Generator Hostel, Venedig

Wenige Minuten braucht das Vaporetto der Linien 2 und 4.2. ab „San Marco“ zur Anlegestelle „Zitelle“. 150 Meter entfernt, an der Lagune, ragt die Backsteinfassade eines Kornspeichers aus dem 19. Jahrhundert auf. Dahinter, wie für die erfolgreiche, britische Kette üblich, ist eine junge, schrille Hipster-Bleibe entstanden. Das kanadische Designerteam hat unerschrocken Stile gemischt: Am prächtigen Muranolüster in der Lobby hängen bunte Figuren, wilde Tapeten treffen auf historische Mosaike und Holzdecken, rote zeitgenössische Samtsessel auf einen antiken Apothekerschrank. Abends sitzen weit gereiste Traveller, Städtetouristen, Schüler, ein paar Geschäftsleute und Einheimische an der Bar auf einen Spritz, oder sie hocken draußen auf dem Kai, lassen die Beine baumeln und quatschen bis spät in die Nacht.

 

Venedig, Fondamenta Zitelle 86, Tel. 0039-041- 877 82 88, www.generatorhostels.com, DZ ab 38 €, Gemeinschaftszimmer ab 16 €. Das Vaporetto legt nur zwischen 23.15 Uhr und 5 Uhr eine Pause ein; die einfache Fahrt kostet 7,50 €, ein Tagesticket 20 €, ein 3-Tage-Ticket für junge Leute bis 29 Jahre 28 €

Hotel Fregehaus, Leipzig

Den leuchtend orangefarbenen Panton-Chair im Zimmer hat Gastgeberin Sabine Fuchshuber persönlich in einem kleinen Laden ergattert – genau wie die Kristallleuchter und Spiegel. Auf ihren Reisen hatte sie Gefallen daran gefunden, in Hotels in vergangene Epochen einzutauchen, und seit 2014 bietet sie selbst Gästen Historie an. Im 1535 errichteten, gegen 1700 auf barock getrimmten Kaufmannshaus sind unterschiedliche Stilelemente erhalten. Das helle und schlichte Design der 20 Zimmer lässt sie erst so richtig wirken.

 

Leipzig,  Katharinenstr. 11, Tel. 0341-26 39 31 57, www.hotel-fregehaus.de, DZ ab 86 €

Hotel am Brillantengrund, Wien

Schon das Restaurant ist die Anreise wert: Philippinische Papaya-Suppe und Sonntagsbrunch stehen auch bei dem kreativen Volk aus Wiens siebtem Bezirk hoch im Kurs. Hotelgäste goutieren den Shabby Chic der 34 Zimmer, der aus dem Biedermeierhaus einen Pilgerort für Freunde schrägen Designs macht. Wien à la carte serviert einem der „brillibrilliant Area Guide“ von Betreiber Marvin Mangalino. Kulturelle Perlen holt er im Zweifel einfach ins Haus und macht aus diesem Laufsteg, Möbelmarkt oder Galerie.

 

Wien, Bandgasse 4, Tel. 0043-1-523 36 62, www.brillantengrund.com, DZ/F ab 69 €

Green Rooms, London

Hip ist das Viertel Wood Green in Nord-London nicht gerade. Ein Glück, findet Nick Hartwright, der aus einem verlotterten Art-déco-Gebäude eine Kunst-WG mit Hotelzimmern gemacht hat. Eingerichtet sind die schlichten Zimmer, Studios und Schlafsäle unter anderem mit Ebay-Fundstücken, aber Schlafen ist eh zweitrangig. Wer im Hotel schreibt/aufführt/malt, bekommt Rabatt. Wer nur reinschaut, trifft in der Bar, im Restaurant und in der Lobby auf Indie-Musiker und Performance-Künstler. Die nahe U-Bahnbraucht zwölf Minuten bis zur zentralen Station King’s Cross.

 

London, Station Road 13–27, Tel. 0044-208-888 53 17, www.greenrooms.london, DZ ab 99 €

"Die 100 schönsten Hotels in Europa"

Das komplette Ranking, unter anderem zu den Themenbereichen "Meer", "Land" und "Stadt", gibt es in der aktuellen Ausgabe von GEO SAISON.

