Flugreise: Achtung vor Extrakosten

Fluglinien überraschen mit immer neuen Sparideen. In den USA kosten Kissen und Decken extra Geld. In Deutschland muss man womöglich bald den Koffer selbst zum Flugzeug tragen. Die fünf ärgerlichsten und skurrilsten Abzockereien

1. Kissen kosten extra

In den USA ist auf Flugreisen seit einigen Monaten Schluss mit kuschelig. Vorbei die Zeiten, in denen man sich bequem in die Sitze fläzte, kostenlos Longdrinks orderte und sich für ein kleines Nickerchen in die Decke hüllte. Bei den Airlines ist das große Sparfieber ausgebrochen. Der neueste Einfall der US-Airlines, um extra Kasse zu machen, heißt "Power Nap Sack". Zu Deutsch: Schlummer-Sack. Darin enthalten ein Kissen und eine Decke. Dieses Paket bietet die Fluggesellschaft US Airways Gästen auf Inlandsflügen an.

Auch andere Airlines haben diese zusätzliche Geldquelle für sich entdeckt: Bei JetBlue Airways nennt man die Schlummerausrüstung "Travel Pillow and Blanket Kit". Bei Allegiant Air, einer weiteren Billigairline, werden aufblasbare Nackenkissen verkauft, so wie bei Air Canada.

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Schluss mit Schlummerland for free: Kissen kosten in den USA extra

2. Toilettengebühr, Koffer zum Flieger tragen, Stehen statt sitzen

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Dieses Zukunftsmodell hat die Agentur Solutions vor einiger Zeit entworfen. Der Vorteil der Stehflüge: Geschäftsleute können so schnell wie möglich von Bord

Der wohl findigste Airline-Chef in punkto Geldmacherei ist Ryanair-Chef Michael O'Leary. Alle paar Wochen hat er eine neue Idee, wie man Passagieren künftig mehr Geld abknöpft - oder eben anderweitig einspart. Unter den Highlights seiner Sparfuchserei ist die Toilettengebühr. Die Idee: Ähnlich wie auf Bahnhofstoiletten sollen Fluggäste eine Münze einwerfen und das Flugzeugklo öffnet sich. Kürzlich ließ er verlauten, dass man darüber nachdenke, die Passagiere ihren Koffer selbst zum Flieger tragen zu lassen. Adé teurer Transport. Und just vor ein paar Tagen stand er mit dieser Nachricht in den Schlagzeilen: Hocker statt Sitze. Er überlegt, neben den regulären Sitzplätzen zusätzliche Hockerpätze einzubauen. Die Passagiere würden dann auf kurzen Flügen quasi im Stehen fliegen, mit einem Gurt um die Hüfte geschnallt. Der Entwurf stammt übrigens nicht von ihm: Die chinesische Airline Spring denkt, wie der chinesische Sender CCVT berichtet, seit Anfang des Jahres über diese Option nach. Rund 40 Prozent mehr Passagiere könnten so transportiert werden, bei 20 Prozent weniger Kosten. Noch - das sei zum Trost gesagt - sind alle diese Ideen Zukunftsmusik. Noch.

3. Gepäckstücke bezahlen

Nicht genug, dass man mittlerweile bei jedem Kofferpacken feinsäuberlich seine Kleidung auf der Küchenwaage abwiegt, damit man auch ja nicht die 15 Kilogramm Maximalgewicht an Gepäck überschreitet, die etwa der Billigflieger Easyjet erlaubt. Dafür, dass man überhaupt mit einem Koffer reist, zahlt man dann auch noch kräftig. Zwischen fünf und 15 Euro muss man bei Onlinebuchungen für den Koffer berappen. "Meldet" man seinen Koffer erst am Flughafen an, wird es noch teurer. Hinzu kommen Zusatz-Extra-Spezial-Gebühren für Sportgepäck, das je nach Airline unterschiedlich berechnet wird und natürlich das Übergepäck, für das kräftig zugelangt wird. Unterhaltsamer Nebeneffekt dieser Zusatzkosten: Am Flughafen sieht man gerne mal Reisende, die mitten im Hochsommer mehrere Lagen Klamotten schwitzend übereinander tragen, um Gewicht im Koffer zu sparen.

4. Zahlen für das Bezahlen

Bei Onlinebuchungen ist man bei Ryanair vollends einer wirren Zahlmethode ausgeliefert. Um zahlen zu können, muss man bezahlen. Heißt: Will man seinen Flug kaufen, zahlt man mit der Kreditkarte vier Euro zusätzlich, per EC-Karte 1,50 Euro. Die Möglichkeit, ohne Extra-Gebühr mit einer gängigen Karte zu buchen - oder den Betrag bar einzuliefern - gibt es bislang nicht. Jüngst hat das Kammergericht Berlin diese Methode als nicht rechtens verurteilt. Das letzte Wort ist allerdings noch nicht gesprochen: Ryanair will gegen das Urteil vorgehen. Also: Vorerst weiter draufzahlen.

5. Tricksen mit den Zielorten

Seit einiger Zeit haben die Billigairlines die Landkarte Europas neu geschrieben. Flieger mit der Destination Oslo landen etwa im knapp 60 Kilometer entfernten Torp, statt nach Hamburg geht es nach Lübeck und Barcelona liegt laut Ryanair in Girona, rund 100 Kilometer von der Metropole entfernt. Mit dieser Trickserei sparen die Fluglinien Geld. In der Peripherie zu landen ist schlichtweg günstiger. Dem reiselaunigen Flugbuchenden ist meist jedoch nicht klar, dass die Zielflughäfen so weit weg vom Wunschort liegen, steht beim Buchen das wahre Ziel doch nur in Klammern: z.B. Oslo (Torp). Und dass der Transport dann nochmal extra kostet, wird vielen dann auch erst vor Ort klar.

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