GEO-Reiseführer: Der Mond

Es wird noch Jahre dauern, bis Sie die Welt da oben auf eigene Faust durchstreifen können. Planen aber dürfen Sie schon jetzt: Basierend auf NASA-Daten stellt GEO die fünf abwechslungsreichsten Routen auf dem Erdtrabanten vor

Der Mond bietet Ihnen Landschaften, die Sie nirgends auf der Erde finden: Zahllose Meteoritentreffer haben den Regolith, die allgegenwärtige Trümmerschicht, über Jahrmilliarden gemahlen und Tausende von Einschlaglöchern hinterlassen. Selbst die runden Mondmeere sind nichts anderes als mit Lava voll gelaufene Riesenkrater. Im Zusammenspiel mit Vulkanausbrüchen türmte das Bombardement auch rekordverdächtige Berge auf, zudem entstanden sanfte Täler sowie tiefe Rillen.

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Von der Erde aus zu sehen: Regionen der fünf GEO-Wanderrouten

Die Routen

Abschied von irdischen Gewohnheiten

All das ist mit einer Anreise von vier Tagen nicht weiter entfernt als manches abgelegene Ziel auf der Erde. Wenn Sie die Narbenlandschaft erkunden, müssen Sie jedoch von irdischen Gewohnheiten Abschied nehmen. Hell und dunkel wechseln nicht im Zwölf-Stunden-Rhythmus. Der Mondtag dauert zwei Wochen, die Mondnacht ebenso lange. Am Äquator schwanken die Temperaturen zwischen etwa 130 Grad Celsius am Mondmittag und minus 160 Grad Celsius zur Mondmitternacht.

Der Raumanzug

Natürlich brauchen Sie einen Raumanzug. Schon für die Apollo-Astronauten war die Kleidung ein zweites Zuhause: Sie konnten darin nicht nur ihre Notdurft verrichten, sondern auch trinken und an einem in Halshöhe befestigten Powerriegel knabbern. Ebenso wichtig sind ausreichende Sauerstoffvorräte in Ihrem Lebenserhaltungsrucksack.

Gefährliche Strahlen

Die verschwindend geringe Atmosphäre macht Mondreisen nicht nur umständlich, sondern auch gefährlich. Sie sind kosmischer Strahlung ausgesetzt - schon heftigere Sonnenwinde können Sie Jahre Ihres Lebens kosten. Einige der bislang erdachten Notmaßnahmen erinnern an die in den 1950er Jahren verbreitete Duck-dich-Strategie bei Atomangriffen: Heben Sie einen Graben aus, parken Sie Ihren mit Wasser gefüllten Rover darüber und legen Sie sich in die Kuhle.

Fortbewegung

Auch die Fortbewegung funktioniert nicht wie auf der Erde. Wegen der geringen Gravitation wiegt Ihr Körper nur ein Sechstel. Die Apollo-Besatzungen hatten anfangs mit der Umstellung zu kämpfen, lernten aber schnell neue Lauftechniken: Einen Abhang kommen Sie zum Beispiel am besten mit Känguru-Hopsern herunter. Für lange Strecken ist hingegen ein modernes Mondauto unentbehrlich.

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