Nachdem ein Eisenbahnmitarbeiter rund 15 Kilometer östlich von der Hafenstadt Lüderitz 1908 einen Diamanten entdeckte, begannen immer mehr Menschen sich rund um den Fundort anzusiedeln, so entstand der Ort Kolmanskop

Rund 400 Einwohner zählte das Dorf in der unwirtlichen Landschaft der Namib Wüste und die ließen es sich gut gehen. Neben Verwaltungs- und Wohngebäuden gab es ein Elektrizitätswerk, eine Eisfabrik, alle Geschäfte des täglichen Bedarfs wie Metzger oder Bäcker sowie eine Grundschule. Zur Unterhaltung der Einwohner standen eine Turnhalle, eine Kegelbahn, ein Schwimmbad und ein Ballsaal zur Verfügung. Die Eis- und Limonadenfabrik sorgte dafür, dass jeder Haushalt täglich Eis, Limonade und Trinkwasser erhielt und auch ein lokales Krankenhaus gab es

Über eine Zeit lang galt Kolmanskop sogar als der Ort mit dem höchsten Pro-Kopf-Vermögen im gesamten Kolonial-Südwestafrika. Allein rund um Kolmanskop wurden Diamanten im Wert von fünf Millionen Karat gefunden

Doch so schnell der Boom gekommen war, verging er auch wieder. Bereits 1931 war das Diamantenvorkommen erschöpft und viele Bewohner zogen fort, um an anderen Orten nach ihrem Glück zu suchen. Zurück blieben ihre Häuser, die sich nach und nach die Wüste zurück eroberte. 1956 verließ auch die letzte Familie Kolmanskop und das Krankenhaus schloss. Damit verkam der einst so reiche Orte zu einer Geisterstadt

Erst 1983 entschied die Regierung dem Zerfall der noblen Villen ein Ende zu setzen und begann die einzelnen Gebäude zu restaurieren. Inzwischen sind Kasino, Ballsaal, Turnhalle und Eisfabrik restauriert. Wer die verlassenen Häuser mit kleinen Sanddünen im Wohnzimmer erleben möchte, sollte sich also beeilen

GEO Reise-Newsletter