Schwanger verreisen? Aber sicher!

Gesundheit auf Reisen: Urlaub mit Bauch! GEO informiert sie über die beste Reisezeit, wohin Sie nicht fahren sollten und wann die Airlines Schwangere nicht mehr an Bord lassen

Die beste Reisezeit

Planen Sie ihren Urlaub am besten für die Zeit zwischen dem fünften und siebten Monat. Denn Übelkeit und Erbrechen, die oft in den ersten drei bis vier Monaten auftreten, sind nun verschwunden. Und der Bauch lässt sich noch mit Leichtigkeit tragen.

Von Reisen im ersten Schwangerschaftsdrittel raten Ärzte dagegen oft ab. Der Grund: Solange sich der Embryo in die Gebärmutter noch nicht fest eingenistet hat, ist die Gefahr von Blutungen oder einer Fehlgeburt erhöht.

Auch die letzten acht Wochen vor der Entbindung sind für eine Reise nicht ideal. Durch den dicken Bauch wird die Beweglichkeit deutlich eingeschränkt. Hinzu kommt das Risiko, dass das Baby vielleicht zu früh kommt. Damit es ein unbeschwerter Urlaub wird, kommt es jedoch nicht nur darauf an, wann Sie verreisen, sondern auch wohin.

Welche Ferienziele in Frage kommen

Ist ein Kind unterwegs, arbeitet der Kreislauf auf Hochtouren. Urlaub in einem tropischen Klima, anstrengende Rundreisen und Abenteuerferien sind für Schwangere deshalb zu belastend. Gegen Fernreisen in exotische Länder spricht außerdem, dass die Infektionsgefahr groß ist und vorbeugende Medikamente und Impfungen für das Baby zu riskant sind.

Meiden Sie die Hitze!

Keinerlei Bedenken gibt es gegen einen Urlaub in Europa. Allerdings sollten Sie auch hier südliche Ziele im Hochsommer meiden. Am verträglichsten für Schwangere und ihr Baby im Bauch sind Ferienorte, an denen die Temperaturen 28 Grad nicht übersteigen.

Bei einem Urlaub in den Bergen sollten Sie auf Gipfeltouren (auch mit der Seilbahn) verzichten. Weil der Luftdruck nach oben abnimmt, geraten Schwangere oberhalb 1800 Metern nämlich leicht in Sauerstoffnot.

Mit dem Auto:

Planen Sie für die Anreise genügend Zeit ein. Da langes Sitzen die Blutzirkulation im Beckenbereich einschränkt, sollten sie unterwegs alle ein bis zwei Stunden eine Pause einlegen. Mit ein paar leichten Gymnastikübungen an der frischen Luft oder einem kleinen Spaziergang bringen Sie Ihren Kreislauf wieder in Schwung. Absolutes Muss während der Fahrt: sich richtig anschnallen. Der Beckengurt sollte immer unter dem Bauch liegen, der Schultergurt nicht zu fest über der Brust.

Mit dem Flugzeug:

Damit die Reise für den Organismus nicht zu anstrengend wird, sollte das Reiseziel möglichst nicht weiter als vier Stunden entfernt sein. Geben Sie bereits bei der Buchung an, dass Sie schwanger sind und lassen Sie sich einen Sitz in der vordersten Reihe oder am Gang reservieren. Denn hier haben Sie mehr Beinfreiheit.

Erkundigen Sie sich vor Reiseantritt auch, ab welchem Schwangerschaftsmonat Sie eine ärztliche Bescheinigung über die Unbedenklichkeit einer Flugreise vorlegen müssen. Die Fluggesellschaften haben dazu unterschiedliche Regelungen. Nach Ablauf der 35-ten Woche gilt allerdings bei fast allen "Startverbot". Damit das Baby nicht im Flugzeug geboren wird, werden Sie selbst mit einem ärztlichen Attest nicht mehr befördert.

Tragen Sie im Flugzeug möglichst bequeme, lockere Kleidung, um die Blutzirkulation nicht zu behindern. Und stehen Sie während des Flugs mindestens einmal pro Stunde auf und gehen Sie ein paar Schritte auf und ab, um die Venen zu entlasten und einer Thrombose vorzubeugen. Neigen Sie zu Krampfadern, sollten Sie zudem Stützstrümpfe tragen.

Mit dem Zug:

Die Bahn ist für Schwangere das bequemste Verkehrsmittel, weil sie jederzeit aufstehen und herumlaufen können. Reservieren Sie sich auf alle Fälle einen Platz in einem Nichtraucher-Abteil.

Welche Unterlagen müssen mit?

Neben Ihrem Mutterpass gehört die Versichertenkarte oder ein Auslandsreisekrankenschein ins Gepäck. Außerdem ist der Abschluß einer Reisekrankenversicherung sinnvoll.

Letzte Absicherung

Haben Sie eine Pauschalreise gebucht, schließen Sie unbedingt eine Rücktrittsversicherung ab. Und lassen Sie sich am Urlaubsort durch die Rezeption Ihres Hotels die Adresse eines Frauenarztes in der Nähe heraussuchen. Dann sind Sie für Notfälle gerüstet.

Der Text wurde zuerst veröffentlicht bei elternforfamily.de.

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