Die Perspektive ändern

Es muss nicht immer eine Nahaufnahme von einem Gesicht sein, wenn die dahinterliegende Natur oder Architektur genauso imposant ist. So kann beispielsweise die kleine Silhouette einer Person inmitten eines beeindruckenden Landschafts-Szenarios ein außergewöhnliches Foto produzieren. Im Klartext: Einfach mal die Perspektive ändern. Die Kamera auf den Boden legen, näher an ein Objekt herantreten, weiter weg gehen oder im wahrsten Sinne „durch die Blume“ fotografieren.

Genauso gut lässt es sich wunderbar mit vorhandenen Mustern sowie Strukturen arbeiten oder die Umgebung statt der porträtierten Person in den Fokus stellen. Doch das wichtigste ist, nie den Hintergrund aus den Augen zu verlieren: Für ein natürliches Porträt sind aufgeräumte, simple Hintergründe optimal. Bei künstlerischen Ansprüchen können Pflanzen, Schattenspiele oder Spiegelungen im Hintergrund aus einem einfachen Foto ein großartiges Porträt machen.

Mit den Personen sprechen

Wenn das Ergebnis kein typisches Urlaubsporträt sein soll, auf dem die Protagonisten starr in die Kamera schauen, hilft es, die Personen in ein Gespräch zu vertiefen. Dadurch wird die Situation automatisch entspannt und die Aufnahmen wirken nicht zu gestellt. Ebenso wichtig ist es, ab und an Anweisungen zu geben, die der gewünschten Bildkomposition helfen. Eine nette Bitte, wie „Lauf doch bitte einmal von dort hinten gerade auf mich zu“ oder „Geh einmal von rechts nach links durch das Bild, wenn die Straßenbahn einfährt“, können ein ungewöhnliches Porträt kreieren. 

Eine Requisite ins Bild integrieren

Ein auffälliger Hut, ein roter Luftballon oder ein schicker Regenschirm in der grauen Menschenmasse vor dem Eiffelturm oder eine große Kaugummiblase vor dem Gesicht: Das kleine Extra kann ein Bild aus tausenden langweiligen Urlaubsfotos hervorstechen lassen. Dabei lässt sich mit einfachen Mitteln der Fokus auf den Gegenstand lenken: Entweder über die Schärfentiefe (geringe Blendenzahl) oder die Farbe der Objekte im Kontrast zur Umgebung. Aber Vorsicht: Man kann es auch übertreiben!

Die Personen ins rechte Licht rücken

Und das rechte Licht muss nicht immer das hellste sein. Denn: Die besten Lichtverhältnisse gibt es am Anfang und am Ende eines jeden Tages. Die Mittagssonne hingegen ist oft zu grell. Doch das warme, natürliche Licht, welches die Sonne kurz nach Sonnenaufgang und gen Untergang bietet, wirkt nicht nur für das Auge am ansehnlichsten. Es bringt auch die besten Urlaubsbilder. In Gebäuden gilt es, einfach nah an das nächste Fenster zu gehen. Aber auch Wechsel zwischen Licht und Schatten werten simple Porträts auf einfachem Wege auf.

Immer hilfreich: Mit einem Reflektor schattige Stellen im Gesicht aufhellen. Dafür reicht schon ein weißer Pappteller. Genauso gut kann die Nacht für eine besondere Stimmung sorgen: Ein paar Personen am Lagerfeuer neben dem aufgeschlagenen Zelt und dahinter der imposante Sternenhimmel. Solch ein Moment lässt sich am besten mit einer langen Belichtungszeit und einem daran anzupassenden ISO-Wert auf einem Stativ (stillhalten, es droht Verwacklungsgefahr!) festhalten. Auf ähnliche Art und Weise lässt sich mit einer Taschenlampe ein Wort in die Luft schreiben: Einfach die Belichtungszeit hochsetzen und im gleichmäßigen Tempo Buchstabe für Buchstabe in Richtung Kamera leuchten. Wer sich danach noch ein paar Sekunden anleuchtet, verewigt sich selbst gleich mit.

Jedem einmal die Kamera übergeben

Klar, die Kamera ist einiges wert und die besten Fotos macht man eh immer selbst. Dennoch: Wer später etwas zu erzählen haben möchte, gibt auch den Kleinsten mal die Kamera in die Hand oder lässt andere Begleitpersonen fotografieren. Die Belohnung: Motive, auf die man selbst nicht gekommen wäre.

Eine Reihenaufnahme starten

In der Digitalfotografie gibt es kaum Grenzen. Das gilt vor allem für die Menge der Aufnahmen. Und das kann gerade in der Porträtfotografie sehr hilfreich sein. Wenngleich weniger manchmal mehr ist, verfehlt eine einzige Aufnahme häufig den tollsten Moment. Reihenaufnahmen helfen auch dann, wenn sich eine Person in Bewegung befindet und der perfekte Augenblick nicht einfach festzuhalten ist.

Richtig nachbearbeiten

Einen Filter bei Instagram über das Foto zu legen ist sicherlich der einfachste Weg, seine Urlaubsporträts aufzuwerten – manchmal verändern die vorgegebenen Optionen die Fotos aber zu stark. Für mehr Kontrolle bei der Bearbeitung gibt es kostenlose Apps wie VSCO, Pixlr, Darkroom oder Snapseed.

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