Deutschland Im Fichtelgebirge eröffnet ein ganz besonderes Hotel

Eingebettet zwischen Luftkurorten und Naturreservaten eröffnet im Fichtelgebirge nun das erste Tiny House Hotel Deutschlands. Der Clou, wer mag, kann das eigene Haus gleich mitbringen
Aussicht Tiny House Village im Fichtelgebirge

Diese Aussicht können die Bewohner des Tiny House Hotels im Fichtelgebirge genießen

Die Tiny House-Bewegung ist in Amerika längst in vollem Gange. Bequem wohnen auf wenig Quadratmetern, die man bestenfalls dort abstellen kann, wo es einem gerade gefällt - klingt nach Freiheit und ein wenig Rebellion gegen zu hohe Mieten und Sesshaftigkeit. Auch in Deutschland würden gern immer mehr Menschen ihre teure Stadtwohnung gegen ein Tiny House im Grünen eintauschen, doch Baugenehmigungen, zu planende Wasser- und Stromversorgung sowie Grundstücksrechte erschweren dies, sodass der ein oder andere auf dem Weg zum Tiny House bereits aufgibt. Das möchten Steffi und Philipp nun ändern. Das junge Paar eröffnet dieser Tage am Fuße des Klausenberges im Fichtelgebirge das erste Tiny House Hotel in Deutschland. Solche, die neugierig auf das Leben in einem Tiny House sind, können sich in einem der beiden bestehenden Häuser einmieten. Solche, die bereits überzeugt von der Idee sind, können sich einen Platz auf dem 17.000 Quadratmetergrundstück pachten und dort ihr eigenes Tiny House aufstellen. "Hierbei unterscheiden wir zwischen einem klassischen und autarken Bereich, wobei der klassische an Wasser und Abwasser angeschlossen ist," erklären die beiden ihr Verpachtungsmodell. Die Stellplätze liegen zwischen 165 Euro (autark) und 195 Euro (klassisch) pro Monat.

Innenansicht Tiny House im Fichtelgebirge

Mit viel Schweiß und Liebe haben Steffi und Philipp die beiden Tiny Houses, die sie vermieten, entworfen und gebaut

Ein ganzes Tiny-Dorf

So soll zwischen Wiesen und Wäldern nach und nach bestenfalls ein ganzes Dorf aus Tiny Houses entstehen. Ob Steffi und Philipp dann mit ihren Pächtern auf dem Grundstück gemeinsam leben, steht noch nicht ganz fest, sie sind aber zuversichtlich: "Wir haben immer schon in Einzimmerwohnungen gewohnt und kommen daher mit wenig Platz gut zu Recht. Dabei gefällt uns sehr, dass man Konflikte direkt löst und ihnen nicht aus dem Weg gehen kann. Außerdem fällt nicht so viel Hausarbeit an und man hat mehr Zeit für andere Dinge."

Auf den Geschmack gekommen sind die beiden gebürtigen Münchner bei ihrem Aufenthalt in Nordamerika, wo sie das erste Mal mit der Tiny House-Bewegung in Kontakt kamen und sich seit dem Besuch eines Tiny House Hotels in Portland mit dem Gedanken rumtrugen, so etwas auch in Deutschland umzusetzen.

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