Great Divide Trail, Kanada: Gratwanderung vor dem kanadischen Matterhorn

Der Mount Assiniboine ist so etwas wie der kanadische Zwilling des Matterhorns. Einer Pyramide gleich erhebt sich der höchste Berg im südlichen Teil der kanadischen Rocky Mountains über den kristallklaren Lake Magog. Auf dem wunderschönen Great Divide Trail, der an schneebedeckten Gipfeln, unberührter Wildnis, Wildblumenwiesen und Gletschern vorbeiführt, ist er das absolute Highlight. Los geht es im Waterton-Lake-Nationalpark in Alberta, Ziel ist der Kakwa Lake in British Columbia. Bärenabwehrspray nicht vergessen!

 

Entfernung: 1200 Kilometer

Dauer: 40 bis 50 Tage

Schwierigkeit: mittel bis schwer

Wann: Juli bis Mitte September

Zion Narrows, USA: Wanderung im Canyon

Wer den Zion-Narrows-Top-Down-Trail von der Chamberlains Ranch bis zum Temple of Sinawava im US-Staat Utah wandert, muss mit nassen Füßen leben können. Die werden jedoch mit extremer Topografie belohnt. Der Weg verläuft über weite Strecken durch fließendes Wasser am Boden des schmalen Canyons, den der Virgin River über Jahrtausende gegraben hat. Durch das Waten wird selbst die kurze Distanz von 26 Kilometern zu einer zehn- bis vierzehnstündigen Angelegenheit. Aber zu was für einer atemraubenden: An einigen Stellen ist die Schlucht bis zu 600 Meter tief und nur sechs Meter breit.

 

Entfernung: 26 Kilometer

Dauer: zehn bis vierzehn Stunden bzw. zwei Tage mit Übernachtung

Schwierigkeit: einfach bis mittelschwer

Wann: Juni bis Oktober

 

South West Coast Path, England: Auf Schmugglers Pfaden

Bis 1913 patroullierte die Küstenwache entlang der südenglischen Küste mit ihren schroffen Klippen und malerischen Buchten, um Schmugglern das Handwerk zu legen und Menschen in Seenot zu retten. Heute genießen Wanderer aus aller Welt die frische englische Meeresbrise entlang des 1014 Kilometer langen Wegs von Minehead in Somerset bis Poole in Dorset. Sehenswert sind unter anderem die Durdle-Door-Felsbrücke, die Isle of Portland, der Strand von Chapel Porth samt alter Zinnmine (Foto), die Jurassic Coast und die Welterbestätten des Bergbaus von Cornwall.

 

Entfernung: 1014 Kilometer

Dauer: vier Wochen

Schwierigkeit: mittelschwer

Wann: ganzjährig

Chadar Trek, Indien: Wandern on the rocks

Das Wort "Chadar" bezeichnet in der Sprache der Bewohner des Ladakh-Tals im hohen Norden Indiens das Eis, das den Zanskar-Fluss im Winter fast vollständig bedeckt. Wanderer müssen den Hin- und Rückweg von Chilling mit ungeheuren Bedingungen zurechtkommen: unberechenbares Wetter, Temperaturen zwischen minus fünf und minus 35 Grad, 105 Kilometer über den kurvigen, zugefrorenen Fluss. An den Ufern gähnen uralte Höhlenschlunde, von den 600 Meter hohen Felswänden hängen erstarrte Wasserfälle herab.

 

Entfernung: 105 Kilometer

Dauer: sechs bis neun Tage

Schwierigkeit: schwer

Wann: Januar und Februar

Wadi Rum, Jordanien: Wie ein Spaziergang auf dem Mars

Hollywood schätzt diese Landschaft für seine Ähnlichkeit mit dem Mars: Die roten Schluchten des Wadi Rum dienten als Kulisse des Roten Planeten in Ridley Scotts Blockbuster "Der Marsianer". Tatsächlich wirkt der staubige, rote Sandstein in der mörderischen Hitze wie eine künstlich geschaffene Wüste. Im Süden Jordaniens gelegen, zieht sich das Wadi in Form endloser Tälerreihen, zerklüfteten Felsformationen und orange-roter Sandlandschaften bis nach Saudi-Arabien.

