Nils Ferber und die Micro Wind Turbine

Die peruanischen Anden der Cordillera Blanca haben Nils Ferber nachhaltig beeindruckt: Imposante Gipfel und Gletschermassive, türkisblaue Seen, wenig Menschen aber dafür Kolibris, die einen bis zur Vegetationsgrenze begleiten. Dabei gibt es nur ein Problem: "Auf längeren Trekkingtouren war ich in der Vergangenheit häufig selbst mit dem Problem konfrontiert, elektronische Geräte unterwegs laden zu müssen". Weil er mit transportablen Solar-Panelen vor allem bei schlechtem Wetter schnell ohne Strom dastand, suchte er nach einer besseren Lösung. Dafür sprach er mit einigen professionellen Abenteurern. Doch keiner hatte eine Lösung parat. Also griff der gelernte Industriedesigner zu Stift und Papier und entwickelte ein Produkt, das sowohl bei den unterschiedlichsten Wetterbedingungen, Temperaturen und Windstärken verlässlich funktionieren und trotzdem so kompakt und leicht wie möglich sein sollte: die Micro Wind Turbine. 

Nils Ferber und die Micro Wind Turbine

Das Besondere: Trotz der beeindruckenden Fläche, die die Turbine als Widerstandsfläche bereithält, wiegt der Prototyp weniger als ein Kilo und lässt sich bequem auf Schirm-Größe zusammenklappen. Seitdem das Konzept das erste Mal publiziert wurde, landeten bei Nils Anfragen von Aussteigern aus der kanadischen Wildnis, für wissenschaftliche Forschungsreisen und für Winterexpeditionen durch Island. "Diese offensichtliche Nachfrage ist eine große Motivation und hat natürlich auch zu der Entscheidung beigetragen, das Konzept zur Serienreife weiterzuentwickeln", erzählt Nils, der das Produkt in naher Zukunft über eine Crowdfunding-Kampagne auf den Mark bringen möchte.

Franzi, Marius, Lotta und das Sackerl

Franzi, Marius und Lotta treibt es mit ihrem VW Bus immer wieder hoch in die heimischen Alpen. Aus ihrer Liebe zum Reisen, den Bergen und dem Unterwegssein entstand ganz nebenbei das gemeinsame Label "Roadtyping". Dort gibt es neben Grußkarten auch ausgesuchte Accessoires, wie isolierte Edelstahl-Flaschen und Emaille-Becher. Was die Grafikdesignerin und den Marketing-Experten dabei von Anfang an störte: Der Umkarton ihrer Produkte landete stets im Mülleimer. Deshalb nähen Franzi und Marius seit geraumer Zeit vor allem aus ausgedienten Zelten und Planen, die einen Riss haben und nicht mehr verwendet werden können, ganz individuelle Verpackungen für ihre Produkte: Das sogenannte Sackerl. 

Franzi, Marius, Lotta und das Sackerl

"Das Sackerl schützt den Becher bestens und kann darüber hinaus für alles mögliche verwendet werden", erzählt Franzi. Auf ihrem Instagram-Account rufen sie ihre Follower immer wieder dazu auf, ihnen altes Outdoor-Equipment zukommen zu lassen, aus dem dann die neuen Unikate entstehen – als Dankeschön gibt es eine Grußkarte im Outdoor-Design. Organisatorisch und zeitlich gesehen, stellt ihr Konzept eine echte Herausforderung dar: "Wir sammeln die Sachen ein, waschen sie und dann wird natürlich genäht. Mittlerweile sind auch unsere Eltern mit eingespannt worden".

Matthias' Mach's einfach

"Mich draußen zurechtzufinden oder ein Feuer zu machen ist mir viel zu kompliziert. Da bleibe ich lieber zuhause". Matthias van Reimersdahl, eigentlich Handelsvertreter für handgefertigte Messer, hat darauf eine ganz besimmte Antwort: "Mach's einfach"! In der gleichnamigen Rubrik zeigt er den LeserInnen des WALDEN-Magazins, wie einfach es ist, sich aus wenigen Utensilien eine Angel zu bauen, einen Wanderstock zu schnitzen, eine Zwille oder einen Camping-Kocher zu basteln.

