Stationen einer Weltreise: planen, reisen, zurückkommen

Eine Weltreise - für viele der absolute Traum, doch nur wenige realisieren ihn wirklich. Wir haben Menschen gefragt, wie sich der Traum vor der Abreise, mittendrin und danach anfühlt
In diesem Artikel
PLANEN
"On the road"
Seit Monaten wieder daheim
Tipps zur Weltreiseplanung

PLANEN

Das Paar Jürgen Dommer und Helga Negele aus Memmingen steckt gerade mitten in der Planungsphase. Die Beiden wollen im Juli mit ihrem 20 Jahre alten Bus auf dem Landweg bis nach Australien reisen.

GEO.de: Was reizt Sie an einer Weltreise?

Helga Negele: Das ist nicht so einfach zu beantworten, die Idee hat sich einige Jahre lang angebahnt. Grundsätzlich haben wir eine große Neugier auf Neues. Dann haben wir uns gefragt, was wir in unserem Leben verändern wollen und was wir richtig gern machen. Da kam immer dieselbe Antwort: Wirklich gut geht es uns, wenn wir in den Bus steigen und neue Menschen und neue Kulturen kennenlernen.

Jürgen Dommer: Bei mir kommt ein weiterer Grund hinzu: Ich arbeite seit fast 20 Jahren im gleichen Betrieb im gleichen Beruf, habe mich dort langsam hochgearbeitet und habe eine Führungsposition – das ist auch alles toll, auch der Verdienst. Aber die Herausforderung im Alltag fehlte mir. Und irgendwann kam ich nach Hause und fragte Helga, ob sie Lust auf eine Weltreise hätte und war sehr überrascht, als sie sofort mit ja antwortete.

Wann geht es los?

Jürgen Dommer: Geplant ist Mitte Juli, eigentlich wollten wir schon früher los. Aber ich hatte einen Unfall mit dem Bus, der musste lange repariert werden. Und letztendlich war diese Verzögerung ganz gut, wären wir damals so kurzfristig gestartet, hätten wir viele Dinge falsch gemacht.

Was wäre denn falsch gelaufen?

Jürgen Dommer: Wir konnten uns besser einlesen über die Länder und haben bei der Recherche entdeckt, das Einiges vorbereitet werden muss. Wir mussten etwa eine "Carnet de Passage" beantragen (Anm. der Redaktion: Ein Grenzdokument, welches die vorübergehende zollfreie Einfuhr von Fahrzeugen in bestimmten Ländern erlaubt). Dazu kamen Impfungen, Visaanträge, die teilweise über Wochen dauerten.

Wie lange planen Sie schon?

Insgesamt hat die gesamte Recherche, Besorgen von Kartenmaterial und so weiter rund fünf Monate gedauert.

Gab es Schwierigkeiten bei der Planung?

Richtig ausgebremst wurden wir nie. Aber Einiges nahm mehr Zeit in Anspruch, als wir gedacht hatten. Das Schwierigste daran ist, dass man die meisten Sachen erst etwa ein halbes Jahr vorher konkret angehen kann. Der Job, die Wohnung müssen zu einem bestimmten Zeitpunkt gekündigt werden, dann die Versicherungen.

Helga Negele:Verunsichernd waren die widersprüchlichen Angaben in den Reiseberichten. Man liest in vielen Reiseblogs, in denen von den Ländern geschwärmt wird – und dann Medienberichte, die wieder ganz anders sind. Das ist schon verwirrend.

Wie finanzieren Sie die Reise?

Jürgen Dommer: Anfangs dachten wir, dass wir das Geld schnell zusammen bekommen. Dann musste erst der Bus aufwändig repariert werden. Und bei der Planung kamen uns ständig neue Ideen, etwa Abstecher nach China, das geht in die Reisekasse. Wir haben viele unserer Sachen verkauft, das teure Auto, Hausrat auf dem Flohmarkt, jetzt ist mein Motorrad dran. Hinzu kommt unser Erspartes und jetzt sind wir in der Phase, in der wir knallhart sparen. Jeder Cent, den wir nicht brauchen, legen wir zur Seite.

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Das rollende Domizil der nächsten Monate

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Weltreisende in spe: Helga Negele und Jürgen Dommer

Wie viel Geld wollen Sie bis Juli gespart haben?

Unser Ziel sind 30 000 Euro. Davon gehen 5000 Euro ab für die Carnet de Passage, hinzu kommen Beträge für monatliche Versicherungen. Am Ende der Reise wollen wir rund 7000 Euro übrig haben, damit wir unser Auto zurückverschiffen können und bei der Rückkehr nicht ganz ohne einen Euro dastehen.

