum Programm gehören mindestens drei Medical Wellness-Pauschalangebote. Hotels müssen mindestens Drei-Sterne-Komfort bieten.

Wer überprüft das? Mitarbeiter des Heilbäderverbands kommen nach Ankündigung in den Betrieb. In Hotels findet zusätzlich ein "Mystery-Check" statt: Ein Mitarbeiter des Wellness-Instituts Bad Homburg (Sportwissenschaftler, Physiotherapeut oder Arzt) testet zwei Tage lang anonym mindestens vier verschiedene Anwendungen im Hotel. Als Aufwandsentschädigung verlangt der Heilbäderverband 550 Euro, Hotels zahlen zusätzlich 490 Euro für den "Mystery-Check".

Wie viele Hotels/Kliniken haben das Siegel?

Bis Redaktionsschluss waren drei Hotels, eine Therme und eine Klinik zertifiziert.

Taugt das Siegel etwas? Ja, aber mit Einschränkungen. Das Verfahren ist transparent. Das Siegel bescheinigt, dass Betriebe die Grundvoraussetzungen für Medical Wellness (ärztliche Beratung und Betreuung) erfüllen. Der "Mystery-Check" ohne Akteneinsicht ist nach Expertenmeinung allerdings nur bedingt geeignet, um die Abläufe in der medizinischen Abteilung zu überprüfen.

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