Estland, Lahemaa Nationalpark

Lust auf Elche, Wald und Strand? Nur eine Autostunde von der Hauptstadt Tallinn entfernt, an der Nordküste Estlands, erstreckt sich der Nationalpark Lahemaa. Dieser wurde 1971 von der sowjetischen Regierung zum Schutzraum erklärt. Hier leben vom Aussterben bedrohte Tierarten wie der Steinadler – deswegen unbedingt nach der Brutzeit im Frühling anreisen, da sonst Bereiche des Parks gesperrt sind. Highlights sind das große Moor und die Küste nahe des Dorfes Käsmu. Auf den historischen Gütern Sagadi, Palmse und Vihula gibt es Hotels und Restaurants, auch die Küstenorte sind für den sanften Tourismus erschlossen. Hier lassen sich Ferienhäuser buchen, außerdem gibt es Campingplätze.

Irland, Wild Atlantic Way

Näher am Rand Europas geht nicht: Entlang der Atlantikküste verläuft die mit 2600 Kilometern längste ausgewiesene Küstenstraße der Welt, der Wild Atlantic Way in Irland. Die Route führt von der Halbinsel Inishowen bis zum Küstenstädtchen Kinsale im County Cork. Gewaltige Stürme und Fluten des Ozeans formten eine raue Küstenlandschaft, an die sich niedliche Orte und verschlafene Häfen schmiegen. In der Abgeschiedenheit haben sich die Menschen viel von der irischen Folklore bewahrt. Wer in dieser Region einen Roadtrip wagt, taucht durch Nebel und dramatische Lichtstimmungen, rastet auf Klippen und in Buchten – und begegnet unzähligen Schafen.

Armenien, Eriwan

Seit der Sowjetzeit nennt man Eriwan auch die „Pinke Stadt“: wegen der Farbe der Steine, mit denen die meisten Gebäude errichtet wurden, und wegen der lebendigen, jungen Bevölkerung. Die Millionenmetropole beherbergt die größte armenische Gemeinde und wird von drei Seiten vom Gebirgspanorama des Südkaukasus umschlossen. Im Stadtzentrum kann man sich angesichts sowjetischer Protzbauten klein fühlen und auf dem Platz der Republik entlang des Wasserspiels flanieren. Ebenfalls einen Besuch wert ist die massige Sankt-Grigor-Lusaworitsch-Kathedrale. Der europäische Einfluss ist überall sichtbar und prallt auf Sowjet-Charme, dessen Strenge vor allem Parks und Gärten dämpfen. Traditionelle Restaurants säumen die Boulevards ebenso wie schicke Weinlokale. In lauen Sommernächten füllen sich die Plätze und Prachtstraßen mit Leben.

Herzegowina, Mostar

Die Narben des Bosnienkriegs sind noch sichtbar in Mostar, der größten Stadt der Herzegowina. Besonders die Zerstörung der ikonischen Brücke Anfang der Neunziger Jahre traf das Herz der Einwohner. Heute steht die „Stari Most“, die „Alte Brücke“ wieder und überspannt in 29 Metern Höhe die smaragdgrüne Neretva. Die Brücke gilt als Symbol der Versöhnung, verbindet Orient und Okzident. Im Osten der Stadt wohnen Muslime, im Westen Kroaten. Wenn der Ruf des Muezzins über die malerische, mittelalterliche Altstadt ertönt, lässt auch das Läuten der Glocken der katholischen Kirche nicht auf sich warten. Mostar lädt ein zu endlosen Spaziergängen, auf denen sich Orte wie die Koski-Mehmed-Paša-Moschee entdecken lassen, von deren Minarett der Blick über die Stadt und das Neretva-Tal schweift.

Portugal, Tras-os-Montes

„Hinter den Bergen“ heißt das Hochland über dem Douro, das Jahrhunderte von belebten Fluss- und Küstenregionen isoliert war: Alto Trás-os-Montes. Bis heute hat sich wenig geändert im bäuerlichen Alltag der Bergdorf-Bewohner im tiefsten Nord-Osten des Landes. Besucher erleben eine archaische Welt, wie man sie kaum vermutet, keine Autostunde entfernt vom gut erschlossenen Douro-Tal mit teils luxuriösen Hotels, Restaurants und Angeboten wie Boots- und Wandertouren. Fast 900 Kilometer lang ist der Fluss, der sich tiefe Schluchten gegraben hat und sich durch die Weinterrassen von Alto Douro windet. Es ist das älteste Anbaugebiet der Welt mit geschützter Herkunftsbezeichnung und zählt, wie der Portwein, der exklusiv gekeltert wird, zum UNESCO-Welterbe.

Norwegen, Hammerfest

Auf dem 71. Breitengrad, auf einem Level mit Nordsibirien und –alaska, liegt die nach eigenen Angaben nördlichste Stadt der Welt, das norwegische Hammerfest. Dennoch friert es hier nicht ständig. Im Sommer zwischen Mai und Juni scheint die Sonne 24 Stunden lang, es wird bis zu 15 Grad warm. Im tiefsten Winter (November bis Januar) taucht sie dagegen gar nicht auf. Um die Hafenbucht an der grauen Granitküste drängen sich farbenfrohe skandinavische Häuschen, am Horizont erheben sich die teils schneebedeckten Fjälls. Vom Aussichtspunkt Salen lässt sich die Stadt überblicken, das Wiederaufbaumuseum zeigt die bewegende Geschichte. Hammerfest liegt auf der Insel Kvaløy, die mit dem Flugzeug und dem Schiff zu erreichen ist.

Georgien, Waschlowani-Nationalpark

Im Waschlowani-Nationalpark am äußersten Ostzipfel Georgiens könnte man einen Western drehen: so sehr ähneln die Felsformationen der „Sharp Walls“ den amerikanischen Badlands. Entsprechend ist die Vegetation der bergigen Steppen, in denen Bären, Luchse, Wölfe und Leoparden leben. Wer die Schluchten, Gebirgswälder und weiten Ebenen erkunden möchte, muss sich zunächst im Besucherzentrum von Dedopliszqaro registrieren. Touren sind dann mit oder ohne Ranger möglich. Die Pfade zu den schönsten Spots sind markiert, bis zum Fluss Alasani an der aserbaidschanischen Grenze. Es gibt zwar Ferienhäuser, doch richtige Lagerfeuerromantik erlebt man natürlich beim Zelten.

Baskenland, San Sebastián

Es muss nicht immer Bilbao sein: San Sebastián, die „Perle des Kantabrischen Golfes“ war nicht umsonst 2016 Kulturhauptstadt. Die baskische Film- und Festivalstadt liegt im spanischen Golf von Biskaya. Hier zieht es vor allem Surfer und Gourmets hin – und so manchen Hollywoodstar. Die Bucht mit den Stränden Ondaretta und La Concha bildet einen Halbkreis, der von den Bergen Urgull und Igueldo eingerahmt wird. Letzterer ist auch mit der Seilbahn erreichbar. In der Altstadt drängen sich pittoreske Bauten aus der Belle Epoque, dazu gibt es ein vielfältiges Kulturangebot aus Museen, Theatern und regelmäßigen Events wie das Surffilmfestival.

Sardinien, Costa Smeralda

Millionäre und Prominente schätzen die Exklusivität dieser Luxus-Enklave an der nordöstlichen Küste Sardiniens. Besonders im Zentrum Porto Cervo herrschen astronomische Hotelpreise und Jetset-Lifestyle. Das muss aber nicht beirren: Malerische Strände wechseln sich entlang der gesamten „Smaragdküste“ ab, kombinieren sich mit kleinen Wäldchen und verspielten Felsformationen. An weniger belebten Abschnitten der Küste gibt es bezahlbare Ferienhäuser, Campingplätze oder gastfreundliche Bauernhöfe. Der Monte Moro und das Capo d’Orso bieten grandiose Ausblicke über die Buchten und Hafendörfchen. In Palau legen Boote zu den Inseln des Nationalparks Archipel La Maddalena ab.

Schottland, Shetland-Inseln

Ganz so einfach ist die Reise zu den Shetland-Inseln nicht, am bequemsten sicherlich mit dem Flugzeug von den größeren schottischen Städten oder dem norwegischen Bergen aus. Am eindrucksvollsten ist jedoch die Anreise mit der Fähre, wenn sich Shetlands größte Insel Mainland aus Nebel und blaugrauem Meer schält, den Blick auf begrünte Klippen, Fischkutter und das Gemäuer der Hauptstadt Lerwick freigibt. Der subarktische Archipel mit über 100 Inseln trennt Atlantik und Nordsee. 16 von ihnen sind bewohnt, ihre Namen verweisen auf die einst skandinavische Zugehörigkeit: Yell, Burra, Trondra. Gute Fähranbindungen und Straßen erleichtern die Rundreise durch die raue Landschaft, bei der man gelegentlich Wale und das Nordlicht sehen kann. Tipp: Das Feuerfestival Up Helly Aa am letzten Dienstag im Januar.

Gibraltar

Die britische Enklave an der spanischen Costa del Sol ist ein Touristenmagnet, an dem viele Kreuzfahrtschiffe Halt machen. Kein Wunder: Mit ihrem 430 Meter hohen Felsen samt Berberaffen-Kolonie, Höhlen und dem Naturpark „Upper Rock“ stellt das Tor zum Mittelmeer eine einzigartige Landmarke dar. Von hier lässt sich die afrikanische Küste erblicken. In der Stadt vereinen die historischen Bauwerke die Geschichte beider Kontinente mit britischem Flair: Es gibt Pubs, vornehme Squares und Fish’n’Chips. Wegen der vielen Besucher empfiehlt es sich, Gibraltar eher als frühmorgendlichen Abstecher auf einer längeren Rundreise einzuplanen.

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