Zoom Hotel, Brüssel

Für „weight-watchers“ eine heikle Adresse. Wer den 30 belgischen Biersorten im „Zoom Beer House“ widerstehen kann, bekommt es mit der Schokoladenauswahl zu tun. Immerhin sind die Farbakzente im Industrial-Chic-Hotel senfgelb, und Senf gilt ja als kalorienarme Alternative zu Butter. Das Design wird vom Fotothema bestimmt: In jedem der 37 Zimmer hängen Brüssel-Impressionen, in der Lobby flimmern weitere 400 Motive über eine interaktive Wand. Trotz zentraler Lage (nur 50 Meter vom Shoppingdorado der Avenue Louise entfernt) bietet das Vier-Sterne-Hotel mit seinen Gartenzimmern auch ruhige Plätzchen zum Verdauen.

 

Brüssel, Rue De La Concorde 59–61, Tel. 0032-2-515 00 60, www.zoomhotel.be, DZ/F ab 85 €

Prizeotel, Hannover

Der gerade eröffnete jüngste Spross der Kette bringt frisches Design in einen Neubau im Zentrum, dazu gibt’s viel Service und kleine Preise. Die leicht spacige Einrichtung der funktionalen 212 Zimmer trägt wieder die Handschrift des New Yorker Designerstars Karim Rashid. Extraflauschige Handtücher und Regenduschen verwöhnen, kleine Nettigkeiten wie der Schokokuss auf dem Frühstücksbuffet fürs „Matschebrötchen“ lösen heimelige Gefühle aus. Ein wirklich preiswerter Mix, hat die Jury entschieden.

 

Hannover, Hamburger Allee 50, Tel. 0421-222 21 00 (8–19 Uhr), www.prizeotel.com, DZ ab 64 €

Hotel Schani, Wien

Mitgewirkt an dem 2015 eröffneten Co-Working-Hotel hat das Forschungsprojekt „FutureHotel“. Unter Leitung des Fraunhofer-Instituts ist im hippen Viertel Belvedere das Hotel der Zukunft Gegenwart, man sucht online eins der 135 hellen Zimmer aus, checkt selbst ein und aus und bringt sogar den Zimmerschlüssel mit. Den gibt’s nämlich als Code aufs Smartphone. Für sportliche Wien-Entdecker stehen Skateboards bereit, für moderne Businessreisende Arbeitsplätze und ein „Schani“-eigenes Kaffeehaus.

 

Wien, Karl-Popper-Str. 22, Tel. 0043-1-955 07 15, www.hotelschani.com, DZ ab 69 €

Magic Hotel, Bergen

Science-Fiction-Fans dürften ihre helle Freude haben an den Leuchten, die wie schmelzende Trompeten von der Lobbydecke tropfen. Der New Yorker Karim Rashid (siehe auch unseren Sieger!) hat sie erdacht, genau wie die 217 Zimmer, in denen sich extravagante Kunststoffmöbel auf grafisch gemusterten Teppichen als Kulisse eines „Raumpatrouille Orion“-Remakes anbieten. Der Blick auf schmucke Giebel der ehemaligen Hansestadt, die man zu Fuß in 20 Minuten erreicht, beamt einen zurück in die Realität.

 

Bergen, Bøhmergaten 42–44, Tel. 0047-5-590 01 00, www.magichotel.no, DZ/F ab ca. 100 €

The Independente Suites & Terrace, Lissabon

Das schimmernde Intarsienparkett, Stuck an endlos hohen Wänden, Marmorbögen und Statuen stammen noch vom Vormieter, der Schweizer Botschaft. Jetzt trägt die zentrale Stadtvilla lässigen Vintage-Look, und für sieben Euro darf man sich im Restaurant „Decadente“ zusammen mit den Hotelangestellten am Buffet bedienen, es gibt moderne portugiesische Küche. Sollte das Budget größere Sprünge erlauben: Im Art-déco-Bau kann man auch Suiten mieten, und gleich nebenan serviert das hippe Restaurant „Insólito“ mit Blick auf die Altstadt und den Fluss Tejo köstliche Austern.

 

Lissabon, Rua de São Pedro de Alcântara 81, Tel. 00351-21-346 13 81, www.theindependente.pt, DZ/F ab 79 €

Hôtel de Nesle, Paris

Renée und Huguette, die Gründerinnen in Saint-Germain, haben ihr 18-Zimmer-Haus so vollgestopft mit Kitsch, Antiquitäten und Spitzendeckchen, dass man sich darin fühlt wie bei Urgroßmutter auf dem Land. Selbst der Garten steuert mit moosbewachsenen Statuen und wuchernden Hortensien seinen Teil dazu bei. Ein herrlicher Kontrast zum Großstadtleben vor der Tür.

 

Paris, Rue de Nesle 7, Tel. 0033-1-43 54 62 41, www.hoteldenesleparis.com, DZ ab 65 €

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