Paílón del Diablo, Ecuador

Der "Paílón del Diablo" (deutsch: Brutstätte des Teufels oder einfach Teufelskessel) stürzt rund eine halbe Stunde vom Wallfahrtsort Baῆos in Ecuador entfernt in die Tiefe. Als würden die rutschigen Steine und das Bild von den tosenden Wassermengen zwischen den steilen Steinwänden nicht schon reichen, wollen manche zu allem Überfluss auch noch einen steinernen Totenkopf mitten im Wasser entdeckt haben.

Death-Valley-Nationalpark, USA

Der Death-Valley-Nationalpark macht seinem Namen alle Ehre. Während es sich in der Mojave-Wüste überhaupt schwer aushalten lässt, gilt das Death Valley als der trockenste Nationalpark in den USA. Vor allem wer sich an den tiefsten Punkt des Tales wagt, kommt dem Teufel bei 85,95 Metern unter dem Meeresspiegel spürbar näher. 1849 sollen Reisende auf der Suche nach Gold mit ihren Wagen eine Abkürzung von der historischen Handelsroute, dem Old Spanish Trail, gesucht haben und dabei in das sagenumwobene Tal geraten sein. Das stellte sich als großer Fehler heraus, denn die Abkürzung entpuppte sich als Falle. Mehrere Wochen waren sie in dem Valley gefangen, verbrannten das Holz ihrer Wagen und verspeisten ihre Tiere. Als sie schlussendlich aus dem Tal entkamen, soll eine Frau aus der Gruppe „Goodbye, Death Valley“ gerufen haben. So entstand der Legende nach der Name.

Devil's Marbles Rocks, Australien

"Die Murmeln des Teufels" werden diese kreisrunden Steine in der australischen Wüste heute im Englischen genannt. Warum das so ist, kann wohl nur der Namensschöpfer selbst erklären. Der ursprüngliche Name der Aborigines für diese Steinformation ist Karlu Karlu und bedeutet in etwa so viel wie rundes Objekt. Doch sind diese runden Objekte von höchster Bedeutung für die Aborigines. In ihrer Mythologie gibt es eine raum- und zeitlose Welt, die als Ort der Schöpfung der realen Gegenwart gilt: Die Traumzeit. Nach ihrer Überlieferung handelt es sich bei den Felsen um die Eier der Regenbogenschlange, eine wichtige Figur dieser Traumzeit.

Devil's Pool, Sambia

Vielleicht muss man ein Teufelskerl sein, um sich hier in die Fluten zu stürzen: Immerhin liegt der sogenannte Devil's Pool direkt an der Kante der tosenden Victoria-Wasserfälle. Das Natursteinbecken liegt auf sambischer Seite und ist nur zur Trockenzeit für Badegäste, die den gewissen Nervenkitzel suchen, besuchbar. Zwischen September und Dezember ist das Wasser des Sambesi seicht genug, sodass man bis zur Kante schwimmen kann. Hier sorgt eine natürliche Felswand dafür, dass man nicht mit den Wassermassen in die Tiefe gespült wird. Dennoch gilt hier äußerste Vorsicht, die Tour sollte nur mit erfahrenen Guides unternommen werden, die die hiesigen Strömungen kennen.

Devils Tower, USA

Der Härtling magmatischen Ursprungs erhebt sich etwa 265 Meter über sein Umland im amerikanischen Bundesstaat Wyoming. Das Gebiet rund um den Devils Tower gilt bereits seit 1906 als National Monument. Streitigkeiten um den Namen gibt es aber immer wieder, denn dieser Ort hat einen hohen religiösen und kulturellen Stellenwert für die hier ansässigen Prärieindianer. In ihrer Sprache wurde der Berg als Bear Lodge oder Bear Tipi bezeichnet, denn hier sollen einer Legende nach Grizzlybären gewohnt haben. Ein Übersetzungsfehler aus der indianischen in die englische Sprache sorgte 1876 dafür, dass der Härtling seinen heutigen Namen Devils Tower trägt. Erst im Jahr 2015 baten einige Indianerstämme den damaligen Präsidenten Obama darum, dem Berg auch offiziell seinen ursprünglichen Namen zurückzugeben.