Matthias' Mach's einfach

Insprieren lässt sich Matthias von passenden Online-Portalen, in denen er sich mit anderen Bastlern austauschen kann. Als Dank für seine Tipps und Tricks erntet er freudige Gesichter. Dabei liegt es ihm vor allem am Herzen, den Kindern die Wälder, Seen und Flüsse im Norden Deutschlands näher zu bringen: "Die Flora und Fauna zu erklären und den einen oder anderen Funken zum Glimmen zu bringen - das ist das Schönste". Sein liebster Spot in der Natur: Die Seenplatte rund um Feldberg. "Dort gibt es keine Motorboote mit Verbrennungsmotoren und größtenteils noch sich selbst überlassene Natur".

Ultraleichtes Gepäck

Als Fan von Henry David Thoreaus Klassiker „Walden oder Leben in den Wäldern“ ließ Akira Natsume irgendwann seinen alten Beruf hinter sich und suchte draußen sein Glück – unter anderem beim Ultraleichtwandern. „Klar, man muss minimalistisch packen, aber ein extrem leichter Rucksack ermöglicht auch leichtere Schritte. Je weniger du mitschleppst, desto größer ist die Freiheit“, erzählt Natsume und schwärmt von seinen Touren durch die Japanischen Alpen. 

Ultraleichtes Gepäck

Natsume und seine Frau verzichten auf ihren Wanderschaften auf jedes überflüssige Gramm und entwickeln deshalb seit 2011 ihr eigenes, ultraleichtes Outdoor-Equipment. Das erste Produkt war die damals leichteste Schlafmatte der Welt. Ein Zufallsprodukt! Denn als Natsume mitten auf einer Winterwanderung plötzlich in einen rekordverdächtigen Schneefall geriet, musste er sich irgendwie vor der extremen Kälte schützen. Also entfernte er kurzerhand das Innenleben seinen Rucksacks und nutzte das Schaumgummi als Bett. Der Startschuss zu dem Label Yamatomichi und vielen weiteren leichtfüßigen Abenteuern.

Jacke, verwandle dich!

Während der Flüchtlingskrise überkam Angela Luna das Gefühl, dass ihr Job in der Modeindustrie nur wenig Einfluss auf das Geschehen in der Welt nahm. Sie wollte helfen, wusste aber zunächst nicht wie. Dann kam sie auf die Idee, die Funktionalität von Kleidungstücken zu maximimieren. Das Ergebnis: Regenjacken, die sich im Handumdrehen in Rucksäcke, Schlafsäcke und sogar in ein Zelt verwandeln lassen (siehe Fotos). Für jede Jacke, die über die Crowd-Funding-Plattform Kickstarter bestellt wurde, wurde eine weitere gespendet.

Jacke, verwandle dich!

"Es war nie geplant, die Kleidungsstücke zu verkaufen. Eigentlich sollten sie nur gespendet werden", erzählt Angela Luna. Dass ihre Erfindungen bei der Outdoor-Community auf so viel Gegenliebe stießen, überraschte die 23-Jährige. Daraufhin gründete sie ihr Label ADIFF und steckt nun mitten in der Entwicklung einer marktreifen Zeltjacke, "um es möglich zu machen, immer mehr Produkte zu spenden", wie sie sagt. Vielleicht findet sie dann auch bald wieder die Zeit, ihre Produkte selbst bei ihren liebsten Outdoor-Aktivitäten zu nutzen: "Ich liebe alles, was mit Wasser zu tun hat: Paddeln, Kayakfahren, Segeln oder Surfen". Wie gut, dass sie auch eine Jacke entwickelt hat, die gleichzeitig als Schwimmweste fungiert.

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