Auf dem Weg an die Côte d‘Azur: Bergamo, Italien

Der schnellste Weg an die himmelblaue Küste im Süden Frankreichs führt durch den Schweizer Gotthardtunnel nach Italien, vorbei an der lombardischen Hauptstadt Mailand. Nur 50 Kilometer östlich der bekannten Mode-Metropole liegt ein kleines Juwel italienischer Baugeschichte: Bergamo. Die einst von den Galliern auf einem Hügel errichtete Stadt ist über die Autobahn A4 erreichbar. Besonders bezaubernd ist der obere Teil der Stadt, die sogenannte Città Alta. Sie ist von einer dicken Stadtmauer umringt und für den Verkehr gesperrt. So wird man beim Flanieren durch die engen Gassen und Straßen mit ihren Kirchen, Schlössern und antiken Gebäuden nicht gestört. Neben den traumhaften Zeugen italienischer Baukunst hat auch die Natur ihren Glanzmoment: Von Bergamo aus reicht der Blick über die Alpen bis weit in die Ferne.

Auf dem Weg nach Kroatien: Bled, Slowenien

Auf dem Weg nach Kroatien liegt ein malerischer Luftkurort versteckt: Nur kurz hinter der österreichisch-slowenischen Grenze einfach von der A2 vor Lesce abbiegen, schon ist man in Bled am Bleder See. Seit dem 19. Jahrhundert bekannt für sein heilendes Klima, bietet der Kurort heute auch dem Sportlerherz massig Ablenkung, sei es beim sommerlichen Baden oder beim winterlichen Skifahren. Der Kulturinteressierte erforscht die auf einem Felsen liegende Burg von Bled, der Abenteuerlustige schnappt sich ein „Pletna“ und rudert zur auf einer Insel gelegenen Marienkirche.

Auf dem Weg ins südliche Westfrankreich: Dole, Frankreich

Auf der Reise in den Westen Frankreichs gibt es viel zu entdecken – schließlich durchquert man das Hexagon einmal in der Diagonale. Etwa zwei Stunden hinter der Grenze, nur wenig abseits der Autobahn A36/E60, liegt Dole. Die Stadt im französischen Departement Jura bezaubert mit ihren Kanälen, alten Häusern und der wunderbaren Stiftskirche Notre-Dame, die die Altstadt überragt. Das historische Zentrum der am Rhein-Rhône-Kanal gelegenen Stadt steht unter Denkmalschutz. Neben den zahlreichen antiken Bauten, die einen Besuch wert sind, befindet sich hier auch das Geburtshaus von Louis Pasteur, der einst den Impfstoff gegen Tollwut entdeckte. Ein Museum gibt Einblick in das Leben und Schaffen des berühmten Wissenschaftlers.

Auf dem Weg ins südliche Westfrankreich: Gourdon, Frankreich

Der folgende Tipp entspricht dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ wohl am ehesten: Denn das französische Gourdon liegt auf dem Weg in den Westen Frankreichs keineswegs auf der schnellsten Route. Aber: Es bietet eine Aussicht, die den Atem raubt. Und für die es sich auszahlt, den längeren Weg über die Côte d’Azur zu wählen. Das kleine Juwel Gourdon im Hinterland von Nizza wird nicht ohne Grund auch „Adlerhorst“ genannt. Das 400-Seelen-Dorf zählt zu den schönsten Dörfern Frankreichs – und das liegt nicht nur an seiner fantastischen Lage, die einen kilometerweiten Ausblick bis an die Mittelmeerküste ermöglicht. Das Dorf selbst hat sich nämlich in den vergangenen Jahrhunderten kaum verändert. Nur das Schloss Château de Gourdon wurde im 17. Jahrhundert erweitert. Heute dient es als Museum, auch die Gärten sind für Besucher geöffnet.

Auf dem Weg ins südliche Westfrankreich: Vichy, Frankreich

Während viele die französische Stadt Vichy vielleicht noch aus dem Geschichtsunterricht kennen - sie war während des Zweiten Weltkriegs Sitz des Vichy-Regimes -, wissen die meisten vermutlich nicht um ihre zweite Besonderheit: Vichy ist das bedeutendste Heilbad Frankreichs. Aber auch die Stadt selbst ist einen Besuch wert: Sowohl der „alte“ Stadtteil (Vieux-Vichy) mit seinen verwinkelten Gassen und antiken Kirchen als auch die modernere Hälfte (Vichy-Les-Baines) mit eleganten Villen, zahlreichen Bauten im Jugendstil und einem groß angelegten Thermalbad. Insgesamt sechs heiße und kalte Quellen heilen hier Körper und Geist. Selbst die Römer wussten schon um den Kurort Vichy, und auch Mitglieder des französischen Königshauses waren hier zu Gast. Auf der Reise in den Westen Frankreichs erreicht man Vichy, indem man von der Autobahn auf die Straße D2209 abbiegt.

Auf dem Weg nach Venedig und an die Adria: Eibsee, Deutschland

Wer auf der Reise nach Italien eine Abkühlung braucht, sollte bei Grainau kurz vor Garmisch-Partenkirchen abbiegen. Dort, auf 1000 Metern Meereshöhe, liegt der kristallklare Eibsee am Fuße der bayrischen Zugspitze. Fast 2,5 Kilometer lang und 32 Meter tief, bietet der Eibsee zahlreiche Ablenkungen von der Eintönigkeit einer langen Autofahrt. Der leidenschaftliche Wanderer kann den See zu Fuß umrunden, während Wasserratten baden oder mit Tret- und Ruderbooten in See stechen. Selbst Angler können hier in Ruhe ihrem Hobby nachgehen. Der See nennt acht kleine Inseln sein Eigen, von denen die meisten mit dem Boot erreichbar sind.

