Hessens berühmte Ruinen Am Edersee ist "Atlantis" wieder aufgetaucht

Wer in diesen Tagen den Edersee besucht, wird wegen des niedrigen Wasserstandes vielleicht nicht tauchen - dafür aber alte Ruinen bewundern können. Denn Hessens "Atlantis" ist wieder aufgetaucht
Edersee, Mauerreste

Die gefluteten Ruinen der früheren Dörfer Berich, Asel und Bringhausen sind heute eine beliebte Touristenattraktion. Beinahe jedes Jahr tauchen die alten Gemäuer an der Wasseroberfläche des hessischen Edersees auf, wenn der Regenstand niedrig ist und der Wasserpegel sinkt.

Doch so wenig Wasser wie in diesem Jahr, füllte den See lange nicht: Der Füllstand der Edertalsperre liegt aktuell bei nur 28 Prozent (Daten vom 10. Juli 2017) und auch zukünftig dürfte sich dieser Trend aufgrund der Klimaveränderungen fortsetzen.

Als 1912 der Stausee gebaut wurde, mussten 700 Dorfbewohner dem Stausee weichen und die Mauern wurden geflutet. Seitdem liegen die alten Ruinen auf dem Grund des Edersees.

Die Ruinen sind ein Touristenmagnet

Die Tourismusindustrie freut's! Jedes Jahr verzeichnet die Region um den Edersee rund 700.000 Übernachtungen und drei bis vier Millionen Tagesgäste. Sollte den Edersee langfristig immer weniger Wasser füllen, würden die Wassersport-Touristen allerdings ausbleiben.

Doch dann könnten die Ruinen mit der berühmten Brücke bei Asel locken, die besonders gut erhalten ist und ebenfalls im Sommer aus dem Wasser erscheint.

Der Förderverein zum Erhalt der Dorfstelle Berich möchte noch weiter gehen und die alten Ruinen seit 2012 restaurieren und aufbauen. Die EU-Mittel sind jedoch beinahe erschöpft und auch für das Wasser- und Schifffahrtsamt steht die Sicherung der Schiffahrt eher im Fokus als der Schutz der Dorfruinen.

Auch die Gemeinde Edertal setzt sich für die alten Gemäuer ein. Doch statt die Mauern wieder aufzubauen, möchte eine Gruppe von Archäologen die Dorfstelle Bringhausen virtuell wieder auferstehen lassen.

Mit einer App sollen Informationen zu den Überresten abrufbar sein, wenn Touristen die entsprechenden Stellen am Seeboden mit ihrem Mobilgerät abwandern. Geldgeber werden jedoch auch für dieses Projekt noch gesucht. Im Herbst dieses Jahres sollen als erster Schritt diverse Infotafeln den alten Ort sichtbar machen - ganz analog.

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