 

Entfernung: unterschiedliche Routen möglich

Dauer: vier bis fünf Tage

Schwierigkeit: einfach bis mittelschwer

Wann: Frühlingsanfang bis Spätherbst

Laugavegur Trail, Island: Andere Welten

Über 200 Vulkane, Nordlichter, einzigartige Natur - schön und gut, Island kann aber noch mehr. Auf dem Wanderweg vom nördlichen Landmannalaugar bis zum südlich gelegenen Thorsmörk passiert man Wasserfälle wie den 60 Meter hohen Skógafoss, erkaltete Lavafelder, bunte Rhyolith-Berge und smaragdgrüne Mooslandschaften. Qualmende Thermalquellen wechseln sich mit friedlich plätschernden Bächen, schwarzen Sandwüsten und tosenden Eiswasserflüssen ab.

 

Entfernung: 78 Kilometer

Dauer: fünf Tage

Schwierigkeit: mittelschwer

Wann: Juni bis August

Malerweg, Deutschland: Wanderer über dem Baumkronenmeer

Einer der beeindruckendsten Wanderwege der Welt liegt direkt vor der Haustür, im Elbsandsteingebirge beiderseits der Elbe. Der Malerweg inspirierte einst Caspar David Friedrich zu seinem berühmten Gemälde "Wanderer über dem Nebelmeer". Der Pfad führt 112 Kilometer durch die Sächsische Schweiz, passiert die Basteibrücke, die die berühmten Felsnadeln verbindet, die Festung Köngistein, verkarstete Gipfel und Täler, tiefe Höhlen und Schluchten. Im Herbst leuchten die Blätter der endlosen Wälder in Gelb und Orange.

 

Entfernung: 112 Kilometer

Dauer: acht Tage

Schwierigkeit: einfach

Wann: ganzjährig

Tongariro Crossing, Neuseeland: Rucksacktour durch Mittelerde

Warum wochenlang unterwegs sein, wenn sich die Highlights mit einer Tageswanderung erkunden lassen? Ein gutes Beispiel dafür ist die Tongariro Crossing in Neuseeland. Sie führt durch eine faszinierende Lavalandschaft, die einen an Mond und Mordor denken lässt, vorbei an dampfenden Fumarolen, aktiven Vulkanen und bunt schillernden Seen. Gekrönt wird der nur 19,4 Kilomter kurze Ausflug mit Abstechern auf die Gipfel des Red Crater (Foto) und des Mount Ngauruhoe.

 

Entfernung: 19,4 Kilomter

Dauer: sechs Stunden

Schwierigkeit: einfach bis mittelschwer

Wann: Oktober bis Mai

Western Arthurs Traverse, Australien: Auf Umwegen zum Glück

Neben dem Overland Track durch den Cradle-Mountain-Lake-St.-Clair-Nationalpark gibt es auf Tasmanien noch eine weitere sehenswerte Wanderroute, die Western Arthurs Traverse. Auf diesem Trail im strapaziösen, felsigen Südwesten bekommen Wanderer die aufregendsten und wildesten Berge zu sehen. Zerklüftete Quarzgipfel drängen sich an den Rändern der Hochtäler, Gletscherendseen und Moränen. Reisenden aus dem Norden schält sich die Gebirgskette aus der sumpfigen, mit Buttongras bewachsenen Umgebung entgegen. Das Erlebnis hat seinen Preis: Meist geht es steil bergauf oder steil bergab, immer weider zwingen Felsbrocken und Talschlunde zu Umwegen.

 

Entfernung: 75 Kilometer

Dauer: acht bis zehn Tage

Schwierigkeit: sehr schwer

Wann: Dezember bis März

Kilimandscharo, Tansania: Auf dem Dach von Afrika

Das Massiv des Kilimandscharo besteht aus drei erloschenen Vulkanen, der höchste im Bunde ist der Kilimandscharo mit 5895 Metern. Die weiße Gletscherkrone des damit höchsten Gipfels von ganz Afrika thront über der ausgebrannten Savanne im Nordosten Tansanias, 300 Kilometer südlich des Äquators. Der gut beschreitbare Weg zum Gipfel erfordert im Grunde keine besondere Ausrüstung, abgesehen von guter Fitness und Akklimatisation an die extreme Höhe. Wichtig: Der Aufstieg ist nur mit Bergführer erlaubt.

 

Entfernung: 70 Kilomter

Dauer: sieben bis acht Tage

Schwierigkeit: mittelschwer bis schwer

Wann: ganzjährig

Bildband "Wanderlust"

Wanderlust - unterwegs auf legendären Wegen, 2017, 258 Seiten mit unzähligen Fotografien, Texte auf Deutsch, 39,90 €, erschienen bei Gestalten

GEO Reise-Newsletter