Gibt es Momente, die Ihnen Angst machen?

Unentwegt. Das geht täglich mehrmals rauf und runter. Es reicht schon eine Negativgeschichte in einem Reisebericht, um unseren ganzen Plan in Frage zu stellen.

Bei mir kamen zudem Existenzängste auf, etwas Neues für mich. Ich bin 42 Jahre alt, habe einen super Job, mich intern hoch gearbeitet. Da fragt man sich: Kommt danach wieder ein Job – oder das große Loch? Daran habe ich kräftig zu knabbern.

Helga Negele: Das Gute ist: Wir sind unabhängig, haben keine Kinder, keine Schulden. Wir haben nichts, was wir wirklich verlieren könnten.

Planen Sie Ihren Wiedereinstieg nach der Reise?

Wenn wir zurückkommen, stehen wir vor dem Nichts. Den Bus haben wir natürlich. Aber für mich ist das okay, weil wir noch nicht wissen, wo wir sein werden und hin wollen. Dadurch dass man alles aufgibt, schafft man sich die Offenheit und auch die Freiheit hinterher neu anzufangen. Vielleicht finden wir auch ganz woanders eine Arbeit. Aber der Gedanken macht natürlich auch richtig Angst, ich würde lügen, wenn ich sagen würde es ist nicht so.

Was sagt die Familie?

Die haben es lange verdrängt, aber sich langsam daran gewöhnt. Die macht sich Sorgen, na klar. Eltern ist egal, wie alt man ist, man bleibt immer Kind.

Was erwarten Sie von der Reise?

Ich habe keine Erwartungen. Ich freue mich auf ein Jahr, in dem man im Moment lebt. Mal rauskommen aus der Tretmühle des Alltags und sich komplett auf Neues einlassen.

Jürgen Dommer: Insgeheim der Wunsch nach Offenheit. Auch mal andere Dinge zu denken - auch was den Job betrifft. Vielleicht will man noch mal etwas ganz anderes arbeiten. Aber ich habe keine großen Erwartungen, ich wäre auch nicht böse, wenn so etwas nicht passiert.

"On the road"

Mathias Klötzler hat im September 2008 mit einem Freund seinen Rucksack geschultert und tourt seitdem durch Asien und Zentralamerika.

GEO.de: Wo genau sind Sie gerade?

Mathias Klötzler: Ich bin zur Zeit in Antigua, der ehemaligen Hauptstadt Guatemalas und sitze in meinem Hostel mit Blick auf das Vulkanpanorama um mich herum.

Welches Land hat Ihnen bislang am besten gefallen?

Das ist schwierig zu sagen. Es kommt darauf an, woran man das messen möchte. Es gibt Länder, die faszinieren mit ihrer atemberaubenden Landschaft, wie Nepal etwa, andere stechen durch ihre absolute Andersartigkeit hervor, ich denke dabei an Indien, und in wieder anderen führen Zufälle dazu, dass man besondere zwischenmenschliche Erfahrungen macht. Alles hat seinen Reiz und wird auf so einer Reise unwillkürlich miteinander kombiniert. Ich denke aber, Nepal hat bei mir einen recht starken Eindruck hinterlassen.

Haben Sie ausreichend Zeit, um die Länder in Ruhe anzuschauen?

Mit der Zeitplanung ist das so eine Sache. Klar plant man im Vorwege Routen und schmiedet Pläne - doch mein "Zeitplan" war schon nach den ersten zwei Monaten auf Abwegen. Eigentlich wollte ich durch China und Südostasien, doch unterwegs kommt alles anders. Ich habe China nie betreten, aber dafür Kambodscha und Laos. Für mich ist das Reisen nicht so sehr das Abarbeiten verschiedener Ziele, sondern die Offenheit gegenüber allem Unerwarteten, was einen immer weiter vorantreibt.

Wären Sie gerne an einem Ort länger geblieben?

Länger geblieben wäre ich gerne in Nepal. Nach der 20-tägigen Wanderung um den Annapurna war mein 1-Monats-Visum so gut wie aufgebraucht, so dass nur wenig Zeit für etwa Kathmandu blieb. Ich fühle mich leider oft wie bei einem Spaziergang durch eine Einkaufsstrasse, wobei ich zwar ab und zu in einige Läden eintrete, aber es meist bei einem Blick in die Schaufenster bleibt. Auf einer Reise bei der man viele Länder in verhältnismäßig kurzer Zeit besucht, bleibt immer etwas auf der Strecke. Es wird hoffentlich nicht mein letzter Ausflug dieser Art gewesen sein, so dass ich beim nächsten Mal meine Ziele wissender auswählen kann.

