Reiserecht Illegale Unterkünfte

Frau A. bucht ein Apartment in Palma, vor Ort muss sie feststellen, dass es die Unterkunft gar nicht gibt. Wer haftet in diesem Fall?

Der Fall:

Leserin A. hat über ein Wohnungsvermittlungsportal ein Apartment in Palma gebucht. Doch als sie zum vereinbarten Zeitpunkt im Café wartet, erscheint der Gastgeber nicht – A. muss in ein Hotel gehen und ein Zimmer nehmen, das teurer ist als die reservierte Ferienwohnung. Offensichtlich ist A. an einen illegalen Vermieter geraten. Auf Mallorca dürfen nur offiziell angemeldete Apartments vermietet werden; die Behörden haben die Wohnung wohl aus dem Verkehr gezogen. Die Frage an unseren Reiserechtsexperten Dr. Ernst Führich: Bleibt unsere Leserin auf ihren Mehrkosten sitzen? Kann sie Schadenersatzansprüche beim Vermieter oder beim Vermittler geltend machen?

Die Antwort des Experten:

"Beim Vermittler. Wenn derart strikte Vorschriften bestehen, ist der Vertrag zwischen Vermieter und Vermittler rechtlich nichtig; der Urlauber hat keine Ansprüche gegen den Vermieter. Allerdings handelt die Agentur betrügerisch, denn sie hätte die Zertifizierung des Vermieters überprüfen müssen. Sie kann strafrechtlich belangt werden und muss für den Schaden haften."

Illegale Unterkünfte

Ihre Fragen zum Reiserecht, erklärt Prof. Dr. Ernst Führich. Er ist durch viele Veröffentlichungen wie dem Ratgeber "Reiserecht - Guter Rat bei Urlaubärger" als einer der führenden Reiserechtler ausgewiesen. Aktuelles zum Reiserecht und seine "Kemptener Reisemängeltabelle finden Sie unter www.reiserecht-fuehrich.de.

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