Ostseeküste: Hochuferweg Rügen

Dass sich bergiges Gelände und Meer nicht ausschließen müssen, beweist der Hochuferweg Rügen. Er führt elf Kilometer von Sassnitz nach Lohme, vorbei an Rotbuchenwäldern, Wiesen, Mooren und Strand. Zugegeben, ab und zu geht es auch hier bergauf, jedoch auf maximal 118 Meter. So hoch ist der Königsstuhl, der berühmteste Kreidefels der Insel. Dort kann man so herrlich aufs Meer schauen, dass es der Hochuferweg schon in die Top 3 von Deutschlands schönsten Wanderwegen geschafft hat.

Berchtesgadener Land: Watzmann-Runde

Das Reich des Königs ragt wie ein Puzzleteil ins Österreichische hinein. Der Watzmann, dritthöchster Berg Deutschlands, beherrscht die Berchtesgadener Alpen so prächtig, dass man mindestens ein verlängertes Wochenende um ihn herumschleichen sollte. An Tag eins wandern Sie vom Königssee zum Watzmannhaus, das der Alpenverein für Überschreitungen des Gipfelgrats unterhält. An Tag zwei geht es erst zum Hocheck, dann wieder hinunter zum Watzmannhaus und von dort weiter zur Wimbachgrieshütte. Tag drei: Über ein Schotterfeld und ein Felsenmeer läuft man zum Kärlingerhaus und nächtigt mit Blick auf den Funtensee. Am vierten Tag geht es durch die steile Schlucht Saugasse wieder zum Königssee hinab. Dort noch einmal nach Osten drehen und sich tief vor seiner Majestät verneigen!

Sächsische Schweiz: Malerweg

Auf Nebel hofft der Wanderer ja selten, viel lieber hat er im Elbsandsteingebirge freie Sicht: von der Bastei auf das Elbtal, vom Großen Winterberg auf die Wälder der Sächsischen Schweiz, von der Brandaussicht auf Tafelberge und unterwegs auf Felsnadeln und -gruppen aus Sandstein. Doch zumindest für Etappe sechs des Malerwegs sollte man um Nebel flehen! Wenn man die 350 Meter hohe Kaiserkrone erklimmt, sollten Wolken um den Tafelberg wabern – wie einst, als sich Caspar David Friedrich dort zu einem ikonischen Werk inspirieren ließ: dem melancholisch in die Ferne starrenden „Wanderer über dem Nebelmeer“. Einer, der dort regelmäßig wandert, ist Hartmut Landgraf. Auf seinem Blog sandsteinblogger.de teilt er Tipps für die Sächsische Schweiz.
 

Teutoburger Wald: Hermannsweg

Der Hermannsweg gilt als einer der schönsten Höhenwege Deutschlands, weil auf dem Kamm des Teutoburger Waldes hinter jeder Kehre ein neuer Ausblick wartet. Los geht’s kurz hinter dem Start in Tecklenburg, bei Borgholzhausen auf das Westfälische Becken und das Wiehengebirge – und dann bei Detmold der Königsblick: am Fuße des 53 Meter hohen Hermannsdenkmals. Da gerät man ins Fantasieren, dass der auf den Sockel gehobene Arminius im Jahre 9 n. Chr. in der Varusschlacht einen taktischen Vorteil hatte: Er hoch oben auf dem Kamm, das Heer der Römer von Süden heranrückend – das konnte für die Truppe des Varus doch nur mit
einer Schlappe enden.
 

Nordsee: Von Sahlenburg zur Insel Neuwerk

Es mag stimmen, dass eine Bergtour die besten Fernblicke ermöglicht. Allerdings nur selten einen grandiosen Rundumblick. Der ist im Flachland fast immer verfügbar – und im Wattenmeer geradezu unübertroffen. Zum Beispiel auf einer Wanderung über den Meeresboden von Sahlenburg bei Cuxhaven zu der Insel Neuwerk. Wer auf der winzigen Insel mit dem mächtigen Backstein-Leuchtturm nicht übernachten möchte, kann auch mit dem Pferdegespann von Sahlenburg oder einer Fähre von Cuxhaven anreisen. Wichtig: Wanderungen auf eigene Faust bitte nur bei gutem Wetter und mit Nordsee-Erfahrung! Die Wanderzeiten richten sich nach den Tiden, also dem Hoch- und dem Niedrigwasser.

Schwäbische Alb: Albsteig

Wer etwas mehr Zeit hat, kann sich auch den Albsteig zwischen Tuttlingen und Donauwörth vorknöpfen. Der älteste Hauptwanderweg der Schwäbischen Alb verläuft über sagenhafte 350 Kilometer an ihrer Nordflanke – und gewährt immer wieder traumhafte Ausblicke, vorbei an romantischen Burgen und Schlössern. Aber Achtung: Die teilweise steilen Anstiege haben es in sich. Vielleicht versuchen Sie zum Einstieg einfach mal eines der 15 Teilstücke?

Hamburg: Elb-Höhenweg

Viele denken ja, die Hansestadt an der Elbe sei tellerflach. Stimmt aber nicht. Wer zum Beispiel mal versucht hat, den Waseberg mit dem Rad zu bezwingen, wird mit Steigungen von bis zu 16 Prozent eines Besseren belehrt. Geologisch gesehen ist das erstaunlich steile Elbufer ein Vermächtnis der letzten Eiszeiten. Für Wanderer ergeben sich die besten Perspektiven auf die Elbe und die weiter südlich gelegenen Schwarzen Berge vom Elb-Höhenweg aus.

Bodensee: Von Sipplingen nach Überlingen

Das Sahnestück eines waschechten Premiumweges ist diese letzte Etappe des SeeGangs. Der Weg führt auf etwas mehr als zehn Kilometern von Sipplingen nach Überlingen - vorbei an zahlreichen Panorama- und Aussichtspunkten über den größten und tiefsten See Deutschlands. Wer mehr Zeit hat, kann auch alle acht Etappen mit meist leichtem Schwierigkeitsgrad ab Konstanz laufen. Es lohnt sich.

Oberstdorf: Steinbocktour

Wandern für Fortgeschrittene: Wer es sportlich mag, kann in fünf bis acht Tagen eine spektakuläre Runde durch die Allgäuer Hochalpen drehen – Trittsicherheit und gute Kondition vorausgesetzt. Ach ja, und Schwindelfreiheit. Etwa auf dem Heilbronner Weg, einem Klassiker unter den alpinen Höhenwegen. Für Unterkunft und Verpflegung sorgen urige Berghütten. Unvergesslich: Das Alpenpanorama im Morgen- oder Abendrot.

Rappbodetal, Harz: Die längste Hängebrücke der Welt

Wer schwindelfrei ist, kann sich im nördlichsten Mittelgebirge Deutschlands eines besonderen Ausblicks erfreuen: Denn über das Rappbodetal im Harz spannt sich seit kurzem die mit 440 Metern längste Fußgänger-Hängebrücke der Welt. Der Betreiber verlangt dafür allerdings sechs Euro. Entstanden ist die spektakuläre Brücke in rund zehn Monaten Bauzeit. Sie ist gut 1,20 Meter breit und an vier dicken Stahlseilen aufgehängt. Wer es besonders adrenalinhaltig mag, kann sich auch zum Pendelsprung in die Tiefe stürzen.

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