Vermissen Sie etwas? Ein Lieblingsessen? Freunde und Familie?

Klar kommt immer mal wieder die Heimat in einem hoch. Ich bin jedoch scheinbar nicht der Typ für schweres Heimweh. Der Rationalist in mir erinnert mich immer daran, dass ich wiederkehren werde und wohl alles beim Alten sein wird. Manchmal sitze ich jedoch einem Ort irgendwo in der Welt, den ich als besonders schön empfinde und denke an meine Freunde und Familie daheim.

Ist schon etwas schief gelaufen?

So etwas gehört dazu. Bisher hatte ich aber eigentlich viel Glück. Mein dümmstes finanzielles Missgeschick war in Bangkok, als ich unschuldig für eine Nacht ins Gefängnis musste. Die ganze Geschichte zu erzählen wäre zu lang, jedoch endete alles damit, dass ich knappe 1000 US Dollar für meine Freilassung zahlen musste.

Sind Sie unterwegs krank gewesen?

Meinen ärgsten Zwischenfall hatte ich auf den indischen Andamanen Inseln. Ich wachte morgens mit Schmerzen in der Brust und Rücken auf. Meine Lunge schmerzte bei jedem Atemzug. Da wurde mir etwas mulmig zumute. Mein Freund holte im nächsten Dorf eine Arznei. Die Diagnose: "Gas", das in meinem Körper irgendwie verklemmt sei. Das hatte ich nie zuvor von gehört. Nach einigen Fiebernächten suchte ich das Dschungelkrankenhaus auf: die gleiche Diagnose. Man gab mir neue Medikamente und nach einigen Tagen und einer Cornflakes-Diät ging es mir schließlich wieder gut.

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Einmal um die Welt, egal mit welchem Transportmittel

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Mathias Klötzler

Welches Teil aus Ihrem Rucksack hat sich als unverzichtbar auf der Tour herausgestellt?

Eigentlich ist jedes Teil ein Stück persönlicher Luxus, den man nicht aufgeben möchte. Ich reise mit einem viel zu großen Rucksack und viel zu viel Zeug. Man könnte auch mit einem Schulrucksack losziehen und würde nichts "wirklich" missen. Kleidung ist immer und überall erhältlich - man muss Neukäufe nur mit seinem Mode-Ego vereinbaren. Ich habe kleine Gimmicks dabei, die meine Reise ein bisschen komfortabler machen. Meine Stirnlampe etwa einer meiner besten Freunde. Ob bei einem der zahlreichen Stromausfälle oder beim Lesen in den Schlafsälen - sie hat sich stets bewährt. Für mich persönlich absolut unverzichtbar ist meine Kameraausrüstung. Es würde mir in der Seele weh tun nicht filmen und fotografieren zu können.

Was ist vollkommen überflüssig?

Ich bin recht stolz und zufrieden sagen zu können, das alles was ich in meinem Rucksack umherschleppe auch tatsächlich zum Einsatz gekommen ist. Um mir dieses positive Gefühl zu erhalten sage ich mal, dass nichts überflüssig oder unnütz war.

Wollten Sie schon mal abbrechen?

Ein ganz klares Nein. Kam mir wirklich nie in den Sinn.

Haben Sie eine Art Alltagsroutine?

Vielleicht eine "Abart" der Alltagsroutine, da ja fast nichts alltäglich ist. Klar, mein Rucksack und ich sind mittlerweile alte Bekannte. Wir kennen uns in- und auswendig. Man entwickelt eine gewisse Routine für bestimmte Dinge, wie Ein- und Auspacken, Wäsche per Hand waschen - halt die privaten Dinge die überall weitestgehend vom Umfeld unangetastet passieren. Der Rest ändert sich ja ständig.

Haben Sie schon eine Idee, wie es nach der Tour weitergeht?

Vor der Abreise habe ich weitestgehend alles aufgegeben. Ich werde zunächst keinen Job, keine Wohnung oder dergleichen haben. Meine Reise geht somit zu Hause weiter. Bislang gibt es keinen konkreten Plan, wie es weitergehen wird, jedoch verschiedene Ideen im Kopf. So wie meine Reisephilosophie ist, bin ich offen für alles was kommt. So bleibt es spannend - das mag ich!

