Vietnam “Cà phê sữa đá” Kaffee mit Kondensmilch

In Vietnam mag man starken Kaffee, der aber süß schmeckt. So ist der sogenannte Cà phê sữa đá entstanden. Eine Robusta-Arabica-Bohnenmischung wird grob gemahlen in einen Metallfilter gefüllt, der auf einem Glas sitzt. Nach dem Aufguss mit heißem Wasser tröpfelt nach und nach starker Kaffee in das Glas, den man in Vietnam mit dicker, gesüßter Kondensmilch versetzt und je nach Wetterlage gern mit Eiswürfeln versieht.

Frankreich „Café au lait"

Ihr Croissant genießen die Franzosen gern mit einer dampfenden Schale „Café au lait“. Traditionell wird der Filterkaffee mit einer sogenannten French Press zubereitet, dabei wird das Kaffeepulver in einer Presstempelkanne mit heißem Wasser übergossen. Zusammen mit Milch und einer Schaumhaube entsteht dann der beliebte Milchkaffee.

Griechenland, „Café Frappé“

An heißen Sommertagen erfrischen sich die Griechen gern mit einem Café Frappé, der von einem Angestellten von Nestlé 1957 eher zufällig erfunden wurde, als er kein heißes Wasser fand, um seinen Instantkaffee aufzugießen. So mischte er diesen mit kaltem Wasser und etwas Zucker und schüttelte sein Gemisch mit einem Shaker. Herauskam eine schaumige Mischung, die so rasend schnell das Land eroberte, dass sie inzwischen auch griechischer Frappé genannt wird. Wer möchte, gibt nach Belieben noch Milch oder Eiswürfel hinzu. Bei der Bestellung sollte man in Griechenland immer gleich mitgeben, wie süß man es gerne hätte: sketo: ohne Zucker, metrio: ein gehäufter Teelöffel Zucker, gliko: zwei gehäufte Teelöffel Zucker.

Japan, Kaffee-Kunst

Die Japaner trinken ihren Kaffee gern mit Sojamilch. Das ist der einzige grundlegende Unterschied in der Zubereitung. Allerdings werden sie sehr kreativ, wenn es um den Milchschaum geht. Mit viel Hingabe kreieren die Barista Gesichter, Tiere oder Mangafiguren. Besonders begabte Kaffeemacher erschaffen diese mit Hilfe von Kakao in 3-D. Fast zu schade, um den Kaffee zu trinken.

Äthopien, Kaffeezeremonie

Das ostafrikanische Land gilt als die Wiege des Kaffees und bis heute nimmt man sich hier für jede Tasse viel Zeit. So werden bei einer Kaffeezeremonie vor den Augen der Gäste zuerst die Bohnen geröstet, dann gemörsert und schließlich mehrmals mit Wasser über offenem Feuer aufgekocht. Sobald das Gebräu in den kleinen Tässchen dampft, widmet sich die Gesellschaft ihren Alltagsproblemen sowie dem letzten Klatsch und Tratsch.

Italien, „Café Romano“

Cappuccino, Macchiato oder Espresso, sie alle sind wohl nicht aus dem italienischen Alltag wegzudenken. Doch neben den Klassikern haben die Italiener auch Sinn für ausgefallene Kreationen, wie etwa der „Espresso Romano“. Dieser wird mit einer Zitronenscheibe oder – schale gereicht, mit der man den Tassenrand vor dem Trinken einreibt. Wahlweise wird auch die gesamte Zitronenscheibe in den Espresso getan, die Säure soll den Geschmack des Espressos verstärken. Zudem beschwören einige Fans des Romano seine Heilkraft bei starken Kopfschmerzen.

Mexico „Café de olla”

Der Café de olla ist in Mexiko die beliebteste Kaffeevariation. Serviert wird er traditionell in Tontassen, die dem eigentlich sehr süßen Getränk eine erdige Note verleihen soll. Café de olla besteht aus schwarzem Kaffee verfeinert mit einer Zimtstange und einer ordentlichen Portion Rohrzucker, auch piloncillo genannt.

Irland, Irish Coffee

Der irische Kaffee wurde 1942 von dem Küchenchef eins Flughafenrestaurants im Westen Irlands erfunden, als er durchgefrorenen Gästen heißen Kaffee mit einem Schuss irischem Whiskey servierte, damit ihnen schnell wieder warm wird. Schnell wurde das Getränk zum Exportschlager. Verfeinert mit einer Haube aus leicht angeschlagener Sahne ist der Irish Coffee, in Irland selbst auch gern Gaelic Coffee genannt, inzwischen auf vielen Bar- und Cocktailkarten weltweit zu finden.

Türkei, Kaffee aus dem Ibrik

Von der Türkei bis zum Balkan ist der türkische Kaffee, der traditionell aus einem Kupferkännchen namens Cezve gereicht wird, inzwischen verbreitet, allerdings in den verschiedensten Variationen. In der Türkei selbst vermischt man heißes Wasser, Zucker und feinstes Mokka-Pulver im Ibrik und gießt den Kaffee samt Satz in die kleinen Tassen. Die normale Dosierung ist zwei Teelöffel Kaffeepulver und ein bis eineinhalb Teelöffel Zucker pro Tasse. Dazu wird gern Lokum, eine türkische Süßigkeit, genascht.

Thailand, „Oilang, Thai iced coffee”

Oliang nennen die Thais ihren geliebten Eiskaffee. Hierzu kochen sie Kaffee sowie Weizen, Sojabohnen und Sesamsamen auf und gießen das Gemisch dann in ein Glas mit Eiswürfeln. Je nach Geschmack werden dann noch gesüßte Kondensmilch sowie Zucker hinzugefügt. Traditionell verwendet man für Oliang zwar frische Zutaten, aber für den schnellen Eiskaffee zwischendurch gibt es inzwischen in jedem Shop Oliang-Pulver.

Finnischer Kaffee mit Käse

In Teilen Finnlands pflegt man eine besondere Kaffeevorliebe. In die Tasse werden nach Belieben ein oder mehrere Würfel des sogenannten Leipäjuusto, einem Käse aus Kuh- oder Rentiermilch, getan und dann der Kaffee drüber gegossen. Nach einiger Zeit nimmt man den Käse heraus und genießt den Kaffee, der nun einen sehr deftigen Geschmack hat.

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