Internationale Siedlungen auf der Insel Gulangyu / Kulangsu, China

An der Mündung des Flusses Chiu-lung zum südchinesischen Meer, nahe der Großstadt Xiamen, liegt die winzige, autofreie Insel Gulangyu. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts als internationale Siedlung konzipiert, blühten hier nach und nach die verschiedensten Architekturstile auf: südfujianisch, westlich-klassisch, kolonial bis hin zur neueren Strömung des Amoy Art Deco.

Subarktische Agrarlandschaft Kujataa, Grönland

Nur ein wenig weiter nördlich beginnt die arktische Polkappe, auf dem kleinen Flecken Land davor können noch Pflanzen gedeihen. Schon im zehnten Jahrhundert bauten altnordische Siedler aus Europa und Inuit in dieser Gegend Nahrung an und jagten. 

Mariä-Himmelfahrt-Kathedrale und Kloster auf der Dorfinsel Swijaschsk, Russland

Im Westen der westrussischen Republik Tatarstan gabelt sich die Wolga und bildet eine Insel. Hier liegt das Dörfchen Swijaschsk mit seiner pompösen Kathedrale. Verziert mit seltenen orthodoxen Fresken, ist sie architektonischer Zeitzeuge der Herrschaft von Ivan IV., besser bekannt als „Der Schreckliche“.

Steppe von Daurien / Dauria, Mongolei und Russland

Die gebirgige Region im Osten des sibirischen Russlands liegt zwischen dem Baikalsee und dem oberen Verlauf des Amur, zum Welterbe wurde nun die dazugehörige Steppe erklärt, deren Ausläufer sich bis über die östliche Mongolei und Nordostchina ziehen. Die Region beheimatet ein einzigartiges Ökosystem mit unzähligen vom Aussterben bedrohten Vogelarten, darunter der Weißnackenkranich und die Großtrappe.

Antike Stadt Aphrodisias, Türkei

Die Überreste des Tempels der antiken Stadt Aphrodisias im Südwesten der Türkei stammen aus dem dritten Jahrhundert vor Christus, zum Welterbe gehören auch die nordöstlich gelegenen Marmorsteinbrüche.

National Park Los Alerces, Argentinien

Der Los-Alerces-Nationalpark thront in den nordpatagonischen Anden und trifft im Westen auf die chilenische Grenze. Dichte Wälder, alpine Wiesen und glasklare Seen betten sich in die Gebirgslandschaft vor den Gipfeln der Hochanden. Der Park beheimatet die letzten patagonischen Urwälder und viele bedrohte Tierarten.

Altstadt von Ahmedabad, Indien

Welterbe inmitten einer 5,6-Millionen-Einwohner-Metropole: Die fünftgrößte Stadt Indiens, im 15. Jahrhundert von Sultan Ahmad Shah gegründet, beherbergt die beeindruckende Architektur aus der Zeit der Sultanate, darunter die Bhadra-Zitadelle. Dazu kommen die mächtigen Festungsmauern rund um die Stadt und unzählige Hindu- und Jaina-Tempel.

Lake District, Vereinigtes Königreich

Eiszeitgletscher formten diese einzigartige Landschaft aus Bergen, Tälern und natürlich den namensgebenden Seen, darunter Englands größter, der Windermere. Anwesen, Gärten und Parks schmiegen sich wie gemalt an die Schönheit der weiten Landschaft, der erste Nationalpark des Vereinigten Königreichs.

Asmara, Eritrea

Die Hauptstadt des ostafrikanischen Staates Eritrea liegt 2000 Meter über dem Meeresspiegel und war einst italienische, dann britische Kolonie. Zum Welterbe führte ihre jüngere Geschichte, die seit Anfang des 20. Jahrhunderts von einer beispiellosen urbanen Entwicklung inmitten eines traditionellen afrikanischen Umfelds geprägt ist.

Heilige Insel Okinoshima, Gemeinde Munakata, Japan

60 Kilometer vor der Westküste von Kyushu liegt die heilige Insel Okinoshima, die eine alte Kultstätte aus dem vierten und neunten Jahrhundert beheimatet. Die archäologischen Funde lassen auf kulturelle Einflüsse aus Japan, von der koreanischen Halbinsel und dem asiatischen Kontinent schließen.

Landungsbrücken von Valongo, Rio de Janeiro, Brasilien

Mitten in Rio de Janeiro erstrecken sich die Anleger von Valongo, die den Jornal-do-Comércio-Platz komplett umgeben, freigelegt in archäologischen Ausgrabungen. Sie markieren das ehemalige Hafenbecken Rios. Die Kais wurden für die aus Afrika deportierten Sklaven geschaffen, von 1811 an wurden über 900.000 Menschen hierhin verschleppt.

Taputapuatea, Französisch-Polynesien

Taputapuatea ist eine der drei Gemeinden auf der Insel Raiatea, die zu den sogenannten Gesellschaftsinseln Französisch-Polynesiens gehört. Zum Welterbe zählen sowohl bewaldete Täler, ein Teil der Lagune, das Korallenriff sowie Bereiche des Ozeans. Zentrum der 1000 Jahre alten Kultur der polynesischen Maohi ist eine gepflasterte Kultstätte mit einer Statue in der Mitte – hier soll die Welt der Lebenden die Welt der Urahnen berühren.

Altstadt von Hebron, Palästina

Die Altstadt der palästinensischen Stadt Hebron im Westjordanland besteht nahezu komplett aus Lehm, erbaut wurde sie in der Mameluckenzeit zwischen 1250 und 1517.

Qinghai Hoh Xil, China

Im nordöstlichen Ausläufer des Qinghai-Tibet-Hochlands ragt das höchste und größte Gebirgsplateau der Welt in die Wolken. Das weitläufige Areal auf 4500 Metern besteht aus Steppen und Bergen. Die extremen Lebensbedingungen mit Temperaturen um den Gefrierpunkt brachten eine hartgesottene Flora und Fauna hervor, darunter die tibetanische Antilope.

M’banza Kongo, Überreste der Hauptstadt des ehemaligen Königreichs von Kongo, Angola

Sie war die politische und spirituelle Hauptstadt des Königreichs von Kongo, das vom 14. bis 19. Jahrhundert einen der größten Staaten in der Geschichte Südafrikas bildete. Heute in Angola gelegen, erstreckte sich das Reich um den königlichen Hof samt Prachtpalast und heiligem Baum. Im 15. Jahrhundert ergänzten die portugiesischen Kolonialherren das Stadtbild um europäische Bauten.

Tarnowskie Góry, Blei-Silber-Zink-Minen und ihre unterirdischen Wasserversorungsanlagen, Polen

Im Untergrund von Oberschlesien in Südpolen liegt ein unterirdisches Labyrinth aus Galerien, Schächten, Gruben und Schluchten. Der Abbau der verschiedenen Metallsorten wurde mit zunehmender Tiefe zu einer technischen Meisterleistung des 19. Jahrhunderts. Mit einer dampfbetriebenen Pumpe wurde Wasser aus der Mine befördert, um die umliegenden Städte und Industriebetriebe zu versorgen.

Venezianische Verteidigungsanlagen, Kroatien, Italien, Montenegro

Diese Stätte umfasst 15 Bestandteile venezianischer Verteidigungsanlagen, die sich über 1000 Kilometer zwischen der Lombardei und der ostadriatischen Küste erstrecken. Vom 15. bis 17. Jahrhundert sollten die Festungen die Seewege und die Expansion der Serenissima sichern.

Tempelareal von Sambor Prei Kuk, archäologische Stätte von Isanapura, Kambodscha

Die archäologische Stätte des Hindutempelkomplexes Sambor Prei Kuk, zu Deutsch „Tempel des Reichtums des Waldes“, bildete einst Isanapura, die Hauptstadt des Chenla-Reiches, dessen Blütezeit im späten sechsten und frühen siebten Jahrhundert war. Aus der hier entstandenen Kunst und Architektur ging später der einzigartige Khmer-Stil von Angkor hervor.

Kulturlandschaft ‡Khomani, Botswana und Namibia

Die ‡Khomani-Kulturlandschaft an der namibisch-botswanischen Grenze überschneidet sich zum Teil mit dem Kgalagadi-Transfrontier-Nationalpark. Von der Steinzeit bis in die Gegenwart ist diese sandige Gegend von Menschen besiedelt. Heute leben hier die San, die sich in den Extrembedingungen der Wüste behaupten und ihre Kultur und ihr Wissen weitgehend bewahren konnten.

Altstadt von Yazd, Iran

270 Kilometer südöstlich von Isfahan, nahe der Salz- und Seidenstraßen, liegt Yazd. Die Lehm- und Steinbauten des historischen Stadtkerns mit seinen Moschen, Synagogen, Tempeln und dem historischen Dolatabad-Garten überdauerten bislang alle Modernisierungsmaßnahmen, denen im Iran viele traditionelle Bauten zum Opfer fielen.

Höhlenmalereien und Eiszeitkunst in der Schwäbischen Alb, Deutschland

Erst vor 43.000 Jahren, während der letzten Eiszeit, kamen die ersten modernen Menschen nach Europa, eine der ersten Siedlungsgebiete war die Schwäbische Alb. Die Malereien, wie sie etwa an den Wänden der Bocksteinhöhle zu sehen sind, zählen zu den ältesten Kunstwerken weltweit.

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