Seit Monaten wieder daheim

Die Weltreisenden Lucia Dettli und Bernhard Ackermann aus der Schweiz waren 440 Tage lang mit ihrem Campingbus auf Weltreise. Gestartet sind sie gen Osten, dann reisten sie durch Bulgarien, Türkei, Iran, Pakistan, Indien, Südostasien, Sibirien, Mongolei und Europa zurück in die Schweiz. Seit Oktober 2008 sind sie zurück - wie war's unterwegs und klappt der Wiedereinstieg danach?

Sie sind mit dem Campingbus verreist. War das eine gute Idee?

Bernhard Ackermann: Wenn man mit dem eigenen Auto unterwegs ist, hat man immer sein gemütliches Bett dabei, seine Küche, Kühlschrank, Kleider. Dazu Bergsteigerausrüstung und Laptop, viele Sachen, die uns das Leben versüßt haben. Das ist eine Luxusreiseform. Komplizierte Momente gab es auch: Wir brauchten etwa zehn Tage, um das Auto in Russland einzuführen. Wir mussten überall irgendwelche Stempel besorgen. Das war extrem mühsam, eine echte Konfrontation mit der russischen Bürokratie.

Lucia Dettli: Wir haben immer im Bus gewohnt. Auch darin gekocht. Selbst wenn das Essen in Asien sehr günstig war, haben wir es immer als Luxus empfunden, unterwegs mal die eigenen Menüs kochen zu können. Besonders in Pakistan. Während unserer vier Wochen dort war Ramadan. Dann bekommt man gar nichts zu essen. Wir waren froh, die eigene Küche dabei zu haben.

Hatten Sie unterwegs Probleme mit der Polizei?

Bernhard Ackermann: Unsere erste Begegnung mit der Polizei hatten wir in Pakistan, die eskortierte uns 1500 Kilometer lang, weil wir nicht alleine durch das Land fahren durften. Die Männer waren unglaublich hilfsbereit. Mit dem Auto hatten wir als Ausländer so eine Art 'Wild Card'. Wir konnten eigentlich überall durchfahren. Vielleicht auch, weil viele kein Englisch konnten. In Westrussland jedoch versuchen die Polizisten, Geld von Touristen zu kassieren. Sie halten einen an und behaupten etwa, dass man 140 gefahren wäre. Dabei wussten wir genau, dass unser Bus das letzte Mal vor einem Jahr so schnell gefahren ist.

Lucia Dettli: Und dann wollen sie sehr viel Geld, fangen an, 1000 Euro zu fordern.

Bernhard Ackermann: Wir haben gemerkt, dass man mit ein bisschen Humor und Standfestigkeit nicht bezahlen muss. Wir haben nie die Polizei geschmiert. Aber wir mussten schon manchmal zwei bis drei Stunden plaudern, bis sie einen weiterfahren ließen.

Zwei, bis drei Stunden?

Lucia Dettli: Ja, macht braucht schon Zeit. Denen war oft langweilig. Und wenn man sie ein bisschen unterhält, wollen sie nicht, dass man überhaupt wieder geht.

Wie viel Reisebudget hatten Sie – und hat es gereicht?

Bernhard Ackermann: Wir haben etwa 28 000 Euro ausgegeben für die gesamte Reise. Natürlich ohne den Kauf des Fahrzeuges. Gereicht hat es, wir haben sogar um ein halbes Jahr verlängert.

Hatten Sie ein Tagesbudget?

Lucia Dettli: Nein, wir haben gesehen, dass es viele so machen. Aber das wollten wir ganz bewusst nicht. Wir gaben so viel Geld aus, wie wir brauchten. Wir hätten lieber die Reise eher abgebrochen, als jeden Tag genau auf das Geld zu achten.

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Waschküche mit Ausblick

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Eine Essenseinladung unterwegs: ein Event für die gesamte Familie

Wollten Sie unterwegs mal abbrechen?

Lucia Dettli: Als Bernhard knapp zwei Monate krank war, überlegt man schon: Bringt es noch etwas, weiter zu reisen? Aber es hat uns immer super gefallen. Manchmal war es schwierig, das Visum zu bekommen. Vor allem das russische Visum war extrem kompliziert. Aber das gehört zu so einer Reise dazu.

Hat Sie ein Land auf der Reise überrascht, weil es ganz anders war als erwartet?

Bernhard Ackermann: Pakistan. Die Leute dort waren so unglaublich gastfreundlich. Wir wurden bestimmt 30 Mal am Tag eingeladen, um bei jemanden zum essen oder zu übernachten. Das war wider Erwarten toll. Manchmal haben wir solche Einladungen auch angenommen. Da kam meist die gesamte Familie.

Lucia Dettli: Auch Iran war toll. Neben Kambodscha und Pakistan war das eines der eindrücklichsten Länder in Bezug auf Gastfreundschaft und Freundlichkeit der Menschen.

Wenn Sie noch mal aufbrechen würden, würden Sie etwas anders machen?

Bernhard Ackermann: Anders machen würde ich nichts. Unbedingt wiederholen! Aber das mit der Zeit ist eine Gretchenfrage. Wir haben beide eine gute Ausbildung. Und wenn man beruflich vorwärts kommen will, dann kneift das ein bisschen, wenn man vier Jahre unterwegs wäre.

Lucia Dettli: Das Schwierigste an der Reise war alles vorher aufzugeben, auf Reisen zu sein ist nicht schwierig. Wenn man das noch mal macht, bräuchten wir viel Energie, um wieder alles aufzugeben.

Wie war der Wiedereinstieg?

Bernhard Ackermann: Wir hatten eigentlich geplant, im Sommer wieder da zu sein. Dann hätten wir im Bus wohnen können. Dann kamen wir aber erst im Winter zurück und wohnen jetzt bei den Eltern. Auch die Jobsuche gestaltet sich als schwierig. Mitten in der Wirtschaftskrise sieht der Arbeitsmarkt nicht gerade gut aus.

Wie reagieren die Personaler beim Vorstellungsgespräch?

Das ist unterschiedlich. Die einen fragen: Wie lange bleiben Sie in der Schweiz bevor Sie wieder weggehen. Und meinen: Der hat sich nur eine schöne Zeit gemacht und scheint kein seriöser Mensch zu sein. Andere glauben, dass so eine Reise einem nur gut tut. Dass man viele unterschiedliche Situationen meistert und die Persönlichkeit entwickelt.

Lucia Dettli: Ich bin Lehrerin und hatte unterwegs bereits die Nachricht von meiner Rektorin, dass ich wieder arbeiten könne. Nach nur vier Tagen habe ich wieder unterrichtet. Mir ging das etwas zu schnell. Aber so hatte ich wenigstens einen Rahmen und verdiene für beide.

Viele Reisende klagen darüber, dass die Urlaubs-Erinnerung so schnell verblasst. Wie ist das nach 440 Tagen Weltreise?

Bernhard Ackermann: Das scheint ein Naturgesetz zu sein: Die Erinnerung rutscht immer in den Hintergrund. Aber die letzten Monate haben wir unsere Bilder sortiert und dadurch ist man immer wieder in dieser Welt drin.

Lucia Dettli: Der Alltag holt einen schon schnell ein. Die gleichen Sachen nerven einen, von denen man unterwegs noch dachte, dass man sich nicht mehr darüber aufregen würde. Aber insgesamt reagiert man auf viele Alltags-Dinge anders, wenn man einmal gesehen hat, dass viele Leute nicht mal ausreichend zu essen haben. Wir haben auf der Reise festgestellt, dass wir Glück hatten, in Europa aufzuwachsen.

Bernhard Ackermann: Und einige Bilder, etwa wenn man an Kilometerlangen Flüchtlingscamps vorbeigefahren ist, die bleiben ein Leben lang.

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Treuer Begleiter: der Campingbus

Lucia Dettli und Bernhard Ackermann haben über ihre Reise einen Bericht geschrieben.

Tipps zur Weltreiseplanung

Tipps zur Weltreiseplanung:

In dem Weltreiseportal www.worldtrip.de, einer Internetpräsenz des Globetrotter-Paars Astrid & Martin, finden sich zahlreiche Tipps für die Weltreiseplanung und -vorbereitung. Das Weltreiseforum erfreut sich reger Beteiligung.

Eine hilfreiche Checkliste für die Planung einer Weltreise bietet: www.weltreise-machen.de

Über Einreisebestimmungen und eventuelle Impfvorschriften informiert das Auswärtige Amt

Falls Globetrotter unterwegs in Schwierigkeiten geraten, können Sie sich an die

deutschen Auslandsvertretungen wenden.

Krank auf Reisen - bloß nicht! Die Ärzte vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin stellen ihr Expertenwissen für Ihre Gesundheit bereit. Informieren Sie sich über Impfungen, Gesundheitsrisiken, deren Behandlung und Vorbeugung
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