Virtuell reisen dank Web 2.0

Sie wollten schon immer mal über die Golden Gate Bridge fahren? Träumen von einer Reise zum Mars? Seit Web 2.0 braucht man dafür nicht mehr in die Ferne aufzubrechen. Ein Klick bringt Sie virtuell auf Reisen - sogar unter Wasser mit Google Ocean

Sie wollen in den Urlaub – aber kommen gerade nicht weg? Enger Terminkalender, Grippe, Familienfeier? Es gibt genug Gründe, die dem Abflug in die Ferne einen Strich durch die Rechnung machen. Seit Web 2.0 und dem findigen Weltkartografen der Neuzeit, Google Earth, ist das jedoch gar kein Problem mehr. Mittlerweile kann man sich von jeder Ecke des Globus immerhin virtuell ein Bild machen. Ein ziemlich genaues sogar. Entweder man liest und klickt sich durch die manchmal gut gemachten Reise-Blogs mit teils pedantisch genauer Bilddokumentation der Route.

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A7 Richtung Elbtunnel

Oder man holt sich eine Momentaufnahme auf den heimischen Computer und schaut durch die schätzungsweise 30.000 Webcams auf Plätze dieser Welt. Alle paar Sekunden übermitteln sie aus den unterschiedlichsten Winkeln der Erde den Status Quo. Schneit es schon in den Alpen? Staut es sich auf der A7 Richtung Elbtunnel? Scheint die Sonne auf den Bahamas? Fragen, auf die sich kurzfristig eine Antwort auf den Schirm holen lässt.

Mittlerweile lassen sich auch zahlreiche touristische Sehenswürdigkeiten online besichtigen. Auf einem virtuellen Spaziergang lernt man beispielsweise das

Schweizer Parlament in Bern kennen, klickt sich durch das Gebäude und genießt Ausblicke von der Kuppel des Bundeshauses. In zahlreichen anderen Städten schaut man sich per Panoramablick um, ohne auch nur einen Fuß vor die Haustür setzen zu müssen, beispielsweise in Berlin oder Münster.

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Parlament in Bern

Mit dem Tool

"Street View" von Google lassen sich kleine Spaziergänge unternehmen, durch abfotografierte Straßen. Dafür fahren von Google beauftragte Autos mit auf dem Dach installierten Kameras durch die Straßen und knipsen aus nächster Nähe Häuser, Gebäude, Straßen und Menschen - ein Vorgehen, das von Datenschützern stark kritisiert wird. Bislang abgelichtet wurden beispielsweise Rom und Barcelona.

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Virtuelle Fahrt über die Golden Gate Bridge

Das Ergebnis: Auf einer Karte sieht man einen kleinen Pictogramm-Menschen, direkt daneben die jeweilige Fotografie des Ortes. Schritt für Schritt bzw. Bild für Bild bewegt sich der Reisende – zumindest virtuell – durch die Stadt. Kleine Spaziergänge zwischendurch, etwa über den Ocean Drive in Miami, sind mit dem Tool kein Problem mehr, vorbei an Geschäften, Wohnhäusern, mit Blick auf das Wasser im Sonnenuntergangsrot - als Pictogramm-Mensch nur einen Klick entfernt möglich.

Das Netz bietet Reisenden sogar Ziele an, die womöglich kaum ein Mensch jemals in der Realität besuchen würde. Beispielsweise Touren zum "Mars" oder man fliegt vom Sternenbild "Löwe" zur Andromeda-Galaxie.

Ganz neu ist die Reise unter die Meeresoberfläche. Mit Google Ocean reist man per Mausklick beispielsweise in die Unterwasserwelt vor Hawaii, fliegt vorbei an den bizarren Formationen der Unterwasser-Gebirswelt und sieht Fotos von bislang unbekannten Meeresbewohnern. Zudem kann man Wale auf ihrem Weg durch die Ozeane per "Animal tracking" verfolgen. Taucher können nach Wracks suchen und sich kurze Unterwasser-Filme anschauen.

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Wer sich nicht für pures Straßen-Sightseeing, Ozeane und das Universum interessiert, dem sei der Kunst-Clou von Google Earth ans Herz gelegt: eine Kooperation mit dem Museum Prado in Madrid. Seit einigen Wochen stehen 14 digitalisierte Kunstwerke zum Hineinzoomen bereit. Unter den Werken sind beispielsweise El Grecos "Mann mit der Hand auf der Brust" und "Las Meninas" von Velázquez. Jeder einzelne Pinselstrich ist zu erkennen, jede Träne im Bild, jede Haarsträhne, Details, die dem Betrachter im Museum vor Ort verborgen geblieben wären. Vielleicht ist das die Zukunft des Reisens: virtuell dichter dran als in der Realität. Immerhin fliegt man schon jetzt problemlos bis in den Weltraum und taucht gen Meeresboden.

Google Earth Version 5.0 (Google Ocean) können Sie sich hier herunterladen:

http://earth.google.com/ocean

Die Kunstwerke vom Prado findet man bei Google Earth. Geben Sie im Suchfeld "Prado, Madrid" ein. Wenn Sie dichter an das Gebäude "heranfliegen" (zoomen mit dem Plus in der rechten oberen Ecke), nimmt es eine bläuliche Farbe an. Klicken Sie jetzt auf das Feld "Museo Nacional del Prado", es öffnet sich die Galerie mit den 14 Kunstwerken zum Hineinzoomen.

In der neuen Version Google Earth 5.0 lässt sich zwischen den drei Ansichten Earth, Sky und Mars wechseln. Auszuwählen unter dem Saturn-Symbol in der oberen Leiste.

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