Die Stockfischer und die Zwangsgebühr

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Die Stockfischer und die Zwangsgebühr

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Das erlebten unsere Mitglieder

  • NinaAngerer (RP) 20.08.18

    Stick fisherman

    Ich mag es nicht besonders gerne, wenn eine Illusion oder eine lieb gewonnene, romantische Vorstellung zerstört wird. Vor Jahren habe ich mir vorgenommen, keine Insel zwei mal zu besuchen, denn so viel Zeit habe ich nicht mehr, bis zum Rollator. Da meine Freundin Lisa mich einlud, die Fertigstellung von ihrem Haus zu erleben, bin ich noch mal nach Sri Lanka. Diesmal hatte ich die Gelegenheit auch andere Orte zu besuchen, als beim ersten Mal.
    Festklammernd an den Haltestanden im Tuk-Tuk , einen sportlichen und mutigen Fahrer an meiner Seite, sind wir von Hikkaduwa nach Galle, die Stockfischer zu bewundern. Diesmal begleitete mich mein Sohn. Ein resoluter und vernünftiger, junger Mann.

    Später Nachmittag, die Sonne brennt nicht mehr so heiß, aber der Regen schafft auch keine Abkühlung her. Hinter Galle kamen wir an und schau einer an: eine französische Reisegesellschaft tobte sich am Strand aus. Im Wasser, paar Metern von der Wasserlinie entfernt, waren Pfähle in den Korallenriffe gerammt und darauf 5 Männer, die vorgaben zu fischen. Mein Sohn und ich schlenderten vor, im sicheren Abstand auf einer Düne stehend, wollten wir erst mal die Situation erfassen. Kaum paar Wimpernschläge später stand einer der 'Fishman' neben mir und fragte, ob ich fotografieren will? Ja, ich hatte es vor. Hier wurde mir erklärt, dass das nicht ohne weiteres möglich ist, ausser ich zahle dafür. Eine Gebühr von 1000 Rupien wäre angemessen, denn es sind 5 Männer auf den Stangen. Die Gebühr für: auf dem öffentlichen Strand stehen und fake fishing anschauen? Das ist so ein Augenblick, bei welchen die mich Ansprechenden in Deckung gehen sollten! Es geht nicht um das Geld, das ist keine mörder Summe, die mich ins Unglück stürzt! Es geht um das ausbeuten! Ich wäre bereit mehr dafür zu spenden, wenn es nicht so eine miese Abzocke wäre! Nachdem unserer Tut-Tuk Fahrer gesehen hat, dass ich meine Kamera eingepackt habe, kam er auf uns zu und fragte nach der Quelle meines Verdrusses. Nachdem die zwei Einheimischen paar 'netten' Worte mit einender ausgetauscht haben, haben wir uns ( Mein Sohn und der 'fishman') auf 500 Rupien geneigt. Auf die Anfrage bei der französischen Truppe, was die gezahlt haben, meinte ein netter Fotograf: er wüsste nichts von einer Zahlung und wenn, dann hat es der Guide geregelt.

    Kaum war die Reisegruppe im Bus sind alle Fischenden von den Stangen herunter gehüpft und die Vorstellung war beendet. Mein Sohn meinte nur: die haben gar keine Angelschnur an den Stöcken und einer der Herren hat gelegentlich einen toten Fisch an der Angel heraus geholt und mit einem Daumen nach oben seinen Erfolg bestätigt.

    Ich habe ein paar Bilder gemacht, aber es war nicht mit Freude verbunden.

    Ein paar Autos mit Europäern sind auch auf dem Strandabschnitt vorgefahren, nach kurzer Erklärung der Zahlungsmodalitäten, sind die ohne auszusteigen weiter gefahren.

    Ich wollte meinem Sohn den Ausflug nicht vermiesen, deshalb war mich mit der Zahlung einverstanden.

    Es hat sich eine Monokultur der Abzocker auf Sri Lanka ( aber auch in anderen, touristisch hoch frequentierten Gebieten) entwickelt, so dass auch die freundlichen, entgegenkommenden Einheimischen nicht die Anerkennung erfahren, die denen zusteht.


    Mein Kind meinte nur: hättest nicht mit den Händen so herumfuchteln müssen ..... Die Besonnenheit hat er vom Vater.

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