Norwegischer Kabeljau: zum Genießen

Viele Konsumenten sind verunsichert: Ist der Kauf von Kabeljau unbedenklich? Wenn er aus der kontrollierten Aufzucht oder nachhaltiger Fischerei stammt, wie in Norwegen praktiziert, steht dem Genuss aber nichts im Wege
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Ein Kabeljauschwarm vor den Küsten Norwegens.

Kabeljau gehört zu den bekanntesten und vielseitigsten Speisefischen weltweit. In vielen Ländern wird er als Nationalgericht serviert. Hierzulande steht er mit einem Anteil von 4,4 Prozent am gesamten Fischverzehr derzeit auf Platz fünf der Beliebtheitsskala. Doch sich häufende Negativmeldungen zur Überfischung der Weltmeere verleiden Konsumenten und Fischliebhabern den Genuss zunehmend. Umweltverbände raten ab, Händler reagieren irritiert und verzichten zum Teil darauf, bestimmte Fischarten anzubieten. Manchmal voreilig, denn selbst der kritisch beäugte Kabeljau kann absolut unbedenklich sein, wenn er aus der kontrollierten Aufzucht oder nachhaltiger Fischerei stammt, wie sie in Norwegen praktiziert werden.

Vorbildliches Fischereimanagement

Das Fischereimanagement des Landes ist darauf ausgerichtet, nur soviel Fisch zu entnehmen, dass die Bestände sich schnell wieder auffüllen können und die Fischerei auch morgen und übermorgen gesichert ist. So wie es das UN Fish Stocks Agreement von 1995 und der FAO Code of Conduct for Responsible Fisheries aus dem Jahre 1995 fordern. Darum bemühen sich zwar auch andere Staaten, aber längst nicht alle mit solch überzeugendem Erfolg wie Norwegen. Erst kürzlich haben die Universitäten von British Columbia und Rio Grande sowie der WWF bei einem Ranking zur verantwortungsvollen Fischerei Norwegen auf den ersten Platz gesetzt vor USA, Kanada, Australien und Island. Die nachhaltige Bewirtschaftung des Kabeljaus bestätigt auch der aktuelle WWF Einkaufsratgeber für Fische und Meeresfrüchte, der den norwegisch-arktischen Stamm mit "grün" für "gute Wahl" auszeichnet.

"Der Status der Fischbestände in der Barentssee ist sehr erfreulich", stellt Helga Pedersen, Norwegens Ministerin für Fischerei und Küstenangelegenheiten, fest. "Wir sehen, dass sich unsere dauerhafte Zusammenarbeit mit Russland beim verantwortungsvollen Management, in der Forschung und bei der Fischereikontrolle auszahlt." Der Bestand der Barentssee hat so stark zugenommen, dass die Quote für 2009 auf 525.000 t heraufgesetzt werden konnte. Zusammen mit dem Küstenkabeljau, von dem 21.000 t gefangen werden dürfen, liegt die Gesamtquote für Norwegen, Russland und Drittstaaten nun bei 546.000 t. Das sind 95.000 t mehr als 2008!

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Kabeljau: bedroht oder unbedenklich?

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Allzeit frisch

Außerhalb der Fangsaison zwischen Februar und Mai bietet es sich an, auf norwegischen Zucht-Kabeljau zurückzugreifen. Mittlerweile haben es die Zucht-Pioniere geschafft, den Fisch in Aquakulturanlagen aufzuziehen und marktfähig zu machen. Somit ist dieser ganzjährig frisch in bester Qualität erhältlich. Geschlachtet wird erst, kurz bevor der Fisch benötigt wird. So gelangt nur frischeste Ware auf den Markt.

Möglich wurde dieser Erfolg durch Norwegens fast vierzigjährige Kompetenz in diesem Bereich. Als Erfolgsmodell dient zum Beispiel die Aufzucht des Lachses. Das fachliche Know-how half den Züchtern, den Lebenszyklus des Kabeljaus zu verstehen. Das kalte und klare Wasser vor Norwegens Küsten bietet den Tieren natürliche, also ideale Lebensbedingungen – und das schmeckt man.

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