Teufelsbrücke, Schweiz

Die steinerne Brücke spannt sich inzwischen wie selbstverständlich über die Schöllenschlucht, in der die wilde Reuss fließt. Die Schlucht galt besonders in früheren Zeiten als ein schwer zu überwindendes Hindernis auf der Route über den Gotthardpass, die den Kanton Uri mit dem Kanton Tessin verbindet und als Tor zum Süden sowie wichtigen Handelrouten galt. Geschichten, wie die Brücke zu ihrem Namen kam, gibt es genug, doch diese Version hält sich hartnäckig:

Bereits im 13. Jahrhundert hatten die Urner immer wieder versucht, eine Brücke zu bauen, doch verloren dabei oftmals Männer, Maultiere und Waren. Schließlich rief ein Dorfvorsitzender ganz verzweifelt: "Do sell der Tyfel e brigg bue" (Soll doch der Teufel selber eine Brücke bauen!). Kaum ausgesprochen, bat der Teufel der Bevölkerung einen Pakt an: Die Brücke würde fortan halten. Aber die erste Seele, die die neue Brücke überschreitet, solle ihm gehören. Nachdem man auf diesen Handel eingegangen war, stand eine neue starke Brücke über der Schlucht. Doch die Bevölkerung wusste nicht, wen sie als Erstes hinüberschicken sollten, bis ein Bauer die geniale Idee hatte, dem Teufel ein Schnippchen zu schlagen. Er band seinen Geißbock los und jagte ihn auf die andere Seite. Rasend vor Wut, ergriff der Teufel einen Felsblock und drohte damit, sein Werk zu zerstören. Darauf kam ein altes Weiblein des Wegs und ritzte ein Kreuz in den Stein. Als der Teufel dies sah, verfehlte er sein Ziel, und der Fels landete in der Nähe des Ortes Göschenen. Dort liegt der Teufelsstein nun seit Jahrhunderten. Die Brücke nennt man seit dieser Zeit die Teufelsbrücke.

Inferno Crater Lake, Neuseeland

Die wunderschönen Otukapuarangi ("Fontainen des bewölkten Himmels"), besser bekannt als Pink and White Terraces, wurden vielerseits als achtes Weltwunder bezeichnet und lockten schon frühzeitig ganze Touristenmengen in die neuseeländischen Region Bay Of Plenty. Doch im Jahr 1886 schießt plötzlich das unterdrückte Magma als heiße Lava aus dem Vulkan Mount Tarawera. Der Ausbruch hatte dabei die Wucht der größten Atomwaffe, die je gezündet wurde. Das Inferno begräbt das Touristenziel unter mehreren Schichten aus Schlamm und Asche. Trotzdem lohnt sich auch heute ein Besuch des Waimangu Valleys, denn der Vulkanausbruch hat eine völlig neue Landschaft erschaffen. Viele der himmelblauen Seen, wie der des Inferno-Kraters sind so entstanden.

Teufelsschlucht, Deutschland

Auch Deutschland bleibt von teuflischen Orten nicht verschont: Am Ostrand des Ferschweiler Plateaus im Naturpark Südeifel reißt vor 10.000 Jahren auf einmal eine bis zu fünf Meter breite Schlucht in den Sandstein. Die porösen Felsen stürzen in die Tiefe und formen enge Spalten im Gestein: Die Teufelsschlucht. Sagen machen den Fürsten der Finsternis höchstpersönlich dafür verantwortlich. 

Heute führen viele Wanderrouten durch die moosbewachsenen Steilwände und meterhohen Felsvorsprünge. Die "Teuflische Acht", ein gut sechs Kilometer langer Teufelspfad, führt auch an den eindrucksvollen Irreler Wasserfällen vorbei: Stromschnellen, die alles mit in den Abgrund ziehen.

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