Serie Reiseexperten Hoch hinaus mit Stefan Glowacz

Selten, dass der am Starnberger See lebende Extremkletterer Stefan Glowacz den Blick einfach nur nach vorn richtet. Lieber blickt er nach oben, denn er will hoch hinaus, meist in abgelegenen, teils unerforschten Regionen

Wo waren Sie zuletzt?

Stefan Glowacz: In Patagonien, am Fitz Roy, wie so oft. Jedes Mal hoffe ich auf gutes Wetter, bisher vergeblich.

Ihre erste Reise ohne Eltern?

Dolomiten mit Freunden im klapprigen VW-Bus. Über die Ereignisse ab dem Brennerpass schweigen wir seither.

Ihre peinlichste Reiseerinnerung?

Am Mount Poi in Kenia fragte ich eine Entwicklungshelferin, wann ihr Kind zur Welt komme. Mein anschließendes Gestammel machte es noch schlimmer.

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Der Extremkletterer Stefan Glowacz kennt nur eine Richtung: hoch hinaus

Die schönste Aussicht?

Von einem Biwakplatz mitten in der Wand eines Tepui (Tafelberg) in Venezuela. Im Minutentakt verändert sich die Szenerie. Blitze, Donner, sintflutartige Regenfälle und plötzlich wieder Sonnenschein.

Welcher Bau ist Ihr achtes Weltwunder?

Ein Expeditionszelt. Es ist unglaublich, wie dünner Stoff ein Gefühl von Geborgenheit vermittelt, während draußen die Welt untergeht.

Ihre Lieblingsmetropole? Paris mit meiner Frau.

Ihr schönstes Souvenir?

Jagdspeere der Samburus in Kenia. Ich habe sie per Luftfracht verschickt, sie kamen aber nie in Deutschland an.

Wo schafft man es, mit möglichst wenig Geld möglichst viel zu erleben?

Auf dem Inlandeis in Patagonien. Da gibt es keine Läden oder Bars, aber fast jeden Tag unglaubliche Stürme.

Ihr Lieblingsstrand?

Cala Barques auf Mallorca. Herrliches Wasser, und die Bucht ist umgeben von genialen Felsen zum Klettern.

Welches Verhalten von Reisenden ist Ihnen besonders peinlich?

Überheblichkeit.

Schlange, Spinne, Tiger – welches Tier fürchten Sie am meisten?

Schlangen, Spinnen, ich habe vor allen giftigen Tieren Angst, die man meistens erst sieht, wenn es bereits zu spät ist. Tiger fürchte ich natürlich auch, aber der Tod wäre irgendwie heldenhafter.

Wer ist die interessanteste Person, die Sie auf Reisen getroffen haben?

Der Inuit Paul. Er ist ein großer Jäger in Pond Inlet auf Baffin Island im kanadisch-arktischen Archipel. Mit ihm will man zusammen sein, wenn man einen wütenden Eisbären trifft.

Ein magischer Ort?

Eine Kiesbank am Nahanni River in den Northwest Territories in Kanada.

Wohin fahren Sie nie wieder?

Dort war ich noch nicht, bin aber gespannt.

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