Auf dem Weg nach Venedig und an die Adria: Klausen, Südtirol

Hoch oberhalb der Brennerautobahn A22 thront Kloster Säben, einst auf einem Felsen gebaut und einer der ältesten Wallfahrtsorte Tirols. Obwohl der Bischofssitz bereits um das Jahr 1000 nach Brixen verlegt wurde, ist das Benediktinerinnenkloster mit seinen Gärten, Kirchen und Kapellen noch heute in Betrieb. Am Fuße des Säbener Bergs liegt die Stadt Klausen. Das Künstlerstädtchen ist ein Zentrum der Kultur, eingebettet in Kastanienhaine und Weinberge. Schon seit Jahrhunderten erliegen Reisende dem Charme der kleinen Stadt am Fluss Eisack, die vor allem mit ihren schmalen Gassen, prächtigen Stadthäusern und schier endlosen Möglichkeiten, die Landschaft ringsum zu entdecken, beeindruckt. Auch Albrecht Dürer machte einst hier Halt. Am so genannten Dürerstein kann man noch heute eine wundervolle Aussicht über Klausen genießen.

Auf dem Weg in Italiens Westen: Bellagio, Italien

Seit George Clooney eine Villa am Comer See besitzt, reisen Scharen von Touristen nach Como, um einen Hauch von Hollywood in Italien zu erhaschen. Dabei ist der kleine Ort Bellagio noch viel sehenswerter. Die Anreise erfolgt entweder mit der Fähre von Menaggio aus oder ab Como die Straße entlang. Vom Seeufer aus erstreckt sich das Dörfchen über einen Hügelhang. Treppen führen als Gassen getarnt vom Hafen durch Villen und italienische Bauten zum oberen Ende. An fast jeder Ecke gibt es Wein, Delikatessen und wunderbar duftende Blumen. Während sich an der einen Dorfseite ein Park erstreckt, liegt auf der anderen jener Aussichtspunkt, an dem die drei Arme des Comer Sees zusammentreffen. Nein, es ist nicht verwunderlich, dass Bellagio auch die „Perle des Comer Sees“ genannt wird.

Auf dem Weg nach Kroatien: Nationalpark Nockberge, Österreich

Das Salzburger Lungau und die Nockberge in Kärnten sind eine Reise wert: Das befand auch die UNESCO, die das Gebiet zum Biosphärenpark ernannte. Auf über 200 Quadratkilometern erstrecken sich unzählige Wander- und Erlebniswege, Seen und Orte zum Seele baumeln lassen. Zwischen Steinkreisen und Naturlehrpfaden führt die Nockalmstraße quer durch den Park hin zu traditionellen Hütten und Almen. Achtung: Die Nockalmstraße ist nur von Mai bis Oktober für den Verkehr geöffnet. Im Südwesten der Nockberge liegt ein weiterer Geheimtipp auf dem Weg nach Kroatien, unweit der Autobahn A10: Millstatt am See, ein gesetzlich anerkannter Luftkurort. Wer sein Reiseziel im Osten also nicht nur heil, sondern auch geheilt erreichen möchte, sollte hier kurz verschnaufen – oder besser: tief durchatmen.

Auf dem Weg in Italiens Westen: Locarno, Schweiz

Wer auf der Reise in den Süden nicht auf die italienische Sonne warten möchte, kann seine Reserven in der wärmsten Stadt der Schweiz auftanken: Locarno. Am Nordufer des Lago Maggiore und nur eine kurze Fahrt von der nach Italien führenden Autobahn 2 gelegen, bietet Locarno zahlreiche Sehenswürdigkeiten, die die Reise selbst zum Erlebnis werden lassen. So wartet etwa die Kirche Madonna del Sasso oberhalb der Stadt mit einem traumhaften Ausblick über den See und die Berge auf. Die Kirche selbst wurde nach einer angeblichen Muttergotteserscheinung im 15. Jahrhundert errichtet. Wer Glück hat, ist gerade rechtzeitig für eines der zahlreichen Festivals zugegen: Locarno organisiert das ganze Jahr über immer wieder Events, von „Locarno on Ice“ bis zum Filmfestival.

Auf dem Weg an die Côte d‘Azur: Yverdon-les-Bains, Schweiz

Eine lange Autofahrt kann nicht nur aufs Gemüt, sondern auch auf die Gelenke schlagen. Wer also auf dem Weg an die Côte d’Azur einen wohltuenden Zwischenstopp einlegen möchte, sollte die Route über Bern wählen. Etwa eine Stunde nordwestlich der Schweizer Hauptstadt und nur wenig abseits der Autobahn A1 liegt Yverdon-les-Bains. Die Kleinstadt am unteren Ende des Neuenburgersees war bereits in Römerzeiten aufgrund seiner heilenden schwefel- und magnesiumhaltigen Quellen als Thermalkurort bekannt. Doch auch Kulturinteressierte kommen auf ihre Kosten: Von urzeitlichen Menhiren über mittelalterliche Schlösser bis hin zu modernen Museen bietet die Kleinstadt allerhand. Wer hingegen seiner Liebe zur Natur frönen möchte, kann dies im nahegelegenen Naturschutzgebiet der Grande Cariçaie am Südufer des Sees. Hier sind tausende Pflanzen und Tierarten beheimatet.

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