Norwegen Droht der Preikestolen abzubrechen?

Geologen sind beunruhigt, dass der Preikestolen irgendwann in den Lysefjord stürzen könnte. Die Wissenschaftler beginnen nun Norwegens weltberühmten Felsen genauer zu überwachen. Ein Grund zur Panik besteht jedoch nicht
Pulpit Rock, Prekestolen, Norwegen

Auch Naturwunder halten nicht für immer. Dies hat jüngst der Einsturz des ikonischen Azure Windows auf Malta gezeigt. Norwegens wohl berühmteste Felsformation, den Preikestolen, wollen Geologen nun vorsorglich genauer unter die Lupe nehmen.

Anlass liefert ein Riss, der bereits 1930 entstanden und etwa einen halben Meter groß ist. Im Mai diesen Jahres wurde festgestellt, dass sich dieser um wenige Millimeter vergrößert hat – zum ersten Mal seit 22 Jahren.

Der Preikestolen als 3D-Modell

Auch wenn die Experten deshalb keinen Grund zur Panik sehen, wollen sie zukünftig auf modernere Messmethoden als bislang setzen. Mit Hubschraubern wollen sie hochauflösende Luftaufnahmen aus verschiedenen Perspektiven erstellen. Darüberhinaus soll ein 3D-Scan der Oberfläche des Preikestolen erstellt werden, um eine stabile Überwachung gewährleisten zu können.

Weitere Felsen am Lysefjord werden untersucht

Was bedeutet das für die rund 300.000 Touristen, die den Felsvorsprung jedes Jahr besuchen? Erst einmal nichts, denn es scheint keine akute Gefahr zu bestehen.

„Wir gehen davon aus, dass sich der Preikestolen in letzter Zeit nicht beweget hat“, sagte die Geologin Marina Böhme dem Stavanger Aftenblad. Nichtsdestotrotz sei es wichtig mögliche Bewegungen zukünftig erkennen zu können. „Wir werden auch regelmäßig  hinaufsteigen, um den Riss zu untersuchen“, so die Wissenschaftlerin.

Auch 32 umliegende Berge sollen nun genauer untersucht werden. Vor allem jene, die direkt über den Fjord ragen. „Sollten sie hinabstürzen, können sich Flutwellen bilden“, warnt